Alle Artikel in: Zitate

„Das Gericht über Gott“ – von John Stott

In dem umfassenden und ausgezeichneten Werk „Das Kreuz“ schreibt John Stott darüber, was er als „das größte und herrlichste aller Themen“ bezeichnet. Das Buch betrachtet weit mehr als den Aspekt des Sühnetodes, auch wenn das eine zentrale Stellung einnimmt. Scott schafft es vor den Leser allgemeinverständlich verschiedene Aspekte des Kreuzes Christi zu zeigen, die Bedeutung des Kreuzes für die Verkündigung, für unser Gottesbild, als Wirkung für unsere Heiligung und dem Sieg über dem Bösen, aber auch als Antwort auf ungelöste Fragen nach dem Leid, die Stott zu Ende seines Werkes betrachtet Hier findet sich die Kurzgeschichte „das Lange Schweigen“. An dieser Stelle ist keine Quelle angegeben und ich konnte auch in der englischen Fassung keinen Ursprung ausmachen, nehme also an, dass diese lesenswerte Kurzgeschichte von John Stott selbst stammt (ich hoffe der Verlag verzeiht mir ein etwas zu großes Zitat):

„…und ihre Freundschaft zerbrach nicht“
aus "Der Silberne Sessel" von C. S. Lewis

„und ihre Freundschaft zerbrach nicht“ – In der silberne Sessel erfahren Eustachius und Jill von Rilian, dem Sohn Kaspians, der bei einem der zahllosen Versuche sich an der Schlange zu rächen, die seine Mutter ermordet hat, entführt wird. Dieser Zwischenfall sollte die Freundschaft von Kaspian mit Drinian (der Leibwache des jungen Prinzens) unter starke Spannung setzen. Diese Begebenheit illustriert, wie Freundschaften durch Schicksalsschläge herausgefordert werden und wie Vergebung und Nachsicht eine Freundschaft bewahren können:

J.I. Packer in seiner Einführung zu Owens Werk über das Sühneopfer Christi
Was ist biblisches Evangelium?

Manche Diamanten sind gut versteckt. Das gilt unbedingt für den Einleitungsessay, den J.I. Packer (Vgl. für einen Lebenslauf diesen Artikel) 1958 als Einführung in eine Neuauflage von John Owens Buch „The Deaht of Death in the Death of Christ“ verfasst hat. Der Artikel findet sich im Web oder deutschsprachig als Teil dieser gekürzten Übersetzung von John Owens Klassiker. Neulich griff ich wiederholt zur Einführung von Packer, eigentlich weil ich mich für Owens Werk aufwärmen wollte: Bisher habe ich nichts vergleichbares gelesen, dass präziser den Unterschied von Arminianismus und Calvinismus aufzeigt. Häufig kann man den Eindruck bekommen, als meine man das selbe, und betrachte zwei unterschiedliche Perspektiven. Weit gefehlt, folgt man der Argumentation von Packer (eigene Übersetzung): „Es gibt zwei kohärente Interpretationen des biblischen Evangeliums, die in einem klaren Gegensatz zueinander sind. Der Unterschied zwischen den beiden sind nicht bloß unterschiedliche Schwerpunkte, sondern der Inhalt. Ein Evangelium verkündigt einen Gott, der rettet, das andere spricht von einem Gott, der den Menschen befähigt, sich selbst zu retten. Das eine verkündigt die drei großen Handlungen der Heiligen Dreieinigkeit …

„Eine Predigt für den schlechtesten Menschen auf Erden“
Spurgeons Verkündigung des Evangeliums

Ich sollte häufiger zu den Predigten von Spurgeon greifen. Seine einerseits einfache und nachsichte, aber gleichzeitig entschiedene und saubere Art der Evangeliumsverkündigung ist eine Ermutigung für jeden Christen, aber auch Vorbild für jeden, der im Verküdigungsdienst steht. Spurgeons Predigt über Lukas 18,13 (Das Gebet des Zöllners) ist mit dem Titel „Eine Predigt für den schlechtesten Menschen auf Erden“ überschrieben. Die vollständige Predigt findet sich kostenfrei in The Spurgeon Library oder in übersetzter Fassung im Band 7 der Spurgeonpredigten vom 3l-Verlag. Spurgeon zieht aus Lukas 18,13 vier Lehren:  Die Wirklichkeit der Sündhaftigkeit ist kein Grund zur Verzweiflung;  Ein Gefühl von Sündhaftigkeit verleiht kein Recht auf Gnade;  Das Wissen ihrer eigenen Sündhaftigkeit führ die Menschen zu den rechten Taten;  Das Glaubensvolle Bekennen der Sündhaftigkeit ist der Weg des Friedens. Gerade das, was Spurgeon im zweiten Kapitel ausführt, fand ich wertvoll und einer Neuentdeckung in unserer Zeit wert. Ich zitiere ausführlich:

Wie auf Perelandra über Gottes Willen im Bösen diskutiert wurde
"O felix culpa" auf der Venus

Endlich habe ich mich gewagt die Science-Fiction Trilogie von C.S.Lewis zu lesen. Sie ist als Gegenentwurf zu der zu seiner Zeit aufkeimenden Science-Fiction-Literatur zu verstehen. Entgegen den zahlreichen Werken von H.G.Wells (auch heute noch durch Krieg der Welten bekannt) geht in C.S.Lewis Space-Trilogie die Gefahr nicht vom Außerirdischen Leben, sondern vom Menschen aus. Im ersten Band wird der Linguist Ransom von zwei Wissenschaftlern auf den Mars (im Buch Malakandra genannt) entführt, die hoffen, die großen Goldvorkommen dort im Austausch für ein Menschenopfer Ransoms erwerben und ausbeuten zu können. Nur durch das Eingreifen der Eldila, einer Art Boten Gottes (auf einem Planet ohne Sündenfall leben alle ein Leben vor Gott), kann die schlimmste Katastrophe verhindert werden, und die Menschlinge werden wieder zurückgeschickt. Ransoms Blick auf das Leben wird durch diese Begegnung verändert und er wird von den Eldila auf eine weitere Mission nun auf den Planeten Venus (von den Bewohnern dort Perelandra genannt) geschickt. Er weiß nur, dass er eine große Gefahr unterbinden soll, aber nicht genau welche. Bald begegnet er einer Königin auf diesem Planeten, …

„O felix culpa“
Aus der römisch-katholischen Osternachtsliturgie

Manchmal stößt man über ein Zitat in unterschiedlichem Kontext mehrfach. So ging es mir mit einem Ausschnitt aus der Osternachtsliturgie, der mindestens provozierend formuliert ist. Da heißt es (lateinische und deutsche Fassung von hier): O certe necessarium Adae peccatum, quod Christi morte deletum est! O felix culpa, quae talem ac tantum meruit habere Redemptorem! Oh wahrhaft heilbringende Sünde des Adam, du wurdest uns zum Segen, da Christi Tod dich vernichtet hat. O glückliche Schuld, welch großen Erlöser hast du gefunden! Der Ausruf „O glückliche Schuld“ hat es sogar zu einem Wikipedia-Artikel geschafft. Kostbar ist der dahinterliegende Gedanke, dass die Wiederherstellung des Sünders in der Erlösung in in einen höheren Stand bringt, als den er vor dem Fall besaß. Vor allem Augustinus investierte in diese Überlegungen einige Zeit und Hirnschmalz. Darunter im Enchiridion (Dem Buch vom Glauben, der Hoffnung und der Liebe). Da heißt es unter anderem: Melius enim iudicavit de malis benefacere, quam mala nulla esse permittere – Gott hielt es für besser aus dem Bösen das Gute zu wirken, als gar kein Böses zuzulassen). Entsprechend …

Vom Passa von Melito von Sardes
Die älteste christliche Osterpredigt

Im Rahmen meiner Vorbereitung einer Predigt zu Christus im Alten Testament habe ich relativ ausführliche Recherchen gemacht. Dabei bin ich auch auf diese Osterpredigt von Melito von Sardes gestoßen. Das Werk selbst wurde erst vor etwas mehr als 150 Jahren entdeckt und ist überraschend gut erhalten. Dabei handelt es sich um ein sehr frühes Werk der Kirchengeschichte. Ja, dieser Melito kam tatsächlich aus dem Sardes, dass wir aus der Offenbarung kennen. Sehr lesenswerte Hinweise zum Hintergrund der Schrift finden sich in der Einleitung von Blank zu diesem Werk. Auch die notierten Parallelstellen  rechts neben dem Predigttext sind eine Hilfe für den Hintergrund dieser Predigt. Das Werk ist  relevant für das Verständnis der Beziehung von Altem und Neuen Testament, dass in der Alten Kirche spätestens durch den Einfluss von Marcion, der das Alte Testament als nicht kanonisch ablehnte, relevant wurde. Dabei ist das Werk von Melito auch homiletisch bzgl. der verwendeten Sprachfiguren interessant, so arbeitet Melito häufig mit Aufzählungen oder Gegenüberstellungen. Zwei Beispiele: Diese Anwendung sieht Melito in den bitteren Kräutern, die zum Passahlamm gereicht wurden: …

Aus der Osterpredigt von Melito von Sardes

In der Osterpredigt des Melito von Sardes findet sich bereits ein sehr reifer Umgang mit dem Alten Testament. Melito von Sardes ist so „lange her“ (gest. 180 n.Chr), dass er noch aus der in Offenbarung bekannten Gemeinde Sardes wirkte. Die Predigt zeigt, dass die Kirche bereits sehr früh Christus als das Ziel des Alten Testaments erkannte. Der vollständige Text samt hilfreichen Hintergründen zu Melito und dieser Osterpredigt findet sich hier. Sehr elegant ist die Anwendung des Passahlammes als ein „Vorbild auf Christus“ und besteht doch nicht aus bloßer Typologie, sondern eher in einem Fortschreiten der Offenbarung Gottes: Das Osterlamm zeugt von der gleichen Wahrheit, wie Christus. Melito zieht dabei auch weite Kreise aus anderen Texten des Alten Testamentes, um diese neue Realität zu erklären. In der Auseinandersetzung mit Marcion, ob das Alte Testament auch ein sakraler Text der Kirche sei, war diese Auseinandersetzung mit dem Alten Testament nötig geworden und Melito meisterte diese Aufgabe. Doch überzeugt euch selbst:

Unterm Rad von Hermann Hesse
Eine Erzählung über ein vernachlässigtes Thema

„Unterm Rad“, einer frühen Erzählung von Hermann Hesse ist es zu verdanken, dass ich ein wenn auch gespaltener Fan von Hesse bin.  Die Novelle handelt von Hans Giebenrath, einem begabten Jugendlichen, der an den Ansprüchen der Pädagogik an ihn schließlich endgültig scheitert. Natürlich ist hier auch eine Abrechnung Hesses mit der preußischen Internatskultur zu finden. Doch diese lokale Interpretation hat den globalen Gedanken,  dass es eine DER Urängste des Menschen ist, unter die Räder zu kommen: Ob nun die Räder der Umstände, oder der eigenen Ansprüche, die Gefahr einer vollständigen Katastrophe begleitet den Menschen bereits bei den ersten (erfolgreichen?) Schritten einer schulischen Laufbahn. Ich glaube „Unterm Rad“ liefert einige gute Analysen dafür, dass z.B. auch wohlwollende Nächste, den schaurigen, von Beginn vorhandenen Prozess des Untergehens nicht wahrnehmen können: Hans, als einziger aus seiner Stadt, erreicht die Teilnahme an einem Landesexamen in Stuttgart. Entsprechend bekommt er zwar einerseits Extraunterricht, aber auch Angelverbot und eine Einschränkung des Umgangs mit seinen Freunden. Jeder blickte auf eine zukünftige herrliche Karriere von Hans, aber nicht auf die verkümmernde Seele des …

Der jüdisch-amerikanische Radio-Moderator Dennis Prager über Evangelikale
Das Leseverhalten der Evangelikalen aus jüdischer Sicht

Dennis Prager ist in Amerika schon jahrzehntelang als konservativer und ungewöhnlicher Radiomoderator bekannt. Seine Analyse des Leseverhaltens evangelikaler Christen dürfte global ins Schwarze treffen. Entdeckt, via Monergism: „Eine Sache, die mir bei Evangelikalen aufgefallen ist, ist, dass sie nicht lesen. Sie lesen die Bibel nicht, sie lesen die großen christlichen Denker nicht, sie haben noch nie von Aquin gehört. Wenn sie Presbyterianer sind, haben sie noch nie die Begründer des Presbyterianismus gelesen. Das kann ich nicht verstehen. Als Jude ist das für mich verwirrend. Das Gebot des Studiums ist im Judentum so tief verwurzelt, dass wir uns in das Studium vertiefen. Gott hat uns ein Gehirn gegeben, sollen wir es nicht in seinem Dienst einsetzen? Wenn ich das Haus eines evangelikalen Christen betrete und insgesamt 30 Bücher sehe, die meisten davon Bestseller, verstehe ich das nicht. Ich habe Bücherregale mit christlichen Büchern, und ich bin Jude. Warum habe ich mehr christliche Bücher als 98 % der Christen in Amerika? Das ist so seltsam für mich.“ O-Ton: