Monate: Januar 2015

Kapitel 3: Erkennen und Erkannt sein

Teil 3 der Leserun­de: Wir bespre­chen jede Woche ein Kapi­tel im Buch „Gott erken­nen“ von James I. Packer. Kapi­tel drei gefällt mir bis­her am bes­ten. Es fängt schon sehr span­nend mit einer Kate­che­se an: Wozu sind wir erschaf­fen wor­den? Um Gott zu erken­nen. Was soll unser Lebens­ziel sein? Gott zu erken­nen. Was ist das „ewi­ge Leben“, das Jesus schenkt? Die Erkennt­nis Got­tes. Was ist das Bes­te im Leben, was bringt uns mehr Freu­de, Glück­se­lig­keit und Zufrie­den­heit als alles ande­re? Die Got­tes­er­kennt­nis. Mir ist bis­her nicht die lehr­mä­ßi­ge Bedeu­tung von Joh.17,3 bewusst gewe­sen: Das ist aber das ewi­ge Leben, dass sie dich, den allein wah­ren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Chris­tus, erken­nen. Wer Gott erkennt, hat also das ewi­ge Leben, oder noch bes­ser: Für Jesus ist die Erkennt­nis Got­tes das­sel­be, wie das ewi­ge Leben.

Buchbesprechung: Der Giftbecher des Prinzen

Für die Kin­der bin ich immer auf der Suche nach christ­li­chen Kin­der­bü­chern. Die­ses Buch ist ein ganz beson­ders schö­nes Exem­plar mit Bil­dern, die es auch für klei­ne­re Kin­der inter­es­sant machen. Auf knapp 40 Sei­ten fin­det man hier eine gleich­nis­haf­te Erzäh­lung vom Prin­zen, der für die Erlö­sung sei­nes Vol­kes im Auf­trag sei­nes Vaters, den König des Lebens ‚den Gift­be­cher trin­ken muss. Die Kin­der erken­nen anhand der Geschich­te, die Geschich­ten aus der Bibel und set­zen Par­al­le­len. Uns hat die­ses Bil­der­buch sehr gut gefal­len. Wir haben dar­über gespro­chen, wel­che Bedeu­tung die ein­zel­nen Per­so­nen in der Geschich­te die­ses Buches haben. Ein­zel­ne Aspek­te kann man ver­tie­fen, z.B. dass die Freun­de des Prin­zes alle weg­ge­lau­fen sind, als sie gese­hen haben, wie schreck­lich der Ort ist, an dem der Prinz sei­nen Kelch mit Gift trin­ken muss.

Die Sünde hat unsere Natur so umschlungen, wie die Riesenschlange ihr Opfer umklammert

Kennst du das? Da ist der eine Autor, und jeder redet von ihm, wie toll und groß­ar­tig er sei. Wie geist­lich sei­ne Wer­ke, wie got­tes­fürch­tig sein Wan­del. Doch fra­ge ja nicht, wie vie­le Bücher der Loben­de vom zu Loben­den gele­sen hat. Meis­tens nur eini­ge Zita­te. So erle­be ich das immer wie­der mit Mar­tin Luther. In höchs­ten Tönen wird die Leis­tung des gro­ßen Refor­ma­tors gelobt, doch sei­ne Wer­ke kennt heu­te kaum einer. Ich glau­be Jean Cal­vin trifft es noch här­ter. Wie vie­le „Cal­vi­nis­ten“ haben wohl Cal­vins Wer­ke stu­diert? Ich den­ke aber auch an einen drit­ten in die­ser Rei­he, näm­lich an den Fürs­ten der Pre­di­ger, Charles Had­don Spur­ge­on. Der christ­li­che Markt (auch deutsch­spra­chig) ist rela­tiv reich­hal­tig an Wer­ken von Spur­ge­on, wie man auch die­ser Biblio­gra­phie ent­neh­men kann. Jedoch scheint es guten Büchern meist  so zu gehen wie einer Fami­li­en­bi­bel: Schön plat­ziert im Regal, und regel­mä­ßig abge­staubt, damit man nicht sieht, dass man das Buch kaum aufmacht.

Kapitel 2: Die ihren Gott kennen

Heu­te wol­len wir gemein­sam Kapi­tel zwei des Buches Gott erken­nen von James I. Packer betrach­ten. Kapi­tel zwei fängt mit einer inter­es­san­ten Bege­ben­heit aus dem Leben des Autors an: Es war ein herr­li­cher Som­mer­tag, und ich mach­te einen Spa­zier­gang mit einem Stu­den­ten. Die­ser hat­te soeben sei­ne Chan­cen für eine aka­de­mi­sche Lauf­bahn durch eine Aus­ein­an­der­set­zung mit den kirch­li­chen Wür­den­trä­gern über die Leh­re vom Evan­ge­li­um der Gna­de prak­tisch ver­wirkt. „Aber das spielt kei­ne Rol­le“, sag­te er nach einer Wei­le, „denn ich habe Gott erkannt und sie nicht.“ Was in Kapi­tel eins bereits ange­deu­tet wur­de, führt der Autor wei­ter aus. Es geht um Erkennt­nis Got­tes und nicht um blo­ßes Wis­sen über Gott: Wir mögen so viel über Gott in Erfah­rung brin­gen wie Cal­vin — und das wer­den wir frü­her oder spä­ter, wenn wir Cal­vins Wer­ke sorg­fäl­tig stu­die­ren -, und doch wer­den wir dadurch kaum zu wah­rer Got­tes­er­kennt­nis gelan­gen. Man kann also nicht nur ein brei­tes theo­lo­gi­sches Wis­sen ansam­meln, son­dern auch zahl­rei­che prak­ti­sche und seel­sor­ger­li­che Erfah­run­gen, ohne dabei Gott tat­säch­lich zu kennen.

Lesen als Herausforderung

Wie kann man von Büchern am meis­ten pro­fi­tie­ren? Als Bücher­freund  hat Jonas Erne in sei­nem Blog sei­ne Erfah­run­gen in fünf Punk­ten zusam­men­ge­fasst: Als lang­jäh­ri­ger Bücher­freund habe ich schon immer sehr ger­ne gele­sen. Bücher waren für mich seit jeher neue Wel­ten, in die ich mit mei­ner Phan­ta­sie abtau­chen konn­te. Und das gilt nicht nur für Roma­ne und Bio­gra­phien, son­dern in ähn­li­cher Wei­se für Sach­bü­cher und Abhand­lun­gen aller Art. Vor ein paar Tagen bin ich über eine wun­der­bare Beschrei­bung gestol­pert. Han­niel Stre­bel bezeich­nete ein Buch, das er gele­sen hat­te, als „stei­le Berg­tour“. Ja, auch ich ken­ne die­se Bücher, die eine stei­le Berg­tour sind. Im Rück­blick wür­de ich sagen, dass das vier­bän­dige Haupt­werk Imma­nuel Kants über die Mög­lich­kei­ten und Gren­zen der Ver­nunft, das ich im Zuge mei­nes Theo­lo­gie­stu­di­ums (frei­wil­lig) gele­sen habe, die ver­mut­lich steils­te Berg­tour mei­nes bis­he­ri­gen Lese­le­bens war. Für mich ist Lesen eine Sache, die mich in vie­len Berei­chen mei­nes Lebens wach­sen lässt. Was mache ich, um vom Lesen mög­lichst viel pro­fi­tie­ren zu kön­nen? Zu den fünf Punk­ten: hier klicken.

Nur noch ein Kapitel …

… war mein meist­ge­dach­ter Gedan­ke beim Lesen die­ses Buches. Denn eigent­lich hat­te ich gar kei­ne Zeit, und eigent­lich hat­te ich eine Men­ge Ande­res zu tun. Aber das Buch hat mich gepackt und ein­fach nicht mehr los­ge­las­sen. Und so wur­den es dann doch jedes­mal ein paar Kapi­tel mehr. Dabei woll­te ich das Buch eigent­lich gar nicht lesen. Die Beschrei­bung klang so nach Kriegs­ge­schich­te, und Kriegs­ge­schich­ten mag ich gar nicht. Aber dann kam alles ganz anders. Die Hand­lung beginnt wohl wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs, aber vom Krieg selbst kommt nur ganz am Anfang ein wenig vor; das war gut zu ver­kraf­ten. Der Rest fügt sich so flüs­sig und selbst­ver­ständ­lich in den Hand­lungs­ab­lauf ein, daß man nur noch die han­deln­den Per­so­nen sieht, ihr per­sön­li­ches Erge­hen, ihre Ängs­te und Nöte, daß man meint, mit ihnen auf­ge­wach­sen zu sein. Ande­rer­seits erlebt man die Umstän­de haut­nah mit: den Druck auf die Zivi­lis­ten und auf die jun­gen Rekru­ten, die Will­kür der Macht­ha­ben­den in Deutsch­land, Ängs­te und Belas­tun­gen der jun­gen Sol­da­ten und die all­ge­gen­wär­ti­ge ängst­li­che Stimmung.

Kapitel 1: Theologie — Die Lehre von Gott

Wie vor eini­gen Tagen ange­kün­digt, fan­gen wir heu­te mit einer Leserun­de an: Wir ver­su­chen jede Woche zusam­men ein Kapi­tel im Buch Gott erken­nen von James I. Packer zu lesen und zu bespre­chen. Im ers­ten Kapi­tel führt der Autor zahl­rei­che Moti­ve an, sich mit der „Leh­re von Gott“ (= Theo­lo­gie)  zu beschäf­ti­gen. Ein umfang­rei­ches Zitat von Charles H. Spur­ge­on gibt den ers­ten Vor­schmack auf die Seg­nun­gen, die die tref­fen, die Gott von gan­zem Her­zen suchen. Wer Gott erkennt, wird gede­mü­tigt: „Die Gott­heit ist so tief­grün­dig, dass unser Hoch­mut in ihrer Unend­lich­keit ver­sinkt. Ande­re The­men kön­nen wir erfas­sen und bewäl­ti­gen: bei ihnen emp­fin­den wir eine Art Selbst­zu­frie­den­heit …“ Doch so demü­ti­gend die­ser Gegen­stand für das Herz ist, ist er auch erhe­bend. Denn tröst­lich ist es zu wis­sen, wel­cher Gott mein Schick­sal in der Hand hält. Doch braucht man Theo­lo­gie heu­te im 21. Jahr­hun­dert noch? Soll­te man sich wirk­lich mit einem der­art „ver­staub­ten“ The­ma beschäf­ti­gen? Heu­te sieht ein prag­ma­ti­sches Chris­ten­tum kei­ne Anwen­dung in der Theo­lo­gie (man fürch­tet gar unnö­ti­ge Pfaf­fen­ge­zän­ke um Para­gra­phen und Defi­ni­tio­nen). Dabei ist Theo­lo­gie, so führt Packer aus, …

Buchvorstellung: Die Hungersnot

Ste­ven Law­son ist eine der weni­gen, kost­ba­ren Aus­nah­men und gehört wohl mit Abstand zu mei­nen Lieb­lings­pre­di­gern. Ein Leh­rer von mir sag­te mal: „Er fängt bei 100 % an zu pre­di­gen und ab da geht es nur noch berg­auf!“ Sei­ne Bücher zu lesen ist eben­so inter­es­sant, wie ihm zuzu­hö­ren. Er ist so vol­ler Lei­den­schaft, ein meis­ter­haf­ter aus­le­gen­der Pre­di­ger der Schrift, ein freund­li­cher Mensch! Wie John MacAr­thur im Vor­wort die­ses Buches schreibt, hat Law­son begrif­fen, dass der gro­ße Man­gel der heu­ti­gen Kir­che die sorg­fäl­ti­ge Aus­le­gung der Hei­li­gen Schrift von der Kan­zel aus ist. In sei­nem Buch „Die Hun­gers­not“ macht Law­son klar, was die Gemein­den mehr denn je brau­chen. Alles schreit nach Pas­to­ren, die ihrer höchs­ten Beru­fung gerecht wer­den und Got­tes For­de­run­gen erfül­len – Pas­to­ren, die ihrer Her­de das gan­ze Wort Got­tes pre­di­gen. Wir brau­chen Män­ner Got­tes, die sein Wort auf eine Wei­se aus­le­gen, dass Sei­ne Stim­me gehört, Sei­ne Herr­lich­keit gese­hen und Sein Wil­le befolgt wird. Das ist Aus­le­gungs­pre­digt, die wir heu­te so bit­ter nötig haben. Die Hun­gers­not ist eine durch und durch biblisch ori­en­tier­te Aus­ar­bei­tung über das The­ma Pre­digt. Es …

Buchvorstellung: Und der himmlische Vater ernährt sie doch

Man ist oft geneigt zu den­ken, dass Glau­bens­wer­ke so ein­fach von selbst ent­ste­hen. Den­ken wir nur an Georg Mül­ler. Wie oft wird in den Gemein­den von die­sem Glau­bens­hel­den erzählt? Ziem­lich regel­mä­ßig bekommt man zu hören, wie viel Gott­ver­trau­en die­ser Mann besaß: Er ver­zich­tet auf ein regel­mä­ßi­ges Gehalt als Pre­di­ger, denn er möch­te von Gott ver­sorgt wer­den. Doch dabei bleibt es nicht: Bald fal­len ihm die zahl­rei­chen Wai­sen­kin­der in der Indus­trie­stadt Bris­tol auf. Er nimmt sich ihrer an. Doch auch die­se Arbeit will er unter der Hand und Füh­rung Got­tes sehen: Auf öffent­li­che Spen­den­auf­ru­fe, ja sogar auf öffent­li­che Gebets­auf­ru­fe wird ver­zich­tet. Georg Mül­ler ist über­zeugt, dass Gott die Kin­der ver­sor­gen wird. Dass so ein Glau­be nicht von heu­te auf mor­gen ent­steht wird einem klar, wenn man sich mit den Tage­bü­chern von Georg Mül­ler aus­ein­an­der­setzt. Oft­mals sind einem die tie­fen Abgrün­de nicht bewusst, den die Män­ner und Frau­en Got­tes gehen muss­ten. Zum Bei­spiel ver­gisst man all zuschnell, dass zwei der eige­nen Kin­der von Georg Mül­ler bereits als Säug­lin­ge verstarben.

The other Wise Man

Um die Weih­nachts­ta­ge her­um bin ich auf eine inter­es­san­te weih­nacht­li­che Geschich­te gesto­ßen, die unter dem Titel „the sto­ry of the other wise man“ vor allem in Hol­land und in Ame­ri­ka gut bekannt ist. Ich fand den Plot ent­zü­ckend, wobei natür­lich klar ist, dass die Geschich­te rein fik­tiv ist. Erzählt wird, dass es nicht drei son­dern vier Wei­se waren, der vier­te auch die größ­ten und bes­ten Geschen­ke für den König hat­te, jedoch zu spät zum ver­ein­bar­ten Treff­punkt erschien. Unter­wegs zum Treff­punkt näm­lich traf er auf einen tod­kran­ken Mann, dem er nicht anders als hel­fen konn­te. Bis er jedoch von sei­nen Ver­pflich­ten frei­kam, waren sei­ne drei Gesel­len jedoch bereits dem Stern nach­ge­zo­gen. Nun begibt sich Artab­an, — so wird der Wei­se genannt‑, auf eige­ne Faust auf die Suche nach sei­nem König. Er weiß noch nicht, dass sei­ne Suche über drei­ßig Jah­re dau­ern soll und ihm ist auch erst recht nicht klar, auf wel­che Wei­se er sei­nem König fin­den wird. Die­se „Legen­de“ ist eine Novel­le des ame­ri­ka­ni­schen Autors Hen­ry van Dyke. Als eng­li­scher Ori­gi­nal­text ist das Buch lizenz­frei im Guten­­­berg-Pro­­­jekt verfügbar. …