Alle Artikel in: Bibelkommentare

Ein Loblied auf den Jakobusbrief
Die Bibel lesen.

Fast jeder mei­ner Logos-Kom­­men­­ta­­re zum Jako­­bus-Brief nimmt Bezug auf Luthers Gering­schät­zung des Jako­bus­brie­fes. Luther mach­te wenig Hehl dar­aus, dass er nicht viel für die­sen Brief übrig hat­te. Aber lasst ihn dahin fah­ren! Ich will lie­ber Luthers Werk ver­ges­sen und von allen Luthe­ra­nern getrennt sein, als nicht den Jako­bus­brief zu besit­zen. In mei­ner christ­li­chen Bub­ble hat man den Jako­bus­brief immer wert­ge­schätzt. Ein kost­ba­res Erbe mei­ner Kind­heit und russ­land­deut­schen Prä­gung ist es, dass ich sogar ange­hal­ten wur­de, die­sen Brief aus­wen­dig zu ler­nen. Ein loh­nens­wer­ter Invest für gera­de mal 108 Ver­se. Im fol­gen­den möch­te ich skiz­zen­haft davon berich­ten, was ich am Jako­bus­brief wert­schät­ze und auf ein paar Ein­wän­de ein­ge­hen, die uns ggf. vom Lesen und Umset­zen des Jako­bus­brie­fes abhal­ten könn­ten. Seel­sor­ger­li­che Qua­li­tät Der Brief ist kurz, sehr prak­tisch und von uner­war­te­ter seel­sor­ger­li­cher Qua­li­tät. Immer wie­der fal­len mir neue Per­len auf. Eine Aus­wahl. Ver­su­chun­gen als Grund zur Freu­de: Jako­bus ist furcht­bar rea­lis­tisch. Ver­su­chun­gen sind nicht der Aus­nah­me­zu­stand, son­dern die Norm. Ja, Ver­su­chun­gen und Freu­de kön­nen Hand in Hand gehen: „Mei­ne Brü­der und Schwes­tern, erach­tet es für lau­ter Freu­de, wenn ihr …

Stories with Intent

Gegrif­fen habe ich zu die­sem Buch, weil mir auf­fiel, wie häu­fig Jona­than Edwards über Gleich­nis­se pre­dig­te und ich mich hier zunächst sel­ber damit aus­ein­an­der­set­zen woll­te. Das Buch ist Teil mei­ner Logos Biblio­thek und so ist mir womög­lich nicht gleich auf­ge­fal­len, was für ein dicker Wäl­zer das ist. Das ist aber bereits mein ers­tes Lob für die­ses Werk: Es ist wirk­lich com­pre­hen­si­ve, also ver­ständ­lich und leicht zu lesen. Bereits nach weni­gen Tagen habe ich einen Groß­teil des Ein­lei­tungs­ka­pi­tels durch­ge­le­sen sowie die Bespre­chung meh­re­rer Gleich­nis­se. Das Buch besteht aus vier Tei­len: In der Ein­füh­rung bespricht der Autor die Aus­le­gungs­ge­schich­te der Gleich­nis­se, die von zwei Extre­men geprägt ist Einer­seits ein rigo­ro­ses Alle­go­ri­sie­ren aller ein­zel­nen Ele­men­te in einem Gleich­nis. Berühmt dürf­te hier Augus­ti­nus Aus­le­gung des Gleich­nis­ses vom Barm­her­zi­gen Sama­ri­ter sein: Jeri­cho (= Mond) steht für unse­re Sterb­lich­keit und Jeru­sa­lem ist die himm­li­sche Stadt. Der Über­fal­le­ne ist Adam und die Räu­ber sind der Satan und sei­ne Dämo­nen. Der gute Sama­ri­ter ist Chris­tus und der Wirt Apos­tel Pau­lus. (Übri­gens: Snod­grass weist dar­auf hin, dass das Alle­go­ri­sie­ren der Kir­chen­vä­ter im Rah­men der …

Logos 9 ist da!

Unver­än­dert aus dem Ori­gi­nal­ar­ti­kel über­nom­men, mit freund­li­cher Geneh­mi­gung von Jakobs Blog — Mehr Infos über Logos 9 bekommst du hier. Seit 2015 bin ich begeis­ter­ter Logos-Nut­­zer. Seit ges­tern ist die mäch­tigs­te Bibel­soft­ware nun in einer neu­en Ver­si­on ver­füg­bar. Alle Neu­hei­ten kann man direkt hier ein­se­hen. Als Beta-Tes­­ter hat­te ich schon in den ver­gan­ge­nen Mona­ten Zugriff auf Logos 9 und habe mir etli­che neue Fea­tures bereits ange­schaut. Beson­ders das erwei­ter­te Fak­ten­buch ist her­vor­zu­he­ben, mit dem man The­men jetzt noch bes­ser recher­chie­ren kann. Ich freue mich außer­dem sehr, dass der Inter­­li­­ne­ar-Daten­­satz für die Elber­fel­der 2006 in Kür­ze erschei­nen wird. Er hat es nicht mehr recht­zei­tig zum Release geschafft, wird aber in Kür­ze nach­ge­lie­fert (zumin­dest zum NT, AT folgt 2021). So wird die wort­ge­treus­te deut­sche Über­set­zung noch nütz­li­cher, beson­ders als Aus­gangs­punkt für Wort­stu­di­en. Über­haupt gibt es zahl­rei­che neue deut­sche Res­sour­cen. Hin­zu­ge­kom­men ist außer­dem der Pre­digt­ka­len­der. Der Pre­dig­tedi­tor und auch der Noti­ze­di­tor wur­den ver­bes­sert. Ins­ge­samt ist vie­les über­sicht­li­cher und schö­ner gewor­den. Wer einen Ein­blick in die Fea­tures von Logos 9 bekom­men möch­te, schaut am bes­ten hier vor­bei. Links oben kann man auch nach neu­en und ver­bes­ser­ten Fea­tures in …

Walfisch, Rizinus und Niniveh

Für eine Andacht über das Gebets Jonas, habe ich mich durch etwas Mate­ri­al gebohrt. Eine kur­ze Auf­lis­tung: „The Pro­di­gal Pro­phet“ von Tim Kel­ler, habe ich als Hör­buch bei Audi­ble ange­hört. Kel­ler hat nach eige­ner Aus­sa­ge drei mal über das Buch Jona gepre­digt und ver­fass­te das Buch auf Wunsch sei­ner Frau. Vor­teil des Wer­kes: Aus­führ­li­cher Anhang, in dem Jona the­ma­tisch, biblisch theo­lo­gisch betrach­tet wird. Nach­teil: Ich den­ke Kel­ler zieht am Schluß doch zu schnell Sprün­ge zu unse­rer Zeit. Dies kann aber auch am Feh­len der Fuß­no­ten in der Hör­buch­fas­sung lie­gen. Hier bezieht Kel­ler zahl­rei­che wei­ter­ge­hen­de Kom­men­ta­re mit ein. Übri­gens: Im Pre­digt Pod­cast von Kel­ler fin­det sich auch eine Pre­digt über Jona aus den 90ern Jah­ren. Zusätz­lich zum „Pro­di­gal Pro­phet“, kann man so auch eine Ent­wick­lung des The­mas bei Kel­ler betrach­ten. Eine aktu­el­le­re Pre­digt fin­det sich in you­tube. Wenn wir schon bei Pre­dig­ten sind. Der Vier­tei­ler von Dick Lucas über Jonah schien mir den größ­ten Tief­gang zu besit­zen. Lucas bleibt wirk­lich hart­nä­ckig dabei, den Kon­flikt Jonas und Got­tes Han­deln mit die­sem unge­hor­sa­men Pro­phe­ten zu ver­fol­gen. Die Links zu …

Standardwerk zur Heiligen Dreieinigkeit Gottes

Ich glau­be in der letz­ten Zeit hat mich kaum ein The­ma mehr beschäf­tigt als die Drei­ei­nig­keit. Es gab hier so viel Unklar­heit, dass man vor lau­ter Bäu­men den Wald nicht mehr sehen konn­te. Eini­ge Bei­spie­le. Im Grun­de genom­men wäre das Modell das ich aus der Drei­ei­nig­keit zeich­nen wür­de in etwa so etwas wie eine „Zwei­ei­nig­keit“ von Vater und Sohn + einem in irgend einer Wei­se unter­ge­ord­ne­ten Hei­li­gen Geist. Ehr­lich gesagt ken­ne ich auch kaum einen aus dem kon­ser­va­ti­ven Milieu der nicht in irgend einer Wei­se die Sub­or­di­na­ti­on des Soh­nes leh­ren wür­de. Der Sohn weiß ja schließ­lich nicht, wann das Ende der Zei­ten anbre­chen soll (Mt. 24,36). So ein Modell endet schließ­lich im Trithe­is­mus: Die Leh­re von drei gött­li­chen Wesen, die sich zudem im Umfang ihrer Gött­lich­keit unter­schei­den wür­den. Ein kla­rer Ver­stoß gegen die Ein­heit Got­tes, die an so vie­len Stel­len der Schrift gelehrt wird. Zudem muss man ein­ge­ste­hen, dass die Drei­ei­nig­keit so gut wie kei­ne Rol­le im Evan­ge­li­ka­lis­mus spielt. Man wird zwar im Namen des Vaters, des Soh­nes und des Hei­li­gen Geis­tes getauft, aber das die …

From Paradise to the Promised Land

Auf­merk­sam auf die­ses Werk von T. Des­mond Alex­an­der wur­de ich, als ich Tom Schrei­ners bibli­sche Theo­lo­gie „The King in his Beau­ty“ las. Bei der Bespre­chung des Pen­ta­teuchs fan­den sich regel­mä­ßig Refe­ren­zen zu Alex­an­der. Das mach­te mich neu­gie­rig und ich wur­de nicht ent­täuscht. Das Werk, das bereits vor 20 Jah­ren erschien dürf­te zum Stan­dard­re­per­toire jener gehö­ren, die sich näher mit den 5 Büchern Mose aus­ein­an­der setz­ten wol­len. Das Buch teilt sich dabei in zwei Kapi­tel auf. Im ers­ten Teil setzt sich der Autor mit der kri­ti­schen Metho­de und Inter­pre­ta­ti­on des Pen­ta­teuchs aus­ein­an­der. Beson­ders span­nend ist, wie Alex­an­der einen „Test­fall“, näm­lich die Sinai-Bege­­ben­heit unter­sucht. Da die Bibel­kri­tik mir per­sön­lich aber knor­ke ist, kon­zen­trie­re ich mich auch in mei­ner Rezen­si­on auf den zwei­ten Teil. In 15 Kapi­teln unter­sucht Alex­an­der dabei zen­tra­le The­men des Pen­ta­teuchs. Hil­reich ist, dass der Auf­bau immer iden­tisch bleibt. Auf eine Zusam­men­fas­sung folgt  eine detail­lier­te Bespre­chung, die in einer Schluss­fol­ge­rung mün­det, die Bezü­ge zu den ande­ren Kapi­teln her­stellt. Abschlie­ßend folgt die Betrach­tung der Neu­tes­ta­ment­li­chen Ver­bin­dun­gen. Die Kapi­tel ent­wi­ckeln dabei krei­send die Ent­wick­lung des Pen­ta­teuchs: Ange­fan­gen von der …

Grand Theft Logos

Auf­grund der Coro­­na-Situa­­ti­on gibt es aktu­ell (aber wohl nicht mehr lan­ge) 30% auf alle Logos-Basis Pake­te (eng­lisch / deutsch). Das dürf­te ein recht guter Zeit­punkt sein, um mei­ne Erfah­run­gen mit Logos zu tei­len. War­um nicht CLe­Ver? Kurz: CLe­Ver ist wirk­lich toll. Für knapp 20€ bekommt man Eini­ges gebo­ten. Nur man bleibt dann ent­spre­chend im dis­pen­sa­tio­na­lis­ti­schen Umfang von CLe­Ver „gefan­gen“ (nicht wer­tend gemeint). In etwa ein ver­gleich­ba­rer Umfang dürf­te bei Logos das „Fun­da­men­tals“ Paket sein, wel­ches aktu­ell für 50$ zu haben ist. Natür­lich besitzt Logos vie­le groß­ar­ti­ge Soft­ware­funk­tio­nen, die vie­le ande­re Pro­gram­me nicht in die­ser Art bie­ten kön­nen. Mein per­sön­li­ches Kauf­kri­te­ri­um war und bleibt aber die umfang­rei­che Biblio­thek. Taugt die Biblio­thek was? Im Lau­fe von knapp 1,5 Jah­ren ist mei­ne Logos Biblio­thek auf knapp 2000 Bän­de gewach­sen. In der Tat ist es so, das von den 2000 Wer­ken jetzt nicht jedes Werk ein groß­ar­ti­ges Meis­ter­werk ist. Man­che der Bücher hät­te man z.B. auf CCEL oder Moner­gism als e‑book kos­ten­los laden kön­nen. Als Bestand­teil einer durch­such­ba­ren Daten­bank ist aber auch jedes lizenz­freie Buch Gold wert. Nun kann …

Right in Their Own Eyes

Mit Freu­den habe ich Geor­ge Schwabs muti­gen Kom­men­tar über das Buch der Rich­ter gele­sen. Der Kom­men­tar besitzt eine span­nen­de Eröff­nung über Sim­son: Wie­so befällt der Geist Got­tes Sim­son gera­de dann, als er gegen ein Löwen­jun­ges kämpft. Wenn man bedenkt wie sel­ten im Alten Tes­ta­ment der Geist Got­tes auf Men­schen fällt, fin­det hier etwas außer­ge­wöhn­li­ches statt und ist dabei doch so tri­vi­al. Schwab öff­ne­te mir die Augen für die Kom­pe­xi­tät und die Kunst­fer­tig­keit des Buches Rich­ters. Der Autor berich­tet zuver­läs­si­ge Geschich­te, aber er berich­tet sie nicht so, wie wir das als West­ler gewöhnt sind. So ist die Chro­no­lo­gie der Ereig­nis­se unwe­sent­lich, wäh­rend die Rich­ter selbst nach den Stäm­men (12 an der Zahl, von jedem Stamm einer), und dann auch eher geo­gra­phisch sor­tiert, bespro­chen wer­den. Den vor allem unge­wöhn­li­chen und pro­ble­ma­ti­schen Kan­di­da­ten gilt dabei der beson­de­re Augen­merk. Dass es mehr als unna­tür­lich ist, dass Bie­nen in einem toten Kada­ver leben ist nur ein Hin­weis dar­auf, dass das Volk Got­tes im Land wo Honig fließt, umge­ben von toten Hei­den­völ­kern lebt. 

„Jeder tat, was ihn recht dünkte“

Da man der­zeit auch Kin­der­stun­de von zu Hau­se machen muss, habe ich mir über­legt, die Lek­tio­nen aus dem Buch Rich­ter mit den Kin­dern zu bespre­chen. Ich bin dar­über gestol­pert, da das Buch Rich­ter ein­fach als his­to­ri­sche Tat­sa­che wahr­ge­nom­men wird. Geist­li­che Lek­ti­on?- zumeist Fehl­an­zei­ge! Oder mal eine Pre­digt außer­halb der übli­chen Zyklen Gide­on und Sim­son gehört? Eine Ursa­che dürf­te unse­re mora­lis­ti­sche Les­art sein: Die meis­ten Rich­ter tau­gen höchs­tens als nega­ti­ves Bei­spiel. Der Ansatz von Kel­ler ist eine Wohl­tat. Rich­ter ist hoch­ak­tu­ell für unse­re Zeit: „Trotz der Lücke von mehr als drei Tau­send Jah­ren, gibt es vie­le Par­al­le­len zwi­schen unse­rer Situa­ti­on und der Zeit des Buches der Rich­ter (…) Es war eine Zeit des geist­li­chen Plu­ra­lis­mus“.  Eine düs­te­re Geschich­te — wo blei­ben da die Hel­den? Das Buch der Rich­ter erzählt das Evan­ge­li­um, die Bibel ist kein „Buch der Wer­te“: „Sie ist nicht voll inspi­rie­ren­der Erzäh­lun­gen. War­um? Weil die Bibel (im Gegen­satz zu den Büchern auf die sich ande­re Reli­gio­nen beru­fen) nicht dar­über han­delt, wie man mora­li­schen Bei­spie­len nach­folgt. Sie han­delt über einen Gott der Gna­de und Lang­mut, der fortschreitend …

Tipp: Der Triumph des Lammes

„Die Escha­to­lo­gie des Neu­en Tes­ta­ments ist stets von drei zusam­men­hän­gen­den Strän­gen durch­zo­gen: 1. Chris­tus wird eher kom­men, als man meint. Das wird für vie­le eine unan­ge­neh­me Über­ra­schung sein; ande­re hin­ge­gen wird es erfreu­en, wie schnell er Erlö­sung schafft. 2. Chris­tus wird spä­ter kom­men, als man meint. Dar­um müs­sen sei­ne treu­en Knech­te bereit sein aus­zu­har­ren, selbst wenn er sich schein­bar ver­spä­tet 3. Uns gebührt nicht zu wis­sen, wann Chris­tus wie­der­kommt.“ Als durch­schnitt­li­cher Evan­ge­li­ka­ler besitzt du das übli­che dis­­pen­­sa­­ti­o­­na­­lis­­tisch-futu­­ris­­ti­­sche Ver­ständ­nis von der End­zeit? Dann zieh dich warm an! Der Kom­men­tar von Den­nis John­son wird dich eis­kalt erwi­schen und her­aus­for­dern. Du denkst, dass die Offen­ba­rung vor­wie­gend eine bestimm­te Zeit  vor allem in einer Zukunft nach der Ent­rü­ckung beschreibt? Nun, John­son möch­te hel­fen die Offen­ba­rung zu einem leben­di­gen Buch für die Gemein­de zu machen. Mit die­sem Kom­men­tar mel­det sich die refor­ma­to­ri­sche Posi­ti­on zur Escha­to­lo­gie wie­der im deutsch­spra­chi­gem Raum zurück und dann mit einer Über­set­zung des kom­pe­ten­ten Leh­rers Den­nis E. John­son und stellt eine Dar­stel­lung dar, die vor allem dadurch glänzt, dass der alt­tes­ta­ment­li­che Hin­ter­grund berück­sich­tigt wird. Schließ­lich sei aber …