Kinderliteratur
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Das große Erzählbuch zur biblischen Geschichte

Kinderbibel von Anne de Vries

255648(1)Ein ein­sa­mer Mann schlich durch die Fel­der. Er such­te ver­steck­te Pfa­de, auf denen ihm kein Mensch begeg­nen wür­de. Um jedes Dorf mach­te er einen wei­ten Bogen. Manch­mal blieb er auf einem Hügel ste­hen und späh­te hin­aus ins Land. Dann beeil­te er sich, wei­ter­zu­kom­men. Wenn er Stim­men hör­te, ver­steck­te er sich im Gebüsch und hock­te dort, bis es wie­der still wur­de.

Erst wenn die Luft ganz rein war, floh er wie gehetzt wei­ter. David war ein Flücht­ling gewor­den. Er hetz­te übers Land wie ein Hirsch, den die Jäger ver­fol­gen. Nir­gends war er mehr sicher. Waf­fen und Brot hat­te er bei sei­nem has­ti­gen Auf­bruch nicht mehr mit­neh­men kön­nen.

Hin­ter jedem Hügel konn­te ein Ver­rä­ter lau­ern. Sei­ne gehetz­ten Gedan­ken such­ten einen Aus­weg, ver­geb­lich! In sei­ner Ver­zweif­lung ver­gaß er sogar, dass Gott ihn sah und beschüt­zen konn­te. Hilf­los fühl­te er sich dem Tod nahe. Wenn ihm List und Geschick nicht hal­fen, war alles ver­lo­ren. Aus dem Hel­den war ein scheu­er Mann gewor­den, der in die­ser gro­ßen Not sei­nen Glau­ben ver­lo­ren hat­te.

Zwi­schen den Hügeln lag ein Dorf. Das muss­te Nob sein, denn David sah ein gro­ßes, recht­ecki­ges Zelt. Dane­ben stieg der Rauch von einem Opfer in die Luft. Die Stifts­hüt­te befand sich in Nob, denn Silo war nach dem Tod Elis von den Phi­lis­tern ver­wüs­tet wor­den. Der jet­zi­ge Hohe­pries­ter, Ahimelech, hat­te von Davids Flucht bestimmt noch nichts erfah­ren. Viel­leicht konn­te er bei ihm Zuflucht fin­den

Ich fin­de die Erzähl­kunst von de Vries der­art prä­gnant, dass ich kei­ne ande­re Mög­lich­keit fin­de, als ein­fach den Autor reden zu las­sen. Ich den­ke es gelingt ihm den Sprung zwi­schen Text­ge­nau­ig­keit und Illus­tra­ti­on der bibli­schen Geschich­ten gera­de so weit zu machen, dass die Geschich­ten für Kin­der und Teen­ager inter­es­sant blei­ben, aber die dahin­ter lie­gen­de Bot­schaft nicht ver­lo­ren geht, son­dern eben erzählt wird.

Hier­bei wer­den nicht nur Klas­si­ker, wie Joseph, Jakob oder David ver­an­schau­licht, son­dern auch weni­ger bekann­te Geschich­ten, wie die über Jehu, Josa­phat oder die Mis­si­ons­rei­sen des Pau­lus. Der zen­tra­le Aspek­te bleibt aber auf der Lebens­ge­schich­te Jesu.

Hier geht de Vries auf Gleich­nis­se genau­so ein, wie auf das Wir­ken Jesu und auch sei­ne Leh­re. Zen­tral ist dann die Kreu­zi­gung und Auf­er­ste­hung Jesu. Was weni­ger gelun­gen ist, sind sicher die Illus­tra­tio­nen, die ich irgend­wie nicht als anspre­chend emp­fin­den kann. Auf über 700 Sei­ten wird hier für einen sehr güns­ti­gen Preis ein sehr hoch­wer­ti­ges Buch ange­bo­ten, wel­ches auch für Erwach­se­ne durch­aus inter­es­sant sein kann. Die Bibel ist auch als Hör­buch (MP3 und Audio) erhält­lich.

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