Monate: Juli 2015

Bücher, die den Schlaf versüßen

Es gibt wie­der eine deut­sche Neu­erschei­nung von John Piper. In Schmeckt und seht — Got­tes Über­le­gen­heit in allen Lebens­la­gen genie­ßen führt Piper den Leser in die Nähe Got­tes. Nicht nur kampf­mü­de Gläu­bi­ge fin­den dar­in Ermu­ti­gung, Hil­fe und Weg­wei­sung im Auf­schau­en auf den leben­di­gen Gott. Ich habe das Buch noch nicht gele­sen. Aber das Vor­wort hat mich sofort ange­spro­chen. Dar­in erklärt Piper, war­um er das Buch geschrie­ben hat. Gleich­zei­tig gibt er wohl den wich­tigs­ten Grund an, war­um wir gute Bücher lie­ben und lesen: Die bes­ten Schrei­ber erhö­hen unse­ren Genuss an der Bibel und unse­re Freu­de an Gott selbst. Die­sen Anspruch hat John Piper an sein eige­nes Buch. Die­sen Anspruch soll­te jeder christ­li­che Autor haben. Auch wir Leser kön­nen unse­ren Lese­ge­schmack und unse­re Aus­wahl an die­sem Anspruch tes­ten. Hier ist das Vor­wort in vol­ler Län­ge: John Cot­ton – ein Pas­tor aus Bos­ton, der 1652 starb – hat­te einen geist­li­chen Geschmack, der dem Durch­schnitts­men­schen heu­te unver­ständ­lich ist. Im Alter wur­de er ein­mal gefragt, war­um er bis spät in die Nacht hin­ein las. »Weil ich mei­nen Mund ger­ne mit einer Por­ti­on Cal­vin ver­sü­ße, ehe …

Meine persönlichen Lieblingsautoren christlicher Werke

Vor fast drei Jah­ren habe ich hier im Blog mei­ne liebs­ten christ­li­chen Bücher vor­ge­stellt. In die­ser Zeit durf­te ich eini­ges Neue ler­nen, und kom­me dadurch zum Ergeb­nis, eini­ge Autoren neu dazu neh­men zu müs­sen, und ande­re wie­der­um aus der Lis­te zu strei­chen. Die Lis­te ist zudem nicht bewer­tend zu ver­ste­hen und ist total sub­jek­tiv. Zudem glau­be ich, dass eini­ge Autoren für ande­re Men­schen weit­aus hilf­rei­cher sein könn­ten, als für mich; dies kann jedoch auch umge­kehrt sein. Eine War­nung soll­te aus­ge­spro­chen wer­den: Egal wel­ches Buch du lesen wirst, wenn du es mit der fal­schen Ein­stel­lung liest, wird es dir zum Scha­den die­nen, selbst wenn es die Bibel höchst­per­sön­lich ist. Betrach­te nur die gan­zen Theo­lo­gen, die Chris­tus aus ihrer Theo­lo­gie raus gewor­fen haben, und nichts mehr Rech­tes in Got­tes Wort ent­de­cken kön­nen. Bei jedem Autor möch­te ich zudem hin­zu­fü­gen, was sei­ne Wer­ke mir per­sön­lich gebracht haben.

Wilhelm Busch: Kennen Sie Hömpel?

Die­ser Tage bin ich auf ein Buch auf­merk­sam gewor­den, wel­ches schon vie­le Jah­re in mei­nem Regal steht. Ich muss zuge­ben, der Titel hat mich irri­tiert. „Höm­pel“ hört sich so höm­pe­lig an, dass ich Beden­ken hat­te, ob das Niveau der gebo­te­nen Erzäh­lun­gen nicht zu pri­mi­tiv wer­den könn­te. Ich soll­te mich gehö­rig irren. Höm­pel war ein Schlos­ser der in der NS-Zeit einen ganz raf­fi­nier­ten Trick ange­wen­det hat um dem damals inhaf­tier­ten Pas­tor Busch einen trös­ten­den Besuch erstat­ten zu kön­nen. Dabei waren alle Besu­che strikt unter­sagt. Höm­pel fiel eine List ein. Auf ganz lan­gem büro­kra­ti­schen Wege bekam er die Erlaub­nis, im Innen­hof des Gefäng­nis­ses Gras für sei­ne Hasen zu mähen. Und dabei lässt er sich beson­ders viel Zeit. Denn Höm­pel hat eine Mis­si­on: Wäh­rend sei­ner Arbeit fängt er an bekann­te Melo­dien zu pfei­fen: Steil und dor­nig ist der Pfad, der uns zur Voll­endung lei­tet. Selig ist, wer ihn betrat und zur Ehre Jesu streitet …

Tipp: MiKi-Bücher

  Lasst uns dan­ken statt zu kla­gen, loben, wenn uns sinkt der Mut; und wir wer­den es erfah­ren, dass Gott lau­ter Wun­der tut. Bei die­sen Mini­bü­chern han­delt es sich um drei Lie­der und drei Geschich­ten. Bei den Lie­dern han­delt es sich um drei bekann­te Tex­te von Mar­gret Bir­ken­feld, näm­lich: Lasst uns dan­ken statt zu kla­gen, Ja Gott hat alle Kin­der lieb und Hört unser Win­ter­lied. Der Inhalt der Lie­der wird mit Pup­pe­n­il­lus­tra­tio­nen dar­ge­stellt, so wie auch die Geschich­ten. Bru­nos Traum erzählt vom Bär Bru­no der sich eine beson­de­re List ein­fal­len lässt, um sei­ner Oma nicht hel­fen zu müs­sen. Er schiebt es nicht mehr auf sei­ne Lust­lo­sig­keit, son­dern behaup­tet, dass  es sei­ne Bei­ne oder Arme sind, die nicht hel­fen wol­len. Doch sein Gewis­sen soll ihm kei­ne Ruhe geben … Fazit: Lie­be­voll illus­trier­te Geschich­ten für die Aller­kleins­ten zum Vor­le­sen, die Kon­kur­renz zu den Pixi-Büchern machen könnten.

Darf ein Mensch sich für die Wahrheit totschlagen lassen?

Es war ein­mal ein Mann, er war als Kind in der christ­li­chen Reli­gi­on streng erzo­gen wor­den. Er hat­te nicht viel von dem gehört, was Kin­der sonst hören, vom klei­nen Jesus­kind, von Engeln und ähn­li­chem. Dage­gen hat­te man ihm des­to häu­fi­ger den Gekreu­zig­ten gezeigt, so dass die­ses Bild das ein­zi­ge war und der ein­zi­ge Ein­druck, den er vom Erlö­ser hat­te; obgleich ein Kind, war er doch schon alt wie ein Greis. Mit die­sen unge­wöhn­li­chen Sät­zen fängt eine sehr inter­es­san­te Abhand­lung Kier­ke­gaar­ds an, die sich mit dem unge­wöhn­li­chen The­ma des Mär­ty­rer­tods beschäf­tigt. Mei­ne Neu­gier trieb mich dazu, die­ses kur­ze Essay zu lesen, und ich soll­te nicht ent­täuscht wer­den. Nebst zahl­rei­chen Weis­hei­ten Kier­ke­gaar­ds bekommt man tat­säch­lich einen guten Ein­blick dar­auf, wel­che gesell­schaft­li­che Ver­ant­wor­tung ein jeder trägt, der mit sei­nen Erkennt­nis­sen so umgeht, dass er einen Keil in die Gesell­schaft treibt. Dies genau tut näm­lich ein jeder, der die ande­ren dazu bringt, ihn zu töten. Die anderen?

Tipp: Paläste und Katakomben

In einem Gebraucht­wa­ren­la­den bin ich auf zahl­rei­che hoch­wer­ti­ge Bücher gesto­ßen, dar­un­ter eine 21-bän­­di­­ge Rei­he zur Welt­ge­schich­te, zwar nicht voll­stän­dig erhal­ten, dafür umso güns­ti­ger. Die­sen Kauf soll­te ich nicht bereu­en. Zwar 1951 erschie­nen, zeich­nen sich die­se Wer­ke durch hohe Genau­ig­keit und zahl­rei­che Quell­tex­te aus. Ich griff zu dem Band, der die Zeit beschreibt, die mir am wenigs­ten bekannt zu sein scheint, was zumin­dest die Geschich­te Euro­pas angeht: Das Zeit­al­ter, das der Apos­to­li­schen Zeit folgt. Da es sich um ein säku­la­res Werk han­delt, wird vor allem das Leben, die Bil­dung, die Kunst und natür­lich vor allem die Herr­scher im römi­schen Reich erläu­tert. Dies geschieht in einer bild­li­chen und erzäh­len­den Spra­che. Somit müss­te man die­ses Werk als nicht mehr zeit­ge­mäß bezeich­nen, da zeit­ge­nös­si­sche His­to­ri­ker Geschich­te dyna­misch und als Objekt küh­ler und kri­ti­scher Inter­pre­ta­ti­on sehen. Mora­li­sche Schluss­fol­ge­run­gen blei­ben zweit­ran­gig (inter­es­san­ter­wei­se spielt die ethi­sche Anwen­dung der Geschich­te heut­zu­ta­ge nur beim The­ma „drit­tes Reich“ eine rele­van­te Rolle).