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Zehn Fragen an Alexander Strauch

Der Autor von "Biblische Ältestenschaft" im Gespräch

AlexMediumÜber 200.000 mal wurde Alexander Strauchs Buch „Biblische Ältestenschaft“ in der ganzen Welt verkauft. In Deutschland ist er unter anderem für die Bücher „Der neutestamentliche Diakon“ und „Platz ist in der kleinsten Hütte bekannt“ (Vor etwa einem halben Jahr ganz neu in einer schönen Hardcover-Version erschienen).

1. Wie kamen Sie dazu Bücher zu schreiben?

Die Verwirrung über das Thema Älteste war so schrecklich, dass ich vom Herrn dazu geführt wurde, zu versuchen Antworten auf die zahlreichen Fragen zu geben, welche mir von verschiedenen Brüdern und Schwestern gestellt wurden. Zudem hatte ich eine gezielte Vision vor Augen damit dies Buch eine Auslegung sämtlicher Bibelstellen zum Thema „Ältestenschaft“ wird. Ich versuchte von allen meinen eigenen Traditionen Abstand zu nehmen und die Texte für sich selbst sprechen zu lassen.

2. Ist aktuell ein Buchprojekt geplant?

Ich arbeite derzeit Tag und Nacht an einer vollständigen Revision von The New Testament Deacon (Der neutestamentliche Diakon), weil in diesem Thema viel Verwirrung herrscht. Ich bitte um eure Gebete, dass ich vor Fehlern bewahrt werde und dass das Buch die biblische Lehre getreu wiedergibt.

3. Nennen Sie uns ihre 3 Lieblingsbücher (neben der Bibel)?

Martyn Lloyd-Jones, „Justification and Atonement – Romans 3:21-4:21″ (Anm. d. Übersetzers: zu deutsch in etwa: Rechtfertigung und Sühne, soweit recherchiert keine deutsche Version auf dem Handel verfügbar).

Die sieben-bändige Ausgabe von A.J.Broomhall überHudson Taylor und Chinas offenes Jahrhundert (Engl.: Hudson Taylor and China’s Open Century).

„The life of Robert Chapman – Brother Indeed“   (zu deutsch in etwa: das Leben Robert Chapmans: Bruder der Tat) , dies war der erste Band den ich las, aber nun haben wir eine neue und gekürzte Biographie: Agape Leadership (zu deutsch: Mit Liebe leiten).

Ihr könnt mir dabei helfen die Nachricht der Liebe, welche im Leben Robert Chapmans dargestellt wurde, zu verbreiten, indem ihr diese kurze Biographie unter den Geschwistern verteilt. Das Buch wurde ins Deutsche übersetzt. Ich habe etwa 30.000 Exemplare dieses Buches in den letzten 25 Jahren verteilt.

4. Welche Bücher würden Sie  noch einmal lesen?

Ich würde “das Leben von Robert Chapman” erneut lesen, aber ich habe nicht viel Zeit irgendetwas erneut zu lesen.

5. Wie beurteilen Sie den reformatorischen Aufbruch unter vielen Christen aktuell?

(Ich nehme an, dass du dich im Besonderen auf die Lehre der göttlichen Erwählung durch Gnade beziehst und nicht auf Kindertaufe oder  das gesamte Presbyterianische Rätesystem über der Ortsgemeinde.)

Ich denke das diese Erneuerung der Lehre der göttlichen Gnade etwas Positives ist, weil die Bibel Erwählung durch Gnade lehrt. Es ist interessant zu bemerken, dass alle bekannten Kommentatoren über den Epheserbrief diese Lehre akzeptieren. Ich habe ein Dokument erstellt,  in welchem ich alle Verse der Schrift aufreihe, welche beides lehren, Erwählung und menschliche Verantwortung. Dieses Dokument ist einfach eine Auflistung von Schriftstellen und beinhaltet keine persönlichen Kommentare.

Aber wir müssen uns vor Stolz und Streitlust hüten. Viele junge Gelehrte verunsichern die Menschen durch ihre feindliche und stolze Haltung.

6. In welchem Bereich sehen Sie die größte Not in der heutigen Christenheit und) wie könnte man hier am besten einschreiten?

Ich denke dass größte Problem, dem wir heute begegnen, ist, dass die Kirche und im Besonderen die jungen Leute sehr säkularisiert werden. Unsere jungen Leute denken mehr wie die Welt und weniger wie die Apostel. Sie sehen zu viel Fernsehen, schauen zu viele Filme und werden durch Pornographie im Internet zerstört. Es ist ein sehr ernstes Problem. Ich nenne es den „säkularisierenden Tsunami“.

Die Lösung liegt darin unsere jungen Menschen das Denken zu lehren. Was schauen Sie im TV und sehen in den Filmen? Sie denken nicht, während sie diese Dinge sehen.  Sie schlucken einfach den Köder, den die Welt Ihnen zuwirft. Zudem benötigen junge Menschen feste zuverlässige Beziehungen mit Brüdern und Schwestern, damit sie sich zusammen tun können, den Täuschungen und Versuchungen dieser Welt zu widerstehen. Sie müssen realisieren, dass Satan real ist und dass er ein Meister der Täuschung ist.

Schließlich können gute bibelfeste Gemeinden eine große Hilfe in diesem Problem sein. Sie können die Menschen heute dabei ermutigen, „Nein“ zu all den Ablenkungen zu sagen und sinnvolle Zeit im Lesen und Nachdenken über Gottes Wort zu verbringen. Das sind einige der Ideen.

7. Was bedeutet für Sie „Christ sein“?

Ein Christ zu sein bedeutet ein Nachfolger des Herrn Jesus zu sein. Es bedeutet seiner Lehre zu gehorchen und seinem Beispiel zu folgen. Kurz gesagt: Es ist der Große Auftrag aus Matth. 28,19-20.

8. Worin sehen Sie Grundlagen für geistliches Wachstum?

Beständiges und konsequentes Lesen der Bibel ist der Schlüssel. Damit meine ich ernsthaftes lesen und forschen in der Bibel. Die tägliche Gemeinschaft mit unserem Himmlischen Vater. Ein aktives, engagiertes Mitglied der lokalen Gemeinde zu sein und seinen Beitrag im Aufbauen des Leibes Christi geben (Eph. 4,12)

9. Wie wurden Sie Christ?

Ich bin nicht in einem christlichen Heim aufgewachsen. Als ich 11 war, nahm ich an einer christlichen Freizeit teil. Ich dachte ich werde dort Angeln gehen, denn ich liebte Angeln und die Natur. Als ich am Camp ankam, fand ich heraus, dass sie mich angeln wollten. Als ich das erste mal das Evangelium hörte, wusste ich sofort, dass es wahr ist und ich antwortete unverzüglich im Glauben. Ich habe meine Errettung nie bezweifelt und ich übergab mein ganzes Leben dem Herrn als ich noch ein Teenager war. Mit 15 studierte ich meine Bibel jeden Tag mehrere Stunden, obwohl meine Mutter dies ausdrücklich nicht wollte. Sie dachte ich werde verrückt. Sie sagte mir: „Menschen, die die Bibel studieren, werden wahnsinnig“. Nun, sie sollte Unrecht haben.

10. Welche historische Person würden Sie gerne Treffen und welche Fragen würden Sie mit dieser besprechen wollen

Die einzige Person, welche ich außer Jesus Christus treffen möchte, ist Apostel Paulus. Ich würde ihn gerne fragen, warum er uns nicht viel detailliertere Anweisungen über die Lehre und das Leben in der Gemeinde gab. Warum hat er uns zum Beispiel nicht einfach mitgeteilt, dass es eine Dreieinigkeit gibt und erklärt, was das bedeutet? Und warum hat er uns nicht einfach erklärt, wie Jesus eine Person sein konnte und doch zwei Naturen hatte (göttlich und menschlich)?

Aber ich denke, dass wenn ich Paulus im Himmel treffen werde, diese Fragen sich verflüchtigen werden, da ich dann völlig geheiligt und gereinigt sein werde.

Mehr über Alexander Strauch erfährt man auf seiner Webseite oder auf biblicaleldership.com. Das Interview mit den englischen Antworten findet ihr hier zum download.

Auf deutsch erhältlich sind von Alexander Strauch zahlreiche Werke, darunter:

Platz ist in der kleinsten Hütte,  Gut das wir einander haben,   Biblische Ältestenschaft,  Zurück zur ersten Liebe und Revolution der Geschlechter

Weiteres:

Zusammenfassung einer Vortragsreihe zum Thema „Biblische Ältestenschaft“.
Übersetzte Vorträge von Alexander Strauch finden sich auf sermon-online.de.

 

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Hallo, ich bin Sergej und lese vor allem Bücher aus vergangenen Zeiten. An Sachbüchern und Biographien bin ich besonders interessiert. Meine Frau Elvira und ich wohnen mit 3 Kindern in der Herrnhuter Stadt Königsfeld im Schwarzwald.

4 Kommentare

  1. Julian sagt

    Danke für die unterschiedlichen Interviews. Das erlaubt einen Blick auf die Personen, die man sonst vielleicht nur vom Namen oder entfernt von Konferenzen kennt.
    Die Biographie von Chapman hab ich auch vor nicht allzu langer Zeit gelesen und ist absoluter Spitzenreiter meiner bisher gelesenen Biographien.

  2. Sergej Pauli sagt

    Danke für die Aufmunterung, Julian.

    Wir haben noch einige Interviews in Peto. Es lohnt sich in den nächsten Wochen regelmäßig bei uns vorbeizuschauen.
    Wir können es vielleicht hier zugeben, dass wir eine Interview-Initiative gestartet haben und sich schon zahlreiche Autoren aus Deutschland und Übersee zurückgemeldet haben.

  3. Julian sagt

    Mache ich ganz bestimmt, ist ja dank newsletter sehr einfach. Danke für eure Mühe und eure Zeit.

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