Alle Artikel in: Biblische Lehre

Fünf Finger zeigen zum Himmel

Seit Jahr­hun­der­ten tobt er, tau­sen­de von Sei­ten sind über ihn geschrie­ben und er war, ist und wird ein Dau­er­bren­ner unter Chris­ten blei­ben: Got­tes sou­ve­rä­ne Gna­den­wahl. Pfar­rer Cor­ne­li­us Son­ne­velt ist es in sei­nem Büch­lein „Fünf Fin­ger zei­gen zum Him­mel“ gelun­gen, klar und ein­fach die Tat­sa­chen der Bibel zu die­sem The­ma auf den Punkt zu brin­gen. Sonn­ne­velt behan­delt das soge­nann­te TULIP, die fünf zen­tra­len Punk­te des Cal­vi­nis­mus, und stellt die Leh­re von der frei­en und sou­ve­rä­nen Gna­de in kom­pri­mier­ter Form vor. Dies ist umso wich­ti­ger, denn „gera­de auch heu­te wird die bibli­sche Sicht über das sou­ve­rä­ne Heils­wir­ken Got­tes nicht gern gehört, sogar von Tei­len der evan­ge­li­schen Chris­ten­heit offen negiert“. Die Aus­füh­run­gen des Autoren sind anschau­lich, anspre­chend und vor allem ver­ständ­lich. Er argu­men­tiert immer aus­ge­hend von kla­ren Bibel­stel­len und scheut sich nicht, auch kri­ti­sche Anfra­gen an das „Lehr­sys­tem“ zuzu­las­sen. Ange­nehm emp­fand der Rezen­sent den Ton­fall, da er zwar bestim­mend, aber nicht ankla­gend oder ver­let­zen gegen­über ande­ren Sicht­wei­sen ist… Wei­ter­le­sen auf lesendglauben.de

Biblische Lehre systematisch auf den Punkt gebracht

In Zukunft wol­len wir hier auf NIMM-LIES auch regel­mä­ßig auf Rezen­sio­nen von lesendglauben.de ver­wei­sen. Heu­te fan­ge ich mit Hen­rik Mohns Rezen­si­on über die vor kur­zem erschie­ne­ne Dog­ma­tik von MacAr­thur und May­hue an: „1360 Sei­ten, knapp 3.000g und die theo­lo­gi­sche Erkennt­nis aus über fünf Jahr­zehn­ten der Aus­le­gung und Erfor­schung der Hei­li­gen Schrift. John MacAr­thur und Richard May­hue legen mit „Bibli­sche Leh­re“ einen theo­lo­gi­schen Mei­len­stein in der deut­schen Theo­lo­gie­ge­schich­te. Der Grund dafür ist recht ein­fach: Es gibt nicht vie­le sys­te­ma­ti­sche Theo­lo­gien auf Deutsch, die von einem kom­pro­miss­lo­sen Bibel­glau­ben und Ver­trau­en in Got­tes Wort ver­fasst sind. Wer „Bibli­sche Leh­re“ auf sei­nem Tisch abge­legt hat, kommt aus dem Stau­nen vor­erst nicht her­aus. Das liegt nicht an Wucht und Grö­ße des Wer­kes, son­dern viel­mehr dar­an, dass hier ein „Opus vor­liegt, das ein drin­gend benö­tig­tes Gegen­mit­tel zu einem post­mo­der­nen ver­un­si­cher­ten Neo­evan­ge­li­ka­lis­mus dar­stellt“, so Pas­tor Wolfang Nest­vo­gel. Zunächst sei­en die fünf Aus­le­gungs­prin­zi­pi­en genannt, die die Autoren in ihrer Erklä­rung bibli­scher Offen­ba­rung und Leh­re lei­te­ten, denn ihre Über­zeu­gung ist „ein uner­schüt­ter­li­ches Ver­trau­en auf Got­tes irr­tums­lo­ses und unfehl­ba­res Wort“. Des­halb fol­gen sie dem: ·       Lite­ral­prin­zip, das die Bibel in …

Corona und Christus

„Der Grund, war­um wir es alle ver­die­nen, umzu­kom­men, ist nicht eine Lis­te von Regel­ver­stö­ßen, son­dern der unend­li­che Wert, den wir ver­ach­tet haben – der unend­li­che Wert all des­sen, was Gott für uns in Jesus Chris­tus bedeu­tet“ (J. Piper in Coro­na und Chris­tus, S 64f.)  John Piper hat unmit­tel­bar nach Aus­bruch der Coro­­na-Kri­­se ein Buch über die­ses alles beherr­schen­de The­ma ver­fasst. Gera­de weil wir lang­sam anfan­gen, uns auf ein Leben mit dem Virus ein­zu­stel­len, freue ich mich auf die deut­sche Über­set­zung des Buches, die von E21 der­art schnell rea­li­siert wur­de. Hut ab! Pipers Ant­wort ist in vie­ler­lei Wei­se befrei­end: Er ver­weist immer wie­der dar­auf, dass es sich lohnt, Gott zu ver­trau­en. Gott ist ein uner­schüt­ter­li­cher Fels, des­sen Wort abso­lut zuver­läs­sig ist. Hier zei­gen 50 Jah­re Pas­to­ren­dienst ihre fei­nen und sen­si­blen Früch­te. Damit unter­schei­det sich Pipers Ansatz mei­nes Erach­tens deut­lich von dem Ansatz des evan­ge­li­ka­len Fun­da­men­ta­lis­mus hier­zu­lan­de, der kei­ne Ant­wort auf die Pan­de­mie geben kann und ich wür­de hin­zu­fü­gen, auch kei­ne Ant­wort geben will. Ein Bei­spiel: Bereits am 22.03.2020 ver­öf­fent­lich­te die EFK Ried­lin­gen auf You­tube eine Pre­digt, die sich …

Ressourcen zur Bundestheologie

„As the dis­pen­sa­tio­nal per­spec­ti­ve is being eva­lua­ted, it should not be for­got­ten that covenant theo­lo­gi­ans and dis­pen­sa­tio­na­lists stand side by side in affir­ming the essen­ti­als of the Chris­ti­an faith. Very often the­se two groups wit­hin Chris­ten­dom stand alo­ne in oppo­si­ti­on to the inroads of moder­nism, neo-evan­­ge­­li­­ca­­lism, and emo­tio­na­lism. Covenant theo­lo­gi­ans and dis­pen­sa­tio­na­lists should hold in hig­hest regard the scho­l­ar­ly and evan­ge­li­cal pro­duc­ti­vi­ty of one ano­t­her. It may be hoped that con­ti­nuing inter­chan­ge may be based on love and respect.“ Robert­son, O. P. (1980). The Christ of the Coven­ants (S. 201 – 202).  Aktu­ell möch­te ich ver­tieft in das Leben Abra­hams ein­tau­chen. Das Leben Abra­hams zir­ku­liert um den Bun­des­schluss mit Gott. Im zwölf­ten Kapi­tel wird Segen ver­hei­ßen, im fünf­zehn­ten Kapi­tel ein­sei­tig durch Gott bestä­tigt, im sieb­zehn­ten bekommt Abra­ham das Bun­des­zei­chen und einen neu­en Namen, und nach­dem er sei­ne Treue und Hin­ga­be („wand­le vor mir und sei fromm“, 1 Mo. 17,1) beweißt, bekräf­tigt Gott sei­ne Ver­hei­ßun­gen mit einem Schwur. „Die aus dem Glau­ben sind, das sind Abra­hams Kin­der.“ (Gal. 3,7) Vor eini­gen Jah­ren mach­te J. Ligon Dun­cans Buch „Covenant Theology“ …

Verteidigung der Trinität, der Wahrheit, des Denkens und der Tollheit

2019 war für mich durch das Lesen (und Hören) der Wer­ke von Carl R. Tru­e­man geprägt. Es ist ein neu­es Ereig­nis, sich aus­führ­li­cher mit ein und dem sel­ben Autor zu beschäf­ti­gen (viel­leicht müss­te man Mar­tin Luther aus­neh­men, in dem Fall mei­ne ich ein und den sel­ben zeit­ge­nös­si­schen Autor). Moti­viert haben mich die Autoren­pro­fi­le von Han­ni­el, mit dem Ziel, sich durch ein Gesamt­werk durch­zu­ar­bei­ten. Doch an das umfang­rei­che Werk von z.B. Car­son wag­te ich mich zunächst nicht. Somit ein Quick-Review über den Autor, Dozen­ten, Pas­tor, Pre­di­ger und Blog­ger Trueman:

Der Tempel aller Zeiten

Heu­te wie­der eine Gast­re­zen­si­on: Ein Bru­der emp­fahl mir „Der Tem­pel aller Zei­ten“, als er mein Inter­es­se am The­ma bemerk­te. Seit ich „Der Mes­si­as im Tem­pel“ von Roger Lie­bi gele­sen hat­te, lese ich die Bibel mit ande­ren Augen und erwei­ter­tem Hori­zont. Hin­zu kamen eige­ne ‒ frei­lich beschei­de­ne­re ‒ Stu­di­en hin­zu, die mei­nen Blick wei­ter schärf­ten. Ein grund­le­gen­des Inter­es­se an der Mate­rie ist also von Vor­teil, möch­te man das Buch in die Hand nehmen.

Tipp: Liebe deinen Körper

Die Gesell­schaft hat bei der Sicht auf den mensch­li­chen Kör­per einen nach­christ­li­chen Weg beschrit­ten. Die Aus­wüch­se sind Trans­gen­de­ris­mus, eine Auf­­­reiß-Kul­­tur, Homo­se­xua­li­tät, Abtrei­bung und Eutha­na­sie. Abtrei­bungs­be­für­wor­ter behaup­ten, dass das unge­bo­re­ne Leben zwar ein Mensch sei, aber kei­ne Per­son – daher wäre es ver­tret­bar, es zu töten. Ver­tre­ter des Trans­gen­de­ris­mus füh­ren an, dass die männ­li­che oder weib­li­che Per­son nicht zwin­gend mit dem bio­lo­gi­schen Kör­per über­ein­stimmt – Geschlechts­um­wand­lun­gen wären daher eine Lösung. Auf­grund der Zwei­tei­lung wird am Ende des Lebens die Eutha­na­sie ange­wandt, da der Mensch nach dem Ver­lust von gewis­sen Fähig­kei­ten den „Sta­tus“ als Per­son ver­lie­ren wür­de. Die im deutsch­spra­chi­gen Raum nur wenig bekann­te Best­sel­ler­au­torin Nan­cy R. Pear­cy kon­fron­tiert auf über 400 Sei­ten das säku­la­re Dog­ma der Zwei­tei­lung von Kör­per und Person/Geist mit der chris­t­­lich-bibli­­schen Sicht auf den Kör­per. Die von Fran­cis Scha­ef­fer (L’A­b­ri) gepräg­te Autorin hat ein gut ver­ständ­li­ches Buch ver­fasst und mit zahl­rei­chen Quel­len belegt. Beim Lesen tuen sich ethi­sche Abgrün­de auf, die nicht für jeder­mann ver­träg­lich sind. Ins­be­son­de­re Pre­di­ger und Ältes­te, Leh­rer und Stu­den­ten soll­ten es lesen um einen chris­t­­lich-bibli­­schen Gegen­ent­wurf mit einer gesun­den Liebe …

Ein aufrichtiger Zweifler

Bei der Glau­bens­stim­me fand ich die­se Pre­digt Fritz Bin­des zu Joh 1,43−51, der ers­ten Begeg­nung Jesu mit sei­nen spä­te­ren Jün­gern Phil­ip­pus und Natha­na­el. Mit der Über­schrift hat Bin­de bereits sein Anlie­gen die­ser Pre­digt umris­sen: Die Wand­lung des Natha­na­el vom Zwei­fel zum Glau­ben. Bin­de arbei­tet gut den inne­ren Kon­flikt Natha­na­els her­aus, der ja durch­aus auf „Argu­men­ten“ baut: Sei­ne Zwei­fel sind ihm nie wert­vol­ler Besitz, des­sen er sich freut und rühmt. Nim­mer­mehr schei­nen sie ihm Ziel sei­nes Den­kens und Suchens, son­dern immer nur bedau­er­li­ches Hin­der­nis auf dem Wege (Kind­le Posi­ti­on 69) Nein, nein, der auf­rich­ti­ge Zweif­ler zwei­felt nicht, um zu zwei­feln! Es geht ihm nicht um sei­ne Zwei­fel, son­dern um die zu fin­den­de Wahr­heit! (87) Und kühl ant­wor­tet der auf­rich­ti­ge Zweif­ler Natha­na­el: „Was kann von Naza­reth Gutes kom­men?“ Mag sein, daß Natha­na­el damit sagen woll­te: „Was kann aus solch einem ver­bor­ge­nen, klei­nen Nest kom­men?“ Siche­rer aber ist, daß er kühl in Schrift­nüch­tern­heit mein­te: „Naza­reth besitzt kei­ne Ver­hei­ßung, uns den Mes­si­as zu brin­gen!“ Die­ser Ein­wand war völ­lig berech­tigt, die­ser Zwei­fel biblisch begrün­det. Naza­reth wird im Alten Tes­ta­ment nicht ein­mal dem …

Licht und Recht

Eher zufäl­lig bin ich über die­se wun­der­ba­re und lie­be­voll zusam­men­ge­stell­te Samm­lung an refor­mier­ter Lite­ra­tur aus deut­schen Krei­sen des 19ten Jahr­hun­derts gesto­ßen. Gibt es wirk­lich Zufäl­le, ich mei­ne natür­lich, dass Gott es so führ­te und mich reich beschenk­te mit die­sem guten Mate­ri­al! Andre­as Gram­lich, von dem auf Theo­Blog ein umfang­rei­ches Inter­view zu fin­den ist, sam­mel­te und berei­te­te Unmen­gen an hilf­rei­chem Mate­ri­al von H.F. Kohl­brüg­ge, Adolf Zahn, J. Wichel­haus, Edu­ard Böhl und vie­len wei­te­ren Refor­mier­ten Theo­lo­gen auf. Eine klei­ne Aus­wahl: Chris­to­lo­gie des Alten Tes­ta­ments von Edu­ard Böhl Streif­zü­ge durch das Gebiet der refor­mier­ten Dog­ma­tik von Edu­ard Böhl Zwölf mes­sia­ni­sche Psal­men von Edu­ard Böhl Cal­vins Urtei­le über Luther von Adolph Zahn Betrach­tun­gen über das zwölf­te Kapi­tel des Römer­brie­fes von Adolph Zahn Das drit­te Kapi­tel des ers­ten Buches Mose von H.F. Kohl­brüg­ge Schließ­lich darf die Dog­ma­tik von Edu­ard Böhl nicht uner­wähnt blei­ben. Ich habe mich gleich ins Lesen gestürzt. Vor allem die Chris­to­lo­gie in Böhls Dog­ma­tik beein­druck­te mich sehr. Dar­über erfolgt hier dem­nächst ein eige­ner Beitrag. 

Tipp: Wann ist ein Christ ein Christ?

„In der Tat hör­te man im Jahr 2017 nicht vie­le Stim­men, die sich zur Recht­fer­ti­gung aus Glau­ben, dem eigent­li­chen Kern­the­ma der Refor­ma­ti­on, zu Wort mel­den.“ Die­se Aus­sa­ge von Wolf­gang Nest­vo­gel auf dem Klap­pen­text sei­nes Buches ver­an­lass­te ihn, das The­ma zum 500-jäh­­ri­­gen Refor­ma­ti­ons­ju­bi­lä­um auf­zu­grei­fen und den aktu­el­len Kampf um die Recht­fer­ti­gung aus bibli­schem Ver­ständ­nis zu beleuch­ten und um zu ermu­ti­gen, sich damit aus­ein­an­der­zu­set­zen. Das gut geglie­der­te Buch legt in Kapi­tel 1 und 2 dar, wie Luther und die ande­ren Refor­ma­to­ren die im dunk­len Mit­tel­al­ter lan­ge ver­lo­re­ne Wahr­heit der Recht­fer­ti­gung allein aus Gna­de ohne Wer­ke (sola gra­tia), allein durch Glau­ben (sola fide), allein durch Chris­tus (solus Chris­tus) und allein auf der Grund­la­ge der Schrift (sola scrip­tu­ra) – all dies zur Ehre Got­tes (soli Deo glo­ria) – wie­der neu ent­deck­ten. Die­se fun­da­men­ta­le Wahr­heit der Schrift ist die Offen­ba­rung Got­tes durch sein Wort, das er den Apos­teln durch sei­nen Geist ins Herz leg­te. Dass die Wahr­heit Got­tes im All­ge­mei­nen und das Herz des Evan­ge­li­ums, die Recht­fer­ti­gung des Sün­ders durch den ewi­gen Gott der Gna­de, umkämpft war und nie­mals unwi­der­spro­chen blei­ben wird, ist …