Buchrezension: Preisgabe der Vernunft

Fran­cis Schaef­fer. Preis­gabe der Ver­nunft: Kur­ze Ana­lyse der Ursprün­ge und Ten­den­zen des moder­nen Den­kens.  Brock­haus Ver­lag: Genf/Wuppertal, 1985. 96 Sei­ten. Anti­qua­risch. Das Büch­lein bil­det Teil I der berühm­ten „Tri­lo­gie“ Schaef­fer (Ori­gi­nal: Escape From Rea­son, 1968). Zusam­men mit „Gott ist kei­ne Illu­sion“ sowie „und er schweigt nicht“ beschäf­tigt sich Schaef­fer grund­le­gend mit dem intel­lek­tu­el­len und kul­tu­rel­len Kli­ma der zwei­ten Hälf­te des 20. Jahr­hun­derts. In Preis­gabe der Ver­nunftent­wi­ckelt er ins­be­son­dere die Sche­mata von „Natur und Gna­de“ und der „Linie der Ver­zweif­lung“. Der Zwie­spalt des moder­nen Men­schen: Etap­pen der geis­tes­ge­schicht­li­chen Ent­wick­lung Im Schnell­durch­gang durch­schrei­tet Schaef­fer die abend­län­di­sche Geis­tes­ge­schich­te. Tho­mas v. Aquin (1225 – 1274) teil­te die Welt in Gna­de (das Höhe­re) und Natur (das Nie­dere) ein. Letzt­lich ver­dan­ken wir die­sem der Renais­sance zu Grun­de lie­gen­den Welt­bild ein ange­mes­se­nes Ver­ständ­nis der Natur. Ande­rer­seits lehr­te von Aquin, dass der mensch­li­che Wil­le vom Sün­den­fall betrof­fen war, der Intel­lekt jedoch nicht. Dar­aus ent­wi­ckelte sich die natür­li­che Theo­lo­gie, die ohne Bezug­nahme auf die Hei­lige Schrift aus­kam. (Die inhalt­li­che Halt­bar­keit die­ser Gedan­ken­gänge sind sehr umstrit­ten. Ron Kubsch geht im Scha­e­f­­fer-Sam­­mel­­band „Wahr­heit und Lie­be“ näher auf die Kri­tik ein.) Leo­nardo da Vin­ci (1452 – 1519) unter­schied zwi­schen Gna­de (Allgemeinbegriffe/Universalien) und … Buch­re­zen­si­on: Preis­ga­be der Ver­nunft weiterlesen