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Zehn Fragen an Jerry Bridges

Der Autor von "Streben nach Heiligung" und "Gott vertrauen" im Gespräch

Bridges Jerry No suit W tieDie bei­den Bücher „Stre­ben nach Hei­li­gung“ und „Gott ver­trau­en“ sind eigent­lich Klas­si­ker christ­li­cher Lite­ra­tur. Lei­der hat man Brid­ges‘ Bücher hier in Deutsch­land fast schon aus den Augen ver­lo­ren. Viel­leicht hilft die­ses Inter­view dabei, auf die­sen Autor wie­der auf­merk­sam zu wer­den.

1. Wie kamen Sie dazu, Bücher zu schrei­ben?

Ich habe durch schwe­re Erfah­run­gen gelernt, dass der Ent­wurf der Bibel zum The­ma Hei­li­gung etwas ist, was ich “Abhän­gi­ge Ver­ant­wor­tung“ nen­ne. Das bedeu­tet, wir sind ver­ant­wort­lich dafür, geist­li­che Dis­zi­plin zu üben, die zum Gehor­sam führt, aber wir sind vom Hei­li­gen Geist abhän­gig, der uns ermög­licht so zu han­deln. Ein alter Freund von mir ermu­tig­te mich das Schrei­ben zu ver­su­chen. Somit schrieb ich mein ers­tes Buch: The Pur­su­it of Holi­ness (zu deutsch: Stre­ben nach Hei­li­gung, EBTC), wel­ches die Grund­la­gen der „abhän­gi­gen Ver­ant­wor­tung“ lehrt. Das Buch wur­de 1978 ver­öf­fent­licht. Seit dem gab Gott mir immer wie­der Ide­en für ande­re Bücher.

2. Ist aktu­ell ein neu­es Werk geplant?

Ich bin gera­de dabei ein Buch zu been­den, mit dem vor­läu­fi­gen Titel: „Humi­li­ty in Action: The Cha­rac­ter Traits of the Eight Bea­ti­tu­des (zu deutsch in etwa: Demut in Akti­on: Die Cha­rak­ter­ei­gen­schaf­ten in den acht Selig­prei­sun­gen).

51zJXTwaZdL3. Was sind ihre drei Lieb­lings­bü­cher?

Com­mu­ni­on with God

Sin and Tem­pa­ti­on von John Owen

The Apost­les’ Doc­tri­ne of the Ato­ne­ment von Geor­ge Sme­a­ton.

4. Wel­ches Buch wür­den Sie noch ein­mal lesen?

Com­mu­ni­on with God (zu deutsch in etwa: Gemein­schaft mit Gott) von dem Puri­ta­ner John Owen, erschie­nen bei Ban­ner of Truht in Edin­burgh Scot­land.

5. Wie beur­tei­len Sie den refor­ma­to­ri­schen Auf­bruch unter vie­len Chris­ten aktu­ell?

Ich bin dadurch ermu­tigt, denn hier­bei han­delt es sich um eine wie­der­hol­te Akzen­tie­rung der Sou­ve­rä­ni­tät Got­tes, die Wich­tig­keit der per­sön­li­chen Hei­lig­keit und einen ver­stärk­ten Blick auf das Evan­ge­li­um.

6. Wie wur­den Sie Christ?

Ich bin in einer christ­li­chen Fami­lie auf­ge­wach­sen und kann­te das Evan­ge­li­um seit mei­ner Kind­heit. Aber ich war nicht wirk­lich wie­der­ge­bo­ren. Bis ich acht­zehn Jah­re alt war, als der Hei­li­ge Geist mich davon über­zeug­te, dass ich nicht ein ech­ter Christ war. Und so bat ich Chris­tus mein Erret­ter zu sein.

51Z9Rr+dfUL._SX316_BO1,204,203,200_7. In wel­chem Bereich sehen Sie die größ­te Not in der heu­ti­gen Chris­ten­heit und wie könn­te man da am bes­ten ein­schrei­ten?

Zu vie­le beken­nen­de Chris­ten schei­nen nicht wie­der­ge­bo­ren zu sein. Sie sind zumeist mora­lisch gut und Kir­chen­gän­ger, aber sie haben kei­nen Wunsch im christ­li­chen Cha­rak­ter zu wach­sen und ihre Nächs­ten dar­in zu sehen, dass sie Chris­tus ver­trau­en.

8. Was bedeu­tet für Sie „Christ sein“?

Ein Christ ist eine Per­son, die ein ech­tes Ver­trau­en in Chris­tus als sei­nen Erret­ter hat und durch den Geist Got­tes wie­der­ge­bo­ren wur­de.

9. Wor­in sehen Sie Grund­la­gen für geist­li­ches Wachs­tum?

  • täg­li­che Zeit/Gemeinschaft mit Gott in sei­nem Wort und durch das Gebet
  • das Evan­ge­li­um zu ver­ste­hen ist nicht nur für den Ungläu­bi­gen son­dern auch für den Chris­ten täg­lich not­wen­dig
  • per­sön­li­ches Stu­di­um und Ver­in­ner­li­chung und Anwen­dung der Bibel im All­tag
  • das Wort Got­tes hören, dass qua­li­fi­zier­te geist­li­che Män­ner leh­ren und dem gehorcht was gelehrt wird
  • Sor­ge um die Unge­ret­te­ten, ein­schließ­lich der eige­nen Nächs­ten, wie auch derer in fer­nen Län­dern, die nie die Mög­lich­keit hat­ten das Evan­ge­li­um zu hören

10. Wel­che his­to­ri­sche Per­son wür­den Sie ger­ne Tref­fen und wel­che Fra­gen wür­den Sie mit die­ser bespre­chen wol­len?

Die­se Fra­ge zu beant­wor­ten ist schwer, weil es eine Men­ge Men­schen gibt, die ich ger­ne tref­fen wür­de. Aber wenn ich nur einen aus­su­chen darf, wür­de ich Geor­ge Sme­a­ton wäh­len, den Autor mei­nes Lieb­lings­bu­ches “The Apost­les’ Doc­tri­ne of the Ato­ne­ment”. Ich wür­de ihn fra­gen, was ihn beweg­te, das Buch zu schrei­ben.

Dan­ke, Bru­der Jer­ry, für die Zeit, die Sie in die Beant­wor­tung der Fra­gen inves­tiert haben.

Mehr über J. Brid­ges erfährt man auf sei­ner Home­page. Mit über 80 Jah­ren ist er immer noch aktiv im Dienst tätig.

Das eng­li­sche Inter­view fin­det sich hier im Ori­gi­nal zum Down­load.

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