Monate: Juni 2017

Luther: Eine einfältige Weise zu beten, für einen guten Freund

Dieses Werk ist äußerst originell, schrieb doch der berühmteste Professor Europas ein Buch für seinen Barbier. An dieser Stelle möchte ich einen Ausschnitt aus einer Buchbesprechung von Pierre Bühler hinzufügen: „Meister Peter Beskendorf war Barbier und zum Teil wohl auch Arzt. Er gehörte zu den besten und ältesten Freunden Luthers und sprach gern mit diesem über theologische und religiöse Themen. Es ist anzunehmen, dass er von Luther eine Anweisung zum Beten begehrt hatte und Luther seinen Wunsch entsprach mit dieser Darlegung „einer einfachen Weise zu beten.“ Die Schrift erschien erstmals 1535 in Wittenberg, aller Wahrscheinlichkeit nach in den ersten Monaten des Jahres. Auf jeden Fall wird nicht auf das Unglück Beskendorfs Bezug genommen: Er erstach am Ostersamstag 1535 – wahrscheinlich im Rausch – seinen Schwiegersohn Dietrich und wurde dann, von allen bedauert, am 30. Juli 1435 zwar begnadigt, aber des Landes verwiesen. Die einfache Weise zu beten wird am Leitfaden der Bitten des Vaterunsers und der zehn Gebote entfaltet. Noch im selben Jahr erschien eine erweiterte Ausgabe: Hinzugefügt wurde das Beten der Hauptstücke des Glaubensbekenntnisses. Diese …

Martin Luther: Von dem Papsttum zu Rom, wider den hochberühmten Romanisten zu Leipzig

Wieder ein kleiner erläuternder Ausschnitt aus einer Werkseinführung von Pierre Bühler: „Die Bezeichnung „Romanist“ meint hier (…) Römling, Romanhänger, Verfechter des römischen Papsttum. Ein solcher war der Franziskanermönch Augustin Alfeld (…). Er schrieb im April 1520 eine lateinische Schrift gegen Luther, mit der Absicht, aus der Bibel zu beweisen, dass das Papsttum zu Rom auf göttlichem Recht beruhe. Luther hielt sie nicht einer Erwiderung wert und beauftragte Lonicer mit einer Antwort, die ungefähr zeitgleich mit einer weiteren Erwiderung, durch Bernhardi, erschien. Allfelds Schrift hatte denn auch durch ihre Mängel in den eigenen Reihen Entsetzen gestiftet.

Mein lieber Markus! (Ein Brief von Paul Geyser)

Mit schwerem Herzen habe ich gelesen, dass du dich für die Theologie entschieden hast, und auch deine würdige Mutter hat erklärt, es sei das eine bedenklichere Wahl, als wenn du den Rock aus zweierlei Tuch anziehen oder dein Glück auf dem Weltmeer suchen wolltest. Indessen, wie ich dir nie zuredete und dir ganz freie Wahl ließ, so will ich nun auch nicht widerreden, sondern dir nur zurufen: Der Gott, vor dem meine Väter Abraham und Isaak wandelten, der Gott, der mich mein Leben lang ernährte bis auf diesen Tag, der Engel, der mich erlöst hat von allem Bösen, der sei mit dir! (1Mo 48,15) Oh, mein Sohn Markus, meines Herzens Hoffnung und Freude, ich wollte lieber, du wärst auf meinen Knien gestorben, als dass du herangewachsen wärst, um des Teufels Narrenkappe zu tragen, ein Diener der Kirche zu heißen und ein Baalspfaffe zu sein. Weißt du, dass nach Gottes Gesetz der Mann, der das Heilige Salböl nachmachte, verflucht und vermaledeit war in Ewigkeit? (2Mo 30,31–33) Wird denn eine geringere Strafe denjenigen treffen, der das Heilige …

Bekenntnistag: Reformation und Erweckung

Die Reformations-Gesellschaft-Heidelberg (RGH) will das geistige Erbe der Reformation im deutschsprachigen Raum neu beleben. Dazu veranstaltet sie dieses Jahr ihre zweite jährliche Konferenz in Siegen mit dem Thema: Reformation und Erweckung. Im Mittelpunkt wird nicht Martin Luther sondern Jonathan Edwards stehen. Ich finde die Verknüpung der beiden Themen Reformation und Erweckung sehr interessant. Zudem scheinen die Themen der Vorträge sehr praxisnah zu sein und auf die Gegenwart bezogen. Außerdem ist der Betanien Verlag mit einem Büchertisch anwesend. Es lohnt sich also, vorbeizuschauen. Am Samstag den 24. Juni und am Sonntag dem 25. werden diese Vorträge gehalten: Benedikt Peters „Voraussetzungen für Erweckung“ Ds. Cornelius Sonnevelt „Jonathan Edwards und die große Erweckung des 18. Jahrhunderts“ Benedikt Peters „Erweckung und das Wirken des Heiligen Geistes“ Benedikt Peters „Praktische Folgen einer göttlichen Erweckung“ Wer noch nichts zu Jonathan Edwards gelesen hat, dem empfehle ich die zwar umfangreiche aber auf jeder Seite lohnenswerte Biografie von Iain H. Murray: Jonathan Edwards – Ein Lehrer der Gnade und die große Erweckung. Alle weiteren Infos zu Konferenz, findet man auf der Webpräsenz reformationsgesellschaft.de.

Von Büchern und Unbüchern

Immer wieder kann man nur staunen über grausige Predigten in teilweise gut gefüllten Kirchensälen. Wir Evangelikale müssen immer wieder mit magerer Speise zurechtkommen, weil der Prediger den Auftrag Christi vergisst: „Gebt Ihr Ihnen zu essen!“. Doch auch der Büchermarkt ist nicht unbedingt mit zu viel Ehre ausgezeichnet, was die Qualität zahlreicher christlicher Werke angeht. Immer wieder ärgere ich mich über mangelhafte christliche Literatur, die trotzdem gekauft und gelesen wird, wobei ich mich manchmal frage, ob Menschen die sagen, lesen wäre langweilig und wenig erbauend, genau solche Bücher hatten, und eigentlich meinen, das Lesen bestimmter Bücher wäre langweilig und unnötig. Denn das ist wirklich, dass auf dem sowieso dünn besiedelten christlichen Büchermarkt noch ein Haufen leerer Hopfen gedeiht: Zum Lesen nicht zu empfehlen, zum Verbrennen ein zu geringer Heizwert. Ich möchte in diesem Artikel einige Kriterien vorstellen, die ein Buch auf der Lesenswertskala deutlich nach unten sinken lassen. Außerdem hoffe ich dadurch, Kriterien herausarbeiten zu können, nach denen man Autoren und ihre Literatur bewerten kann.

Die nächste große Übernahme in der evangelikalen Verlagsszene

Gerade erst ein Jahr ist es her, als die größte evangelikale Verlagsgruppe Stiftung Christliche Medien (SCM) die Verlage Gerth Medien und Adeo von Random House übernahm. Im selben Jahr fusionierten der Brunnen Verlag Basel und der charismatische Asaph-Verlag aus der Schweiz und treten seitdem gemeinsam unter dem Namen Fontis-Media auf. Am 2. Juni hat der Francke-Verlag gemeinsam mit der Kawohl-Verlagsgruppe den Brunnen Verlag in Gießen, die größte christliche Buchhandelskette ALPHA mit 33 Filialen und Franchise-Partner sowie das Logistikunternehmen ChrisMedia übernommen. Die Unternehmen sind zu je 50 % beteiligt. Das traditionelle evangelikale Verlagswesen hat mit der Übernahme die nächste Stufe einer kontinuierlichen Verschmelzung erreicht. Von den großen Verlagen übrig geblieben sind nur noch Francke, Fontis-Verlag und die beiden Verlagsgruppen um SCM und Kawohl. Erfreulich im Gegensatz dazu ist, dass es eine wachsende Anzahl christlicher Nischenverlage mit einem ausgezeichneten Angebot gibt.

Tipp: Junge Junge, Mädchen Mädchen

Wenn die Kinder klein sind und die ersten Dinge lernen, die sie zum Leben brauchen, denken Eltern oft nur in kleinen Etappen. Der erste Zahn, das erste Wort, die ersten Schritte und so weiter. Dann kommt die Schule und die Pubertät. Aber irgendwann dazwischen steht die Sache mit der Aufklärung im Raum und da geraten viele ins Stottern, weil sie nicht wissen, wie sie es am Besten anfangen sollen. Da fehlen die Worte und die passende Gelegenheit und das Thema wird immer weiter aufgeschoben. Aber mit diesen Büchern wird die Aufklärung enorm vereinfacht. Liebe Eltern,  nehmt euch Zeit um gemeinsam mit eurem heranwachsenden Kind das Buch durchzulesen! Die Bücher sind sehr ansprechend und schön gestaltet, mit einfachen Skizzen und Bildern, die alles Wichtige gut erklären, ohne sexuell anregend zu wirken. Es wird beschrieben, wie sich der Körper und der Geist im Laufe der Pubertät entwickeln und worauf man achten muss. Der Leser soll erkennen, dass er von Gott geschaffen wurde und das Gott es auch gewollt hat, das jeder Mensch den Weg vom Kind-sein zum …