Alle Artikel in: Literatur

“Gemeinde wiederentdecken” von Collin Hansen und Jonathan Leeman
Warum die Ortsgemeinde so wichtig ist

Ich bin auf die­sen Buch­hin­weis von Dani­el auf philemonblog.de gesto­ßen, den ich euch nicht vor­ent­hal­ten woll­te (Ich emp­feh­le auch die­sen Arti­kel von Dani­el): „Eines der Din­ge, die ich in der Zeit der Pan­de­mie ganz neu gelernt habe, ist mit Sicher­heit die Bedeu­tung von Gemein­de und Got­tes­diens­ten vor Ort. Es stimmt, auch unse­re Gemein­de ist zunächst not­ge­drun­gen auf den Live­stream-Zug auf­ge­sprun­gen und nun genie­ßen wir und Gemein­de­mit­glie­der, die auf­grund von Krank­heit oder Rei­sen nicht per­sön­lich teil­neh­men kön­nen, die Vor­zü­ge der Tech­no­lo­gie. Aber Gemein­de, die die Schön­heit ihres Designs und die Wich­tig­keit ihres Wesens, das die Bibel zeich­net und beschreibt, ver­gisst und zu einem blo­ßen You­Tu­be-Kanal ver­kommt, kann und wird kei­ne Frucht brin­gen. Häu­fig kom­men Men­schen “wegen der Viren” oder “wegen der Mas­­ken- und Anmel­dungs­pflicht” nicht, jedoch wird schnell klar, dass ande­re Grün­de vor­lie­gen, nicht mehr früh­mor­gens zum Got­tes­dienst zu fah­ren, und die Pan­de­mie nur eine wun­der­ba­re Mög­lich­keit der Aus­re­de dar­stellt, die zudem nicht groß­ar­tig erklärt wer­den muss. Col­lin Han­sen und Jona­than Lee­man ver­su­chen daher in ihrem neu­en Buch, kurz und prä­gnant dar­zu­stel­len, was Gemein­de über­haupt ist, wer …

„Gelobt sei der Herr, der dir heute den Erlöser nicht versagt hat“

Das Buch „Five Fes­tal Garments“ von B.G. Webb unter­sucht fünf Bücher des AT, die wir als Chris­ten häu­fi­ger ver­nach­läs­si­gen. Webbs Über­le­gun­gen waren unter ande­rem die Grund­la­gen für nach­fol­gen­de Skiz­zen: 1. Epi­so­dische Struk­tur: Webb macht auf die Schön­heit des Auf­baus im Inne­ren des Werks auf­merk­sam. Es liegt eine struk­tu­rel­le Par­al­le­le mit gering­fü­gi­gen Vari­an­ten in Kapi­tel 2 und Kapi­tel 3 vor: Kapi­tel 2: Kapi­tel 3: 1. Ruth bie­tet Nao­mi, ob sie gehen kann und sagt ihr was sie tun will. Nao­mi bie­tet Ruth zu gehen Nao­mi bie­tet Ruth zu gehen und sagt ihr, was sie zu tun hat. 2. Ruth geht 2. Ruth geht 3. Boas frägt, wer Ruth sei und es wird ihm erklärt 3. Boas frägt, wer Ruth sei und es wird ihm erklärt 4. Boas bit­tet Ruth zu blei­ben und sagt, dass „Sie seg­nens­wert sei“ und gibt ihr Nah­rung 4. Boas sagt Ruth, dass „Sie seg­nens­wert sei“ und bit­tet sie zu blei­ben und gibt ihr Nah­rung 5. Ruth spricht mit Nao­mi, erzählt ihr was pas­siert sei und bekommt von ihr Rat 5. Ruth spricht mit Nao­mi, erzählt ihr was pas­siert sei und bekommt …

Kierkegaards Sprung

Heu­te berich­tet Udo Schmitt dar­über, wie er durch das Werk Kier­ke­gaar­ds zur Schrift und zum Glau­ben geführt wur­de: Durch die Rezen­si­on einer neu­en Bio­gra­phie über den däni­schen Phi­lo­so­phen Sören Kier­ke­gaard (Buch­hin­weis: Der alte Freund Kier­ke­gaard – Han­ni­el bloggt.) wur­de ich dar­an erin­nert, wel­che bedeu­ten­de Rol­le die­ser Mann in mei­nem Leben gespielt hat. Vie­le klu­ge Köp­fe haben schon wis­sen­schaft­li­che, theo­lo­gi­sche oder phi­lo­so­phi­sche Abhand­lun­gen über ihn geschrie­ben. Mein kur­zer Bei­trag ist dage­gen ledig­lich eine Beschrei­bung mei­nes per­sön­li­chen Erle­bens eines klei­nen Aspekts sei­ner Gedan­ken über den Glau­ben. Gleich im ers­ten Semes­ter mei­nes Phi­­lo­­so­­phie-Stu­­di­ums begeg­ne­te ich dem Werk Kier­ke­gaar­ds. Da er in sei­nen Ver­öf­fent­li­chun­gen immer wie­der auf die Bibel Bezug nahm, muss­te ich mich wohl oder übel mit die­sem Buch beschäf­ti­gen. Also las ich die Bibel inner­halb weni­ger Tage vom Anfang bis zum Ende.  Als ich nach den letz­ten Zei­len der Offen­ba­rung das Buch zuschlug, war ich sicher, dass dies das Wort Got­tes ist. Nur wenig spä­ter wur­de ich durch das Wun­der der Wie­der­ge­burt geret­tet. Aus­sa­gen Kier­ke­gaar­ds wie „Der Glau­be beginnt gera­de da, wo das Den­ken auf­hört“ erwe­cken den …

„Mir scheint der Teil der christlichen Lehre welcher von der Prädestination handelt, nicht der schwierigste zu sein…“

Die Web­sei­te Licht-und-Recht.de ist immer wie­der eine Quel­le für Neu­ent­de­ckun­gen. So habe ich neu­lich ein Schrei­ben von Ursi­nus an einen (zu die­sem Zeit­punkt) luthe­­risch-huma­­nis­­ti­­schen Theo­lo­gen namens Jakob Monau gefun­den, der sich mit der Leh­re von der Prä­de­sti­na­ti­on aus­ein­an­der­setzt. Gan­ze 14 DINA4-Sei­­ten ist der Brief lang und wur­de offen­sicht­lich in einer Nacht fer­tig­ge­stellt. Eine gan­ze Sei­te lang zitiert Ursi­nus Bibel­ver­se, wie Gott auch im „Bösen“ wirkt. Wie gesagt, ohne jeg­li­che digi­ta­len Mit­tel, im Grun­de aus dem Stand her­aus. Obwohl nicht immer ganz freund­lich im Ton, bleibt Ursi­nus sach­lich und leicht ver­ständ­lich. Er schreibt: „Mir scheint der Teil der christ­li­chen Leh­re wel­cher von der Prä­de­sti­na­ti­on han­delt, nicht, wie Du schreibst, der schwie­rigs­te zu sein; wofern wir nur die hei­li­ge Schrift ohne Vor­ur­tei­le lesen und­oh­ne Lei­den­schaft mit dem erns­ten Stre­ben, nicht etwa Gott nach unse­ren Phan­ta­sie­ge­bil­den umzu­ge­stal­ten, son­dern von Ihm selbst über Ihn zu ler­nen und ihm allein alle Ehre zu geben und von uns ab zu Ihm hin zu wen­den. So ist mir vie­les leicht gewor­den, was schwie­rig zu sein schien, so lan­ge ich auf das Ansehen …

Lexikas zu unterschiedlichen Bereichen

Dank Logos, grei­fe ich ver­mehrt auf Bibel­le­xi­kas und theo­lo­gi­sche Wör­ter­bü­cher zurück. Eine Aus­wahl der Most-Reads 2020: Der Klas­si­ker Ich glau­be das von Rien­ecker ins Leben geru­fe­ne Lexi­kon, das von G. Mai­er, Lan­des­bi­schof a.D. wei­ter­ge­führt wur­de, dürf­te schon seit Jahr­zehn­ten ein Klas­si­ker sein. Der Umfang die­ses Lexi­kons ist immer noch für jeden Lai­en zugäng­lich, dabei bril­lie­ren die Arti­kel durch zahl­rei­che Bibel­stel­len­an­ga­ben. Tipp: „Leben­di­ge Begrif­fe“ (Wie Ver­söh­nung, See­le, Schlaf, Spra­che…) lesen und alle Bibel­stel­len dazu betrach­ten. Ein Tur­boboost, um anzu­fan­gen, Begrif­fe biblisch zu den­ken und anzu­wen­den.   Der Digi­ta­le Viel zu spät und eher zufäl­lig habe ich wibilex ent­deckt. Im Grun­de wie Maier/Rienecker, aber deut­lich umfang­rei­cher, aber lei­der auch weni­ger bibel­treu. Ansons­ten bril­lie­ren die Arti­kel durch zumeist wis­sen­schaft­li­che Qua­li­tät und schlie­ßen auch theo­lo­gi­sche Begrif­fe und geschicht­li­che Ent­wick­lun­gen mit ein, die außer­halb des bibli­schen Tex­tes ste­hen. Im Grun­de genom­men so etwas, wie ein reli­giö­ses Wikipedia.

Wie können wir denn lesen? — Folge 2

Die­ser Arti­kel besitzt einen Vor­läu­fer. Lese hier. Es sind der Pre­dig­ten unzäh­li­ge, die nach unab­än­der­li­chem Mus­ter ablau­fen: Aus­ge­hend von einem Text wie z.B. Joh.10, der über die Zuver­läs­sig­keit und Ver­trau­ens­wür­dig­keit des guten Hir­ten Jesus spricht, kon­zen­trier­te sich der Pre­di­ger die zwan­zig bis drei­ßig Minu­ten sei­ner Pre­digt nahe­zu aus­schließ­lich dar­auf, zu erläu­tern, dass die­se Ver­hei­ßung uns nicht leicht­fer­tig machen soll, es vor allem dar­um geh, den guten Hir­ten zu hören und mit ewi­ger Heils­ge­wiss­heit hat die­ser Text sowie­so erst ein­mal nichts zu tun. An die­ser Stel­le möch­te man jedes Mal fra­gen: Wie­so steht nicht genau das im Text. Was nützt das Gere­de vom Sko­pus, wenn er dich über­haupt nicht inter­es­siert? Wie­so sagt Jesus, oder zumin­dest die Apos­tel an einer ande­ren Stel­le, als Dis­kus­si­on die­ser Bege­ben­heit, etwas dar­über, dass die Zuhö­rer doch bit­te mit all die­sen Ver­hei­ßun­gen nicht über­trei­ben sol­len. Das man die­sen Text schnell miss­brau­chen kann und dass man jetzt unbe­dingt hin­zu­fü­gen muss, dass es vor allem dar­um geht, aus­zu­hal­ten (und eben nicht um die Ver­trau­ens­wür­dig­keit des Hir­ten). Im Übri­gen, pas­siert das auf der ande­ren Seite …

„Jeder tat, was ihn recht dünkte“

Da man der­zeit auch Kin­der­stun­de von zu Hau­se machen muss, habe ich mir über­legt, die Lek­tio­nen aus dem Buch Rich­ter mit den Kin­dern zu bespre­chen. Ich bin dar­über gestol­pert, da das Buch Rich­ter ein­fach als his­to­ri­sche Tat­sa­che wahr­ge­nom­men wird. Geist­li­che Lek­ti­on?- zumeist Fehl­an­zei­ge! Oder mal eine Pre­digt außer­halb der übli­chen Zyklen Gide­on und Sim­son gehört? Eine Ursa­che dürf­te unse­re mora­lis­ti­sche Les­art sein: Die meis­ten Rich­ter tau­gen höchs­tens als nega­ti­ves Bei­spiel. Der Ansatz von Kel­ler ist eine Wohl­tat. Rich­ter ist hoch­ak­tu­ell für unse­re Zeit: „Trotz der Lücke von mehr als drei Tau­send Jah­ren, gibt es vie­le Par­al­le­len zwi­schen unse­rer Situa­ti­on und der Zeit des Buches der Rich­ter (…) Es war eine Zeit des geist­li­chen Plu­ra­lis­mus“.  Eine düs­te­re Geschich­te — wo blei­ben da die Hel­den? Das Buch der Rich­ter erzählt das Evan­ge­li­um, die Bibel ist kein „Buch der Wer­te“: „Sie ist nicht voll inspi­rie­ren­der Erzäh­lun­gen. War­um? Weil die Bibel (im Gegen­satz zu den Büchern auf die sich ande­re Reli­gio­nen beru­fen) nicht dar­über han­delt, wie man mora­li­schen Bei­spie­len nach­folgt. Sie han­delt über einen Gott der Gna­de und Lang­mut, der fortschreitend …

„Zur Pestzeit kannst du vor Furcht nichts beginnen…“

Die Pest gras­sier­te noch regel­mä­ßig zur Zeit Luthers. Im April 1517 lockt der neue Ablaß von Papst Leo X. die von der Pest heim­ge­such­ten Bür­ger von Wit­ten­berg über die Gren­ze, was eine Ver­brei­tung befeu­ert [1]. 1527 und 1528 ging in Wit­ten­berg erneut die Pest umher. Dies­mal war die Stadt durch aus­län­di­sche Stu­den­ten deut­lich gewach­sen. Dies­mal kos­te­te die Pest auch Luthers Toch­ter Eli­sa­beth das Leben [2]. In Wit­ten­berg kommt das öffent­li­che Leben zum Erlie­gen. Die Uni­ver­si­tät z.B. wird kur­zer­hand ver­legt. Luthers Erfah­run­gen mit die­ser Zeit präg­ten selbt sei­ne Aus­füh­run­gen im gro­ßen Kate­chis­mus, der 1529 erscheint. Zum zwei­ten Gebot führt er aus: „Dar­um haben wir auch zu Lohn, was wir suchen und ver­die­nen: Pesti­lenz, Krieg, Teu­rung, Feu­er, Was­ser, unge­ra­ten Weib, Kin­der, Gesin­de und aller­lei Unrat. Wo soll­te sonst des Jam­mers so viel her­kom­men? Es ist noch gro­ße Gna­de, daß uns die Erde trägt und näh­ret.“ 1527, als die Pest am anschwel­len ist, besteht für vie­le Pfar­rer und sons­ti­ge Bür­ger aus der sozia­len Ober­schicht die Mög­lich­keit in eher siche­re Qua­ran­­tä­­ne-Zustän­­de zu flie­hen. Da Luther hier mehr­fach um Rat gefragt …

Ressourcen zur Bundestheologie

„As the dis­pen­sa­tio­nal per­spec­ti­ve is being eva­lua­ted, it should not be for­got­ten that covenant theo­lo­gi­ans and dis­pen­sa­tio­na­lists stand side by side in affir­ming the essen­ti­als of the Chris­ti­an faith. Very often the­se two groups wit­hin Chris­ten­dom stand alo­ne in oppo­si­ti­on to the inroads of moder­nism, neo-evan­­ge­­li­­ca­­lism, and emo­tio­na­lism. Covenant theo­lo­gi­ans and dis­pen­sa­tio­na­lists should hold in hig­hest regard the scho­l­ar­ly and evan­ge­li­cal pro­duc­ti­vi­ty of one ano­t­her. It may be hoped that con­ti­nuing inter­chan­ge may be based on love and respect.“ Robert­son, O. P. (1980). The Christ of the Coven­ants (S. 201 – 202).  Aktu­ell möch­te ich ver­tieft in das Leben Abra­hams ein­tau­chen. Das Leben Abra­hams zir­ku­liert um den Bun­des­schluss mit Gott. Im zwölf­ten Kapi­tel wird Segen ver­hei­ßen, im fünf­zehn­ten Kapi­tel ein­sei­tig durch Gott bestä­tigt, im sieb­zehn­ten bekommt Abra­ham das Bun­des­zei­chen und einen neu­en Namen, und nach­dem er sei­ne Treue und Hin­ga­be („wand­le vor mir und sei fromm“, 1 Mo. 17,1) beweißt, bekräf­tigt Gott sei­ne Ver­hei­ßun­gen mit einem Schwur. „Die aus dem Glau­ben sind, das sind Abra­hams Kin­der.“ (Gal. 3,7) Vor eini­gen Jah­ren mach­te J. Ligon Dun­cans Buch „Covenant Theology“ …

„Ich finde, du solltest nicht so viel Theologie lesen“

Was liest man, wenn man in West­eng­land unter­wegs ist? Nun ich emp­fand Lord Peter Death Bre­don Wim­sey als die rich­ti­ge Wahl. Doro­thy L. Say­ers  (vgl. auch zahl­rei­che Bei­trä­ge von hanniel.ch zu Say­ers Werk) aller ers­ter Roman „Der Tote in der Bade­wan­ne“ (auch „Ein Toter zu wenig“) hat mir beson­ders gut gefal­len. Say­ers lässt Detek­tiv Par­ker zur Ent­span­nung einen Kom­men­tar zum Gala­ter­brief lesen. Fan­tas­tisch! Tat­säch­lich hat Say­ers ihr christ­li­ches Bekennt­nis nie ver­schwie­gen, was man in ihrem Werk regel­mä­ßig sieht. Ihr Werk lebt von einer ehr­li­chen aber auch selbst iro­ni­schen Ana­ly­se Britta­ni­ens zwi­schen den  zwei Welt­krie­gen. Eini­ge Zita­te: Wim­sey hat offen­sicht­lich Geld­res­sour­cen ohne Ende für sein Hob­by, und einen Die­ner, der aber eher wie ein väter­li­cher Freund agiert: „„Hier bin ich, Mylord“, ant­wor­te­te Mr. Bun­ter mit respekt­vol­lem Tadel, „aber wenn Sie mir die Bemer­kung gestat­ten…““ Dass der bri­ti­sche Adel oft mehr Schein als Sein bot, ver­schweigt Say­ers nicht: „Die Unter­hal­tung schlepp­te sich müh­sam dahin, bis der Ehren­wer­te Fred­dy eine Grä­te im See­zun­gen­fi­let ent­deck­te und den Ober­kell­ner kom­men ließ, um sich ihr Vor­han­den­sein erklä­ren zu las­sen.“ So argumentiert …