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Aus der Osterpredigt von Melito von Sardes

See of Sardis - WikiwandIn der Oster­pre­digt des Meli­to von Sar­des fin­det sich bereits ein sehr rei­fer Umgang mit dem Alten Testament.

Meli­to von Sar­des ist so „lan­ge her“ (gest. 180 n.Chr), dass er noch aus der in Offen­ba­rung bekann­ten Gemein­de Sar­des wirk­te. Die Pre­digt zeigt, dass die Kir­che bereits sehr früh Chris­tus als das Ziel des Alten Tes­ta­ments erkann­te. Der voll­stän­di­ge Text samt hilf­rei­chen Hin­ter­grün­den zu Meli­to und die­ser Oster­pre­digt fin­det sich hier.

Sehr ele­gant ist die Anwen­dung des Pas­sah­lam­mes als ein „Vor­bild auf Chris­tus“ und besteht doch nicht aus blo­ßer Typo­lo­gie, son­dern eher in einem Fort­schrei­ten der Offen­ba­rung Got­tes: Das Oster­lamm zeugt von der glei­chen Wahr­heit, wie Chris­tus. Meli­to zieht dabei auch wei­te Krei­se aus ande­ren Tex­ten des Alten Tes­ta­men­tes, um die­se neue Rea­li­tät zu erklären.

In der Aus­ein­an­der­set­zung mit Mar­ci­on, ob das Alte Tes­ta­ment auch ein sakra­ler Text der Kir­che sei, war die­se Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Alten Tes­ta­ment nötig gewor­den und Meli­to meis­ter­te die­se Auf­ga­be. Doch über­zeugt euch selbst:

„Doch seit die Kir­che erstand und das Evan­ge­li­um vor­ge­legt wur­de, wur­de das Vor­bild ent­wer­tet und über­gab sei­ne Kraft an die Wahr­heit; und das Gesetz wur­de erfüllt und über­gab sei­ne Kraft an das Evan­ge­li­um, wie das Vor­bild ent­wer­tet wird und das Bild dem wesen­haft Wah­ren über­gibt, und wie das Gleich­nis ent­wer­tet wird durch das Auf­leuch­ten der Auslegung.

So auch wur­de das Gesetz erfüllt durch das Auf­leuch­ten des Evan­ge­li­ums,  und das Volk (Isra­el) wur­de ent­wer­tet durch das Erste­hen der Kir­che, und das Vor­bild wur­de auf­ge­löst durch die Erschei­nung des Herrn.

Und heu­te ist das, was einst wert­voll war, wert­los geworden
durch die Offen­ba­rung des wesen­haft Wertvollen.

Denn wert­voll war einst die Schlach­tung des Scha­fes, nun ist sie wert­los wegen des Lebens des Herrn.

Wert­voll war der Tod des Scha­fes, nun ist er wert­los wegen des Hei­les des Herrn.

Wert­voll war einst das Blut des Scha­fes, nun ist es wert­los wegen des Geis­tes des Herrn.

Wert­voll war einst das stum­me Lamm, nun ist es wert­los wegen des schuld­lo­sen Sohnes.

Wert­voll war der Tem­pel unten, nun ist er wert­los wegen des Chris­tus droben.

Wert­voll war das unte­re Jeru­sa­lem, nun ist es wert­los wegen des
obe­ren Jerusalem.

Wert­voll war das begrenz­te Erbe, nun ist es wert­los wegen der wei­ten Gnade.

Nicht an einem ein­zi­gen Ort, noch auf einen klei­nen Raum
wur­de die Herr­lich­keit Got­tes ein­ge­setzt, son­dern auf alle Gren­zen der bewohn­ten Erde wur­de sei­ne Gna­de ausgegossen.

Dort hat der all­herr­schen­de Gott sein Zelt errich­tet durch Jesus Chris­tus, dem die Ehre sei in die Äonen, Amen.“

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