Alle Artikel in: Zitate

„Aber wenn es um Gottes Urteil ginge, habe jeder freilich eine Ausrede…“

Herman J. Selderhuis über Johannes Calvin und seine Zuhörer

„Cal­vin näm­lich äußer­te sehr hef­ti­ge Kri­tik an sei­ner Hörer­schaft. Er frag­te sich, ob sie wohl über­haupt zuhör­ten. Gewiss, in Genf wer­de das Evan­ge­li­um gepre­digt, „aber was hat man davon, wenn nie­mand was damit anfängt“(1)? Die Men­schen gin­gen ein­zig zur Kir­che, weil sie es so gewohnt sei­en. Es sei ein Ritu­al gewor­den, und daher  „kom­men sie […]

„Gottes Wort wird ohne Anfechtung nicht gelernt“

Martin Luther über die Anfechtungen

In den letz­ten Wochen befie­len mich Anfech­tun­gen, die ich in die­ser Inten­si­tät schon vie­le Jah­re nicht erlebt habe. In C.S. Lewis‘ Dienst­an­wei­sung an den Unter­teu­fel wird der Unter­teu­fel letz­ten Endes für sein Ver­sa­gen vom Ober­teu­fel auf­ge­fres­sen. Das Bild eines Teu­fels, der einen samt Haut und Haar fres­sen will, schwebt mir häu­fig in mei­nen Anfech­tun­gen. Man […]

„Hinter ihm hergehen, das ist etwas schlechthin Inhaltloses“

Dietrich Bonhoeffer über die Wahl des Zöllners Matthäus Levi

Im ers­ten Kapi­tel sei­nes 1937 erschie­nen Wer­kes „Nach­fol­ge“ hält D. Bon­hoef­fer zum „Ruf in die Nach­fol­ge“ am Bei­spiel des Zöll­ners Levi fest: Der Ruf ergeht, und ohne jede wei­te­re Ver­mitt­lung folgt die gehor­sa­me Tat des Geru­fe­nen. Die Ant­wort des Jün­gers ist nicht ein gespro­che­nes Bekennt­nis des Glau­bens an Jesus, son­dern das gehor­sa­me Tun. Wie ist […]

„Das Wort hat es alles gewirkt und ausgerichtet“

Luthers Invokavitpredigten

Sum­ma sum­ma­rum: pre­di­gen will ichs, sagen will ichs, schrei­ben will ichs. Aber zwin­gen, mit Gewalt drin­gen will ich nie­mand, denn der Glau­be will wil­lig, unge­nö­tigt ange­nom­men wer­den. Nehmt (Euch) ein Bei­spiel an mir. Ich bin dem Ablaß und allen Papis­ten ent­ge­gen gewe­sen, aber mit kei­ner Gewalt, ich habe allein Got­tes Wort getrie­ben, gepre­digt und geschrie­ben, […]

„In der Gewissheit, dass unsere Sünden durch Sein Opfer vergeben sind, finden wir Ruhe und Heilssicherheit.“

Jean Calvins Schreiben an den Duke of Somerset

Nach dem Tode Hein­rich VIII 1547 wur­de Edu­ard VI, als ein­zi­ger Sohn Hein­richs bereits mit 9 Jah­ren König von Eng­land und Irland. In die­sem Alter hat­te er natür­lich nur reprä­sen­ta­ti­ve Funk­tio­nen, die eigent­li­che Macht hat­te in den ers­ten 2,5 Jah­ren sei­ner Herr­schaft Edu­ard Sey­mor, Duke (in etwa Her­zog) of Somerset, in der Funk­ti­on eines Lord­pro­tec­tors mit […]

„Gott Abrahams, Gott Isaaks, Gott Jakobs, nicht der Philosophen und Gelehrten.“

Blaise Pascals Mémorial

Beein­druckt bin ich von der mys­ti­schen Erfah­rung Pas­cals, die er in einem Memo­ri­al fest­hielt, wel­ches er in das Fut­ter sei­nes Rockes ein­ge­näht hat­te. Erst nach sei­nem Tode, ent­deck­te ein Die­ner die­se zufäl­lig: „Jahr der Gna­de 1654 Mon­tag, den 23. Novem­ber, Tag des hei­li­gen Kle­mens, Papst und Mär­ty­rer, und ande­rer im Mar­ty­ro­lo­gi­um. Vor­abend des Tages des hei­li­gen […]

Wilhelm Busch über Christus im AT

Erneut erschüt­tert las ich vor kur­zem zum wie­der­hol­ten Male die­sen Text von Wil­helm Busch! Welch har­ter Kampf hier statt­fand! Wie kämp­fen wir heu­te um die Kraft des übena­tür­li­chen Wor­tes Got­tes? Als ich – ein jun­ger Theo­lo­ge – die Uni­ver­si­tät ver­ließ, hat­te ich in den Vor­le­sun­gen über das Alte Tes­ta­ment gelernt, dass man in den fünf […]

Ein christliches Lied, das Deutschland zur Buße ermahnt

Ein Lied von Johann Walter aus dem Jahr 1561

Es ist schon eini­ge Jahr­hun­der­te her, es war im Jahr 1561, da ver­fass­te Johann Wal­ter im Rück­blick auf die damals gera­de von Gott geschenk­te Refor­ma­ti­on das fol­gen­de Gedicht:  1. Wach auf, wach auf, du deut­sches Land! Du hast genug geschla­fen, bedenk, was Gott an dich gewandt, wozu er dich erschaf­fen. Bedenk, was Gott dir hat gesandt und dir ver­traut sein höchs­tes Pfand, drum magst […]

Können so viele irren?

Aus der Auseinandersetzung zwischen Erasmus von Rotterdam und Martin Luther (Teil 2)

Eine Argu­men­ta­ti­on Luthers gegen die Ein­wän­de des Eras­mus haben wir hier bereits bespro­chen. Im spä­te­ren Ver­lauf sei­nes Buches, Vom unfrei­en Wil­len, wider­spricht Luther die­sem Ein­wand: Denn es bewegt dich doch gewal­tig, „die sehr lan­ge Rei­he höchst gelehr­ter Män­ner, die man jahr­hun­der­te­lan­ge ein­stim­mig aner­kannt hat; und­ter ihnen waren die bes­ten Ken­ner der Schrift, eben­so die hei­ligs­ten […]

Ist es nützlich, bestimmte Wahrheiten zu unterdrücken?

Aus der Auseinandersetzung zwischen Erasmus von Rotterdam und Martin Luther

Für die Ver­öf­fent­li­chung vom „Vom unfrei­en Wil­len“ bin ich dem Beta­ni­en Ver­lag sehr dank­bar. Dies ist die Ant­wort Luthers auf unter­schied­li­che Argu­men­te des Eras­mus von Rot­ter­dam, der (ent­ge­gen der dama­li­gen offi­zi­el­len katho­li­schen Mei­nung) für den Frei­en Wil­len schrieb, vor allem aber die Gele­gen­heit nutz­te, Luther und Kon­sor­ten zu denun­zie­ren. In sei­ner Argu­men­ta­ti­on führt Eras­mus unter […]