Jahr: 2017

J. Gresham Machen

Mein Herz jubel­te, als ich im Buch „Chris­ten­tum und Libe­ra­lis­mus“ die­se Zei­len fand. Ich bewun­de­re Machens Fähig­keit kom­ple­xe Zusam­men­hän­ge zu erken­nen und ein­fach zusam­men­zu­fas­sen: Eine zwei­te Mei­nungs­ver­schie­den­heit, die inmit­ten der christ­li­chen Gemein­schaft exis­tie­ren kann, betrifft die Wirk­sam­keit der Sakra­men­te. Die hier bestehen­den Unter­schie­de sind tat­säch­lich von erns­ter Natur, und die Wich­tig­keit die­ses Pro­blems zu leug­nen, wäre weit schlim­mer, als die fal­sche Sei­te in die­ser Debat­te ein­zu­neh­men. Es wird oft gesagt, dass der geteil­te Zustand der Chris­ten­heit ein Übel dar­stellt, und das stimmt auch. Das Übel besteht jedoch in der Exis­tenz der Irr­tü­mer, die die­se Tren­nung her­vor­ru­fen, nicht etwa in der Wahr­neh­mung die­ser Irr­tü­mer. Es war tra­gisch, dass Luther wäh­rend des Mar­bur­ger Reli­gi­ons­ge­sprächs zwi­schen ihm und dem Schwei­zer Zweig der Refor­ma­ti­on im Zusam­men­hang mit dem Abend­mahl auf einen Tisch „Das ist mein Leib“ schrieb und zu Zwing­li und Oeko­lam­pad sag­te: „Ihr habt einen ande­ren Geist.“ Die­se Dif­fe­renz führ­te zur end­gül­ti­gen Tren­nung zwi­schen dem luthe­ri­schen und dem refor­mier­ten Zweig der Kir­che und war dafür ver­ant­wort­lich, dass der Pro­tes­tan­tis­mus viel an Boden ver­lor, den er sonst hät­te halten …

Ist Jesus unsere ganze Leidenschaft?

Vie­le Chris­ten fühl­ten sich sehr betrof­fen, als Bil­ly Gra­ham den fol­gen­den Brief ver­las, den ein ame­ri­ka­ni­scher Stu­dent geschrie­ben hat­te, der sich in Mexi­ko dem Kom­mu­nis­mus zuwand­te. Der Zweck des Schrei­bens war, sei­ner Ver­lob­ten zu erklä­ren, war­um er das Ver­hält­nis lösen müs­se: »Wir Kom­mu­nis­ten haben eine ver­hält­nis­mä­ßig hohe Unfall­ra­te. Wir sind die­je­ni­gen, die erschos­sen, erhängt, gelyncht, geteert, gefe­dert, ein­ge­sperrt, ver­leum­det und ver­höhnt und aus unse­rer Stel­lung gewor­fen wer­den, denen man auf alle erdenk­li­che Wei­se das Leben schwer macht. Ein bestimm­ter Pro­zent­satz von uns wird getö­tet. Wir leben buch­stäb­lich in Armut. Wir über­mit­teln jeden Pfen­nig unse­rer Par­tei, außer dem Aller­not­wen­digs­ten, das wir brau­chen, um uns am Leben zu erhal­ten. Wir Kom­mu­nis­ten haben weder Zeit noch Geld für vie­le Kino- oder Kon­zert­be­su­che, für gro­ße Kote­letts oder ein anstän­di­ges Heim und neue Wagen. Wir wer­den als Fana­ti­ker beschrie­ben. Wir sind es! Unser Leben wird regiert von einem gro­ßen, alles über­schat­ten­den Fak­tor: Dem Kampf für den Welt­kom­mu­nis­mus. Wir Kom­mu­nis­ten haben eine Lebens­phi­lo­so­phie, die mit kei­ner noch so gro­ßen Geld­sum­me zu erkau­fen ist. Wir haben eine gerech­te Sache, für die wir kämp­fen, und …

Vorschau 2018: Mein Jahr in Büchern

Im letz­ten Bei­trag habe ich Bücher genannt, die ich im letz­ten Jahr gele­sen habe. Bis­her bin ich dabei wenig sys­te­ma­tisch vor­ge­gan­gen. Für 2018 habe ich eini­ge The­men­schwer­punk­te gesam­melt, mit denen ich ich mich ein­ge­hen­der beschäf­ti­gen will. Ehe und Fami­lie Kin­der­her­zen leh­ren, Lou Prio­lo, Beta­ni­en Die Fami­lie aus bibli­scher Sicht, Gene A.Getz, Dyna­mis Die Ehe aus bibli­scher Sicht, Gene A.Getz, Dyna­mis Wer­de Bezie­hungs-Wei­­se, Dr. Chris Richards und Dr. Liz Jones, CLV Wie schüt­zen wir unse­re Kin­der?, Axel Volk, Dani­el Pas­tor Wil­helm Busch Wil­helm-Busch-Biblio­­thek, Wil­helm Busch, CLV Plau­de­rei­en in mei­nem Stu­dier­zim­mer, Wil­helm Busch, CLV Bio­gra­fien Das Glück des ver­lo­re­nen Lebens, Bio­gra­fie von N. P. Chra­pow, Frie­dens­stim­me Bim­­mel-Bol­­le, Ein christ­li­cher Unter­neh­mern in Ber­lin, Frank Pau­li, Wichern Ole Hal­les­by – Der Fels aus Nor­we­gen, J. und M. Rie­ger (Hrsg.), SCM Häns­s­ler Glau­be und Wis­sen­schaft Die Bibel – abso­lut glaub­wür­dig!, Roger Lie­bi, CLV Evo­lu­ti­on – Kri­tik uner­wünscht!, Mat­ti Leiso­la, SCM Häns­s­ler Mis­si­on und Evan­ge­li­sa­ti­on Der ver­ges­se­ne Auf­trag, Tho­mas Lan­ge, CMD Was du im Him­mel nicht mehr tun kannst, Mark Cahill, Dani­el Die ver­lo­re­ne Kunst des Jün­ger­ma­chens, LeRoy Eims, Beta­ni­en Erwäh­lung und Ver­ant­wor­tung … als …

Rückblick 2017: Mein Jahr in Büchern

Das Jahr 2017 been­de ich mit einer über­sicht­li­chen Zahl gele­se­ner Bücher. Es gab Jah­re, in denen ich weit mehr Bücher las, manch­mal auch weni­ger. Die bespro­che­nen Bücher habe ich hier ver­linkt. Groß­ma­ma packt aus — ein bio­gra­fi­scher Roman — emp­fand ich als Zeit­ver­schwen­dung und habe es irgend­wann abge­bro­chen. Beson­ders gern habe ich Im Ein­satz für Jesus, Pas­tor Wil­helm Busch von Ulrich Par­zany gele­sen. Ach­tung: Freu­den­räu­ber, Tho­mas Lan­ge Das Brot der frü­hen Jah­re, Hein­rich Böll Die Arche Noah — Mythos oder Wahr­heit?, Dr. Ste­fan Drüe­ke Du Deutsch?, Bernt Engel­mann Elon Musk: Wie Elon Musk die Welt ver­än­dert — Die Bio­gra­fie, A. Van­ce, E. Musk Gedan­ken über den Ehe­all­tag, John Grant Gedan­ken über die Ehe, John Grant Gott leben – „Leh­re trennt, Lie­be eint“?, Bene­dikt Peters Groß­ma­ma packt aus, Ire­ne Dische Im Ein­satz für Jesus, Pas­tor Wil­helm Busch, Ulrich Par­zany Ken­nen Sie Höm­pel?, Wil­helm Busch Luther für Eili­ge, Fabi­an Vogt Näher am Ori­gi­nal?, Karl-Heinz Van­hei­den Nein, wir schaf­fen das nicht!, Tors­ten Hein­rich Was ler­nen unse­re Kin­der?, Axel Volk Zer­stö­re­ri­sches Wachs­tum, Rudolf Eberts­häu­ser Für das Jahr 2018 wer­de ich struk­tu­rier­ter beim Lesen vor­zu­ge­hen. Geplant sind eini­ge The­men­schwer­punk­te, mit denen ich mich beschäf­ti­gen will. Aktuell …

Tipp: Ein Leben im Einsatz

Es war der Wunsch von Pas­tor Wil­helm Busch, dass nach sei­nem Heim­gang kei­ne Bio­gra­fie über ihn erscheint. Ich bedaue­re die­sen Wunsch, und bin des­halb froh, dass es das Buch Plau­de­rei­en in sei­nem Stu­dier­zim­mer aus sei­ner eige­nen Feder gibt, und dass Ulrich Par­zany einen Ein­blick in Buschs Leben und Wir­ken im Buch Ein Leben im Ein­satz gege­ben hat. Ein Leben im Ein­satz ist zuerst vor eini­gen Jahr­zehn­ten und jetzt in der 2. und 3. Auf­la­ge über­ar­bei­tet bei Christ­li­che Buch­hand­lung Büh­ne erschie­nen. Ich will mich dies­mal mit eini­gen gewon­ne­nen Erkennt­nis­sen und Zita­ten begnü­gen. Busch war zunächst kein Pazi­fist im pri­va­ten Bereich. Erst durch das Lesen von Der fran­zö­si­sche Pro­tes­tan­tis­mus von Joseph Cham­bon kam er zur Über­zeu­gung, dass ein Christ sich nicht wehrt und Gewalt aus­ge­schlos­sen ist. In unse­rem Jugend­kreis wur­de die­ses Buch stu­diert. Wir sahen auf ein­mal, was zu tun ist. (…) Wir begrif­fen auf ein­mal, was das heißt: Ich stel­le mich hin und lass mich schla­gen und beschimp­fen. Und das ist der Weg Jesu, wie er nach Gol­ga­tha ging. S. 132 Busch gab sich Mühe, den immer mehr ein­engen­den recht­li­chen Rahmenbedingungen …

Ein technisches Gleichnis

„Bevor ich das Evan­ge­li­um kann­te, sam­mel­te ich die unter­schied­lichs­ten Kennt­nis­se aller Arten von Wis­sen­schaf­ten – mal hier­von, mal davon, ein wenig Che­mie, ein wenig Bota­nik, ein wenig Astro­no­mie, ein wenig dies, ein wenig das. Es war ein chao­ti­sches Durch­ein­an­der. Seit ich das Evan­ge­li­um ken­ne, ent­steht in mei­nem Gehirn Ord­nung: Alles bekommt sei­nen Platz. Mir scheint, daß ich, als ich Chris­tus ent­deck­te und ihn als gekreu­zigt, den Mit­tel­punkt des Sys­tems gefun­den hat­te, so dass ich nun jede wis­sen­schaft­li­che Erkennt­nis ein­ord­nen kann. Von der Erde aus gese­hen, bewe­gen sich die Pla­ne­ten völ­lig unge­ord­net. Erst die Kennt­nis des Son­nen­sys­tems gibt ihnen Kon­stanz und Ord­nung. So ist es mit dem Wis­sen. Begin­ne mit wel­cher Dis­zi­plin du willst – du hast immer nur die hal­be Wahr­heit. Beginnst du mit dem Wis­sen von dem gekreu­zig­ten Chris­tus, dann hast du die Son­ne, um die alle ande­ren Wis­sen­schaf­ten sich in voll­kom­me­ner Har­mo­nie bewe­gen. Chris­tus ist für mich die Weis­heit Got­tes. Seit ich Chris­tus, den Gekreu­zig­ten ken­ne, kann ich alles ler­nen.“ (C.H. Spur­ge­on; Alles zur Ehre Got­tes, Auto­bio­gra­phie S. 63) An kei­ner Stel­le sei­ner Autobiographie …

Besprechung: Luther für Eilige

Das Refor­ma­ti­ons­jahr 2017 hat unzäh­li­ge Bücher über Luther und die Refor­ma­ti­on in die Buch­hand­lun­gen und Online­shops beför­dert. Der Pfar­rer Fabi­an Vogt hat für Wenig­le­ser und Eili­ge das gleich­na­mi­ge Buch geschrie­ben. Nach einem kur­zen Abriss über Mar­tin Luthers Leben stellt der Autor aus dem umfang­rei­chen Werk Luthers zwölf wich­ti­ge Tex­te vor. Vogt zitiert Luther in vie­len über­wie­gend ein­zel­nen Sät­zen und ord­net sie ein. Manch­mal wird nicht ein­deu­tig klar, ob Luthers Aus­sa­gen zusam­men­ge­fasst wer­den, oder es sich um Gedan­ken des Autoren han­delt. Ein Regis­ter ermög­licht das Nach­schla­gen von bestimm­ten Begrif­fen. Was ich bedaue­re, ist die eher bibel­kri­ti­sche Hal­tung des Autors, die sich an eini­gen weni­gen Stel­len nie­der­schlägt. Dass Luther zum Bei­spiel lehr­te, dass nur ein Mann und eine Frau hei­ra­ten könn­ten, ord­net Vogt dahin­ge­hend ein, dass er nun ein­mal ein Kind sei­ner Zeit war (S 103). Beson­ders im „Aus­blick“ am Ende des Buches ver­mis­se ich „Allein die Schrift“ als Schwer­punkt in Luthers Leben und Werk. Statt­des­sen trifft der Leser auf typisch modern-evan­­ge­­lisch-kir­ch­­li­che Sät­ze wie „Was von dem, was unse­re Gemein­den und Kir­chen­lei­tun­gen tun, bringt Jesu Bot­schaft von der …

Tipp: Das fremde Vogelbaby

Unge­fähr 1 % aller Kin­der und Jugend­li­chen in Deutsch­land befin­den sich in Pfle­ge­ver­hält­nis­sen. Das bedeu­tet, dass über 120.000 Min­der­jäh­ri­ge nicht bei ihren eigent­li­chen Eltern son­dern in Ein­rich­tun­gen oder in Pfle­ge­fa­mi­li­en auf­wach­sen. Die Autorin Nel­li Suckau hat bereits mehr­fach mit ihrem Mann Pfle­ge­kin­der aus schwie­ri­gen Ver­hält­nis­sen für eine befris­te­te Zeit auf­ge­nom­men. Zusam­men mit Nata­lie Schmidt ent­stand die Idee zu dem vor­lie­gen­den Buch, in dem es um eine Vogel­ba­by in einem frem­den Nest geht. Kin­der ab 3 Jah­ren erfah­ren hier auf eine kind­ge­rech­te Wei­se, wie es dazu kommt, dass ein Kind nicht mehr bei den ursprüng­li­chen Eltern sein kann, und von Pfle­ge­el­tern auf­ge­nom­men wird. „Das frem­de Vogel­ba­by“ hat ein mit­tel­gro­ßes Bil­der­buch­for­mat (21 x 21 cm), in dem die lie­be­voll und natür­lich gestal­te­ten Illus­tra­tio­nen von Swet­la­na Mach­leit gut zur Gel­tung kom­men. Das Buch ist 22 fes­te Sei­ten dick und ver­fügt über ein Hard­co­ver. Es kos­tet 7,95 EUR und ist bei Licht­zei­chen erschienen.

Lange: Achtung: Freudenräuber!

Wie kommt es, dass Chris­ten oft als wenig fröh­lich und „freu­de­voll“ wahr­ge­nom­men wer­den? Oder wie Fried­rich Nietz­sche über Chris­ten geur­teilt hat: „Chris­ten müss­ten erlös­ter aus­se­hen.“ Da es sei­ne Zeit­ge­nos­sen eben­falls oft nicht waren, waren sie ihm wenig glaub­wür­dig. Tho­mas Lan­ge führt in sei­nem gera­de ein­mal 72 Sei­ten knap­pen Büch­lein 14 mög­li­che Grün­de an, die er als „Freu­den­räu­ber“ bezeich­net. Von feh­len­der Heils­ge­wiss­heit, über unbe­rei­nig­te Sün­de bis man­geln­de Opfer­be­reit­schaft. Alle ange­führ­ten Grün­de haben gemein, dass sie durch man­geln­de Lie­be zu Chris­tus ent­ste­hen und Chris­ten die Freu­de rau­ben. Tho­mas Lan­ge betont, dass bei der Freu­de sowohl die Ver­ant­wor­tung des Men­schen als auch die Sou­ve­rä­ni­tät Got­tes eine Rol­le spie­len. Die Freu­de ist zwar als Frucht des Geis­tes von Gott gewirkt und in unser Herz gepflanzt, trotz­dem muss sie unse­rer­seits im Wachs­tum geför­dert wer­den, damit sie nicht ver­küm­mert. Somit zei­gen sich auch hier die Sou­ve­rä­ni­tät Got­tes einer­seits, als auch die mensch­li­che Ver­ant­wor­tung ande­rer­seits. S. 45 Die mit zahl­rei­chen Zita­ten gespick­ten Kapi­tel sind knapp und schnell gele­sen. Ein Anhang mit Kapi­teln „Freu­de“ und „War­um sind so vie­le Chris­ten unglück­lich?“ von John MacArthur …

NEU: Magazin schöpfung.info

Theo­lo­gi­sche Stand­punk­te, die unter den Evan­ge­li­ka­len im deutsch­spra­chi­gen Raum vor weni­gen Jahr­zehn­ten noch Kon­sens waren, wur­den bis ins neue Jahr­tau­send hin­ein vor allem auf den Ebe­nen der Ver­ant­wor­tungs­trä­ger auf­ge­weicht und ver­än­dert. Teils Jahr­tau­sen­de alte auf Bibel und Bekennt­nis fußen­de Stand­punk­te wur­den in Fra­ge gestellt und „neu bewer­tet“. Ein Ergeb­nis davon ist die Auf­ga­be des Ver­trau­ens in die abso­lu­te Glaub­wür­dig­keit der Bibel, die Öff­nung für Bibel­kri­tik und letzt­end­lich die Auf­ga­be der Ver­bind­lich­keit des wört­li­chen Schöpfungsberichts.