Alle Artikel in: Zeitgeschehen

„Aber wer sich lange dumm stellt, wird vielleicht eines Tages wirklich dumm“

Die Schild­bür­ger sind ursprüng­lich für ihre Klug­heit weit­hin bekannt und wer­den über­all in der Welt gefragt um mit ihrer Klug­heit die Din­ge zu regeln. Doch Schil­da, ihr Hei­mat­ort geht dadurch den Bach run­ter. Also muss etwas unter­nom­men wer­den. Die Schild­bür­ger neh­men sich nun vor, sich beson­ders dumm zu stel­len. Allen sagt der Plan zu, außer dem Leh­rer, der ein­wen­det: „Wer klug tut, wir davon noch lan­ge nicht klug.Aber wer sich lan­ge dumm stellt, wird viel­leicht eines Tages wirk­lich dumm“. Die ande­ren lach­ten ihn aus. „Seht, es fängt schon an.“ „Was?“, mein­te der Schmied neu­gie­rig. „Eure Dumm­heit“, rief der Leh­rer. Da lach­ten sie ihn alle aus. Als ers­te Dumm­heit beschließt man den Bau eines drei­ecki­gen Rat­hau­ses ohne Fens­ter. Die­ser wird bald eine welt­be­kann­te Kurio­si­tät und spült Geld in die Stadt­kas­se: >„So wur­den die Schild­bür­ger zwar nicht wegen ihres drei­ecki­gen Rat­hau­ses, son­dern viel­mehr wegen ihrer ver­ges­se­nen Fens­ter berühmt. Es dau­er­te nicht lan­ge, so kamen auch schon die ers­ten Rei­sen­den nach Schil­da, bestaun­ten die Ein­woh­ner, über­nach­te­ten und lie­ßen über­haupt ein gutes Stück Geld in der Stadt. „Seht ihr“, sagte …

Not a Fan!

Ich habe mir schon län­ger über­legt über die­ses The­ma einen Arti­kel zu schrei­ben. Der Skan­dal um Ravi Zacha­ri­as macht mir deut­lich, dass ich eher unnö­tig lang gezö­gert habe: Und sollt nie­mand Vater hei­ßen auf Erden, denn einer ist euer Vater, der im Him­mel ist. (Mt. 23,9) Was kann aus Naza­reth schon Gutes kom­men? (Joh. 1,46) Manch­mal fra­ge ich mich, ob gera­de die Abwe­sen­heit eines for­mel­len Papst­tums uns Evan­ge­li­ka­le der­art anfäl­lig für den Per­so­nen­kult macht? Bevor ich hier über­haupt wage, auf jemand ande­ren mit dem Fin­ger zu zei­gen, wird mir mein göt­zen­die­ne­ri­sches Herz auf beschä­men­de Wei­se bewusst. Mir ist es neu­lich beim Lesen von„Schmeckt und Seht“ auf­ge­fal­len, dass John Piper völ­lig über­flüs­si­ge und unnö­ti­ge Hin­wei­se auf C.S. Lewis gibt. Auf S. 76 und 78 z.B. fin­det sich zuerst ein Ver­weis dar­über, wie wich­tig es ist über die „gewöhn­li­che all­täg­li­che Schöp­fung“, wie Bäu­me zu stau­nen, und im zwei­ten Fall, wie wich­tig es ist, gute Bücher zu lesen. In bei­den Fäl­len hielt Piper einen Ver­weis auf Lewis für not­wen­dig, obwohl der Arti­kel expli­zit über das Leben eines völ­lig anderen …

Meine Real Life Story (und die Sache mit Gott) 

Phil­ipp Micken­be­cker ist 23 Jah­re alt; mit sei­nem Bru­der Johan­nes und Freun­den betreibt er einen You­Tube Kanal mit Mil­lio­nen­reich­wei­te (The Real Life Guys). Auf ihrem Kanal bau­en sie ein U‑Boot, brin­gen eine Bade­wan­ne zum Flie­gen, oder kon­stru­ie­ren eine Ach­ter­bahn in einem Bau­markt. Dabei wol­len sie Jugend­li­che dazu moti­vie­ren, statt ihre Zeit vor dem Bild­schirm zu ver­brin­gen, sich zurück ins rea­le Leben zu bege­ben, und sel­ber Din­ge zu unter­neh­men. Ihr Mot­to: «Do Some­thing». Phil­ipp bekam Mit­te 2020 sei­ne drit­te Krebs­dia­gno­se. Kurz davor ver­öf­fent­lich­te er sei­ne per­sön­li­che Real Life Sto­ry. Ich habe das Hör­buch dazu auf Spoti­fy ange­hört, dass der Autor sel­ber vor­liest.   Phil­ipp wuchs in einem christ­li­chen Eltern­haus auf und wur­de anfangs zu Hau­se unter­rich­tet. Doch ab der vier­ten Klas­se muss­ten er und sei­ne Geschwis­ter (neben sei­nem Zwil­lings­bru­der Johan­nes hat­te er noch eine Schwes­ter) an eine offi­zi­el­le Schu­le wech­seln, weil Home­schoo­ling in Deutsch­land nicht erlaubt ist. Zuhau­se lern­ten sie aus Inter­es­se. An der neu­en Schu­le wur­de die­ses Prin­zip umge­kehrt: die Leh­rer ver­ord­ne­ten den Lern­stoff. Die Schu­le wur­de, wie er schreibt, für sie zum Gefäng­nis. Aus Lan­ge­wei­le gestal­te­ten sie sich den Schul­all­tag selbst spannender, …

Christus ist das Haupt der Kirche, nicht Cäsar

Wil­fried Plock hat mich auf die­se legen­dä­re Akti­on von John F. MacAr­thur auf­merk­sam gemacht. Dan­ke dafür! Die Reak­ti­on der GCC (Grace Com­mu­ni­ty Church) ist ange­sichts der aktu­ell ver­an­lass­ten unbe­fris­te­ten und voll­stän­di­gen Ver­samm­lungs­ver­bo­te in Kali­for­ni­en nach­voll­zieh­bar: Das ers­te Ver­samm­lungs­ver­bot für Groß­ver­an­stal­tun­gen (ein­ge­schlos­sen Got­tes­diens­te) galt, ähn­lich wie in Deutsch­land, für April/Mai die­sen Jah­res. Dabei wur­de vor­aus­ge­setzt, dass die neu erlas­se­nen Rege­lun­gen zeit­lich befris­tet sind und schritt­wei­se gelo­ckert wer­den. Im Juni und zu Beginn des Juli konn­ten Got­tes­diens­te unter beson­de­ren Maß­nah­men wie­der statt­fin­den. Das nach­fol­gen­de State­ment bezieht sich auf eine erneu­te, zwei­te Sper­re, die im Juli erlas­sen wur­de und nun spe­zi­ell und unbe­fris­tet jeg­li­che Aus­übung von Reli­­­gi­ons-ver­­an­stal­­tun­­­gen, ein­schließ­lich Got­tes­diens­ten und ande­ren Gemein­de­ver­an­stal­tun­gen, in Kali­for­ni­en ver­bie­tet. Die GCC stellt in ihrer Stel­lungs­nah­me klar: „Die bibli­sche Ver­pflich­tung für unse­re Kir­chen offen zu blei­ben Chris­tus ist Herr über alles. Er ist das ein­zi­ge wah­re Haupt der Kir­che (Ephe­ser 1,22; 5,23; Kolos­ser 1,18). Er ist der König der Köni­ge — Herr­scher über jede irdi­sche Auto­ri­tät (1.Timotheus 6,15; Offen­ba­rung 17,14; 19,16). Die Grace Com­mu­ni­ty Church steht seit jeher uner­schüt­ter­lich auf die­sen bibli­schen Prin­zi­pi­en. Als sein Volk sind …

„Ungerechtigkeit irgendwo ist ein Angriff auf die Gerechtigkeit überall“

Durch eine Pre­digt von Tim Kel­ler bin ich auf einen offe­nen Brief von Mar­tin Luther King Jr. auf­merk­sam gewor­den, denn er am 16.04.1963 ver­fasst hat. Die­ser Brief ist eine Reak­ti­on auf einen Auf­ruf zur Ein­heit, den King ins Gefäng­nis geschmug­gelt bekom­men hat. Dort wur­de er auf­ge­for­dert, den Kampf für Bür­ger­rech­te aus­schließ­lich vor Gericht und nicht auf der Stra­ße zu füh­ren. Mehr zu den Hin­ter­grün­den fin­det sich auf Wiki­pe­dia. Der voll­stän­di­ge Brief fin­det sich hier. Ich habe eini­ge Aus­zü­ge die­ses Brie­fes über­setzt, mit dem King sei­nen Wider­stand begrün­det. Ich glau­be King bleibt für uns ein Lehr­meis­ter. Zunächst: King bleibt trotz Unver­ständ­nis und unter Druck sach­lich und freund­lich und doch bestimmt, wie die Ein­lei­tung sei­nes Brie­fes zeigt: „Mei­ne lie­ben Mit­pfar­rer: Wäh­rend mei­ner Ver­wah­rung hier im Gefäng­nis von Bir­ming­ham City, stieß ich auf eure kürz­li­che Aus­sa­ge, die mei­ne letz­ten Tätig­kei­ten als „unwei­se und  unpas­send ver­früht“ bezeich­net. Ich hal­te nur sel­ten inne um auf Kri­tik an mei­ner Arbeit und mei­nen Ideen ein­zu­ge­hen. Wenn ich ver­su­chen wür­de, alle Kri­tik zu beant­wor­ten, die an mei­nen Büro­tisch gelangt, hät­ten mei­ne Sekre­tä­re kaum noch …

Die Nachkommen von Sem, Ham und Japhet

Edit: Aktua­li­sie­rung des Arti­kels am 21.09.2021: Vor allem sprach­li­che Anpas­sung Mei­nen Schul­at­las von Diercke, auf­ge­legt im Jahr 1992 durf­te ich nach mei­ner Schul­zeit behal­ten. Fas­zi­niert hat mich damals schon eine beson­de­re Sei­te: Diercke ver­wen­det den heu­te nega­tiv belas­te­ten Begriff „Ras­se“. Das man den Sozi­al­dar­wi­nis­mus als ver­al­tet ablehnt, ist an sich ein Grund zur Hoff­nung für uns Chris­ten, dass man hof­fent­lich auch den bio­lo­gi­schen Dar­wi­nis­mus irgend­wann als irri­gen Weg abtut und end­lich anfängt einen Schöp­fer­gott zu ehren. (Ver­gleicht die­sen Wiki­­pe­­dia-Arti­­kel). Doch um die­se Debat­te geht es mir nicht im min­des­ten, und ich möch­te mich an die­ser Stel­le auch klar zum  Arti­kel 2, Absatz 1 der Erklä­rung über „Ras­sen“ und ras­sis­ti­sche Vor­ur­tei­le der UNESCO beken­nen.  Mir geht es um eine inter­es­san­te Par­al­le­le des Atlas mit dem bibli­schen Bericht. Diercke bestä­tigt den bibli­schen Bericht mehr­fach: Diercke erkennt drei gro­ße Lini­en der Mensch­heit an Ein genau­er Blick auf die Kar­te zeigt auch den Berüh­rungs­punkt die­ser drei Lini­en, näm­lich im Nahen Osten. Ob man das eher Rich­tung Ara­rat oder Kana­an ein­ord­nen möch­te über­las­se ich mei­nen Lesern. Aber eine sehr ähn­li­che Kar­te fin­det man im Bibelatlas …

Nachruf für Helmuth Egelkraut

Am 2. Novem­ber 2018 ist Prof. Dr. Hel­muth Egel­kraut (02.05.1938 — 02.11.2018) plötz­lich ver­stor­ben. Die Nach­richt ereil­te mich uner­war­tet. Denn er war noch weni­ge Tage und Wochen vor­her aktiv und unter­wegs, um in Semi­na­ren und Gemein­den Vor­trä­ge zu hal­ten. Ich bin Gott sehr dank­bar, ihn in drei Semi­na­ren als Leh­rer gehabt zu haben. Es waren inten­si­ve Zei­ten und sehr lehr­rei­che Stun­den gewe­sen. Immer wie­der beton­te er sein Dik­tum: Kein Bibel­ver­ständ­nis ohne Bibel­kennt­nis! So bestand ein gro­ßer Teil der Haus­auf­ga­ben aus Bibel­lek­tü­re. Und wenn er am Pult stand, dann war sei­ne klei­ne zer­le­se­ne und stark mar­kier­te Luther­bi­bel im Zen­trum. Bei ihm kamen Bibel­kennt­nis und Bibel­ver­ständ­nis zusam­men. Bei jeder Fra­ge, die ihm gestellt wur­de, stand die Ant­wort ganz im Zei­chen der Schrift, auch wenn er immer wie­der zusätz­lich auf sei­nen rei­chen Erfah­rungs­fun­des zurück­grei­fen konn­te. Wenn er von sei­ner Bekeh­rung erzähl­te und der ers­ten Zeit im Bibel­kreis, dann strahl­ten sei­ne Augen. Wenn er dann aus sei­nem nächs­ten Lebens­ab­schnitt als Mis­sio­nar in Papua-Neu­­gui­­nea berich­te­te, dann sah er die­se Zeit im Nach­hin­ein als Vor­be­rei­tung auf die spä­te­re Aus­bil­dung von Mis­sio­na­ren. Und ich fragte …

Von Büchern und Unbüchern

Immer wie­der kann man nur stau­nen über grau­si­ge Pre­dig­ten in teil­wei­se gut gefüll­ten Kir­chen­sä­len. Wir Evan­ge­li­ka­le müs­sen immer wie­der mit mage­rer Spei­se zurecht­kom­men, weil der Pre­di­ger den Auf­trag Chris­ti ver­gisst: „Gebt Ihr Ihnen zu essen!“. Doch auch der Bücher­markt ist nicht unbe­dingt mit zu viel Ehre aus­ge­zeich­net, was die Qua­li­tät zahl­rei­cher christ­li­cher Wer­ke angeht. Immer wie­der ärge­re ich mich über man­gel­haf­te christ­li­che Lite­ra­tur, die trotz­dem gekauft und gele­sen wird, wobei ich mich manch­mal fra­ge, ob Men­schen die sagen, lesen wäre lang­wei­lig und wenig erbau­end, genau sol­che Bücher hat­ten, und eigent­lich mei­nen, das Lesen bestimm­ter Bücher wäre lang­wei­lig und unnö­tig. Denn das ist wirk­lich, dass auf dem sowie­so dünn besie­del­ten christ­li­chen Bücher­markt noch ein Hau­fen lee­rer Hop­fen gedeiht: Zum Lesen nicht zu emp­feh­len, zum Ver­bren­nen ein zu gerin­ger Heiz­wert. Ich möch­te in die­sem Arti­kel eini­ge Kri­te­ri­en vor­stel­len, die ein Buch auf der Lesens­wert­ska­la deut­lich nach unten sin­ken las­sen. Außer­dem hof­fe ich dadurch, Kri­te­ri­en her­aus­ar­bei­ten zu kön­nen, nach denen man Autoren und ihre Lite­ra­tur bewer­ten kann.

Die Gemeinschaft der Heiligen

Um einem Miss­ver­ständ­nis, der in den letz­ten Arti­keln mög­li­cher­wei­se ent­stan­den ist, vor­zu­beu­gen, ist wohl die­ser Arti­kel nötig. Über­haupt kann man sich fra­gen, war­um ich in einem Blog, dass vor­nehm­lich Lite­ra­tur bespricht, mich mit Dis­pen­sa­tio­na­lis­mus und ande­ren The­men aus­ein­an­der­set­ze. Nun die Ant­wort soll­te eigent­lich auf der Hand lie­gen: Wenn ich ein Buch auf­ma­che, und dies gilt für christ­li­che Lite­ra­tur im beson­de­ren Maße, möch­te ich wis­sen, wer der Autor ist. Wie sein Ver­hält­nis zur Hei­li­gen Schrift ist, ist dabei in beson­de­rem Maße wich­tig. Somit ver­su­che ich immer mög­lichst vie­le Infor­ma­tio­nen zum Autor zu bekom­men. Sein theo­lo­gi­scher Hin­ter­grund ist dabei in hohem Maße rele­vant. Was mir beson­ders wich­tig ist, ist zudem die Gemein­de, die der Autor ist. Viel­leicht soll­te man es anders aus­drü­cken. Ich möch­te wis­sen, wie er zur Orts­ge­mein­de steht, wel­che Ord­nung dort vor­herrscht, wie Gemein­de­zucht gehand­habt wird, wie die Got­tes­diens­te durch­ge­führt wer­den, wie mis­sio­niert wird usw. Somit wür­de ich nie­mals ein reli­giö­ses Werk lesen, des­sen Autor gemein­de­los ist.

Bruder unter Brüdern

Zunächst soll­te ich erklä­ren, dass ich kei­ne christ­li­chen Wur­zeln habe. Weder mei­ne Mut­ter, noch mei­ne Oma, noch irgend­ein ent­fern­ter Onkel waren oder sind Chris­ten. Als ich mit 16 Jah­ren zum Glau­ben kam, war vie­les für mich neu. Ja ich wür­de sogar sagen, dass es kein Ele­ment des Glau­bens und des Han­delns als Christ gibt, was ich nicht neu ler­nen muss­te. Ange­fan­gen vom Ver­zicht auf Not­lü­gen bis zur Ände­rung der Aus­drucks­wei­se. Auch wäre es gelo­gen, zu behaup­ten, dass der Pro­zess fer­tig ist. Wenn ich jedoch rück­bli­ckend einen Feh­ler wie­der­holt began­gen habe, dann den, mehr auf erfah­re­ne Brü­der zu hören als auf die Stim­me des Hei­li­gen Geis­tes durch sein Wort. Prin­zi­pi­ell ging ich nach mei­ner Bekeh­rung immer davon aus, dass mich ein Bru­der beleh­ren muss, wie man die Schrift nun kor­rekt zu ver­ste­hen hat. Nun stimmt es, dass Gott Leh­rer ein­ge­setzt hat, aber durch die Gemein­schaft mit Chris­tus in sei­nem Wort, ist jeder Christ in der Lage den voll­kom­me­nen und wun­der­ba­ren Wil­len Got­tes zu erfas­sen und zudem auch die Kraft zu bekom­men, sei­nen Wil­len zu tun. Ich kam …