Wilfried Plock — Verlagsleiter von CMD im Gespräch

NIMM UND LIES: Herr Plock, der Christ­li­che Medi­en­dienst in Hün­feld ist ein recht jun­ger Ver­lag. Wie kommt man dazu, einen neuen Ver­lag zu gründen?

Plock: Christ­li­che Lite­ra­tur liegt mir schon seit über 30 Jah­ren am Her­zen. Da ich immer wie­der auf der Suche nach geeig­ne­ten Arti­keln für die KfG-Zeitschrift „Gemein­de­grün­dung“ bin, lese ich auch rela­tiv viel eng­lisch­spra­chige Lite­ra­tur. Dabei ent­de­cke ich immer wie­der sehr gute Bücher, die ich dann – wenn mög­lich – auch für den deutsch­spra­chi­gen Markt erschließe.

NIMM UND LIES: Was ist das Beson­dere an Ihrem Verlag?

Zum einen möch­ten wir gute Medien anbie­ten, die für Gemein­de­grün­dung, Gemein­de­auf­bau etc. hilf­reich sind. Zum andern sehen wir mit einer gewis­sen Sorge, dass immer mehr cal­vi­nis­tisch und refor­miert geprägte Bücher ver­brei­tet wer­den. Hier möch­ten wir mit unse­rem betont heils­ge­schicht­li­chen Ansatz eine gewisse Gegen­stimme bilden.

NIMM UND LIES: In den letz­ten zehn Jah­ren wurde eine Reihe christ­li­cher Ver­lage gegrün­det. Wäre es nicht sinn­vol­ler bei ande­ren Ver­la­gen mit ähnli­cher Aus­rich­tung mitzuarbeiten?

Plock: Das habe ich durch­aus viele Jahre lang getan und habe meh­rere mei­ner eige­nen Bücher bei ande­ren Ver­la­gen ver­öf­fent­licht (z.B. „Gott ist nicht prag­ma­tisch“ bei Beta­nien oder „Jesus ist der Weg“ bei CLV). Aber dann woll­ten wir bestimmte Bücher (z.B. von Arnold G. Fruch­ten­baum) ver­öf­fent­li­chen und stie­ßen auf Schwie­rig­kei­ten. Dem einen Ver­lag passte diese Ansicht nicht, dem andern jene. Seit­dem wir selbst die Ver­ant­wor­tung für die Ver­öf­fent­li­chung tra­gen, müs­sen wir mit kei­nem unse­rer Bücher mehr durch die „Zen­sur“ ande­rer Ver­lage. Das ist sehr nervenschonend.

NIMM UND LIES: Warum gerade „Christ­li­cher Medi­en­dienst“? Warum haben Sie sich für die­sen Namen entschieden?

Plock: „Medien“ des­halb, weil wir nicht nur Bücher, son­dern auch CDs und DVDs pro­du­zie­ren und ver­trei­ben. „Dienst“ darum, weil wir mit unse­rer Lite­ra­tur wirk­lich den ein­zel­nen Lesern und Gemein­den die­nen wol­len. Ein drit­ter Dienst besteht darin, dass wir mit unse­rer Ver­lags­ar­beit auch „finan­zi­ell“ die­nen wol­len. So schenkte es der HERR, dass wir schon mehr­mals ganze Palet­ten von Lite­ra­tur in ost­eu­ro­päi­sche Län­der wie Slo­we­nien und Rumä­nien ver­schen­ken konn­ten. Dar­über hin­aus unter­stüt­zen wir mit 50% des Erlö­ses aller Fruchtenbaum-Bücher die welt­weite Arbeit unter den Juden.

NIMM UND LIES: Wie sieht Ihr Ver­lags­pro­gramm aus? Wo lie­gen die Schwerpunkte?

Plock: Wie bereits erwähnt ist es uns eine große Freude, dass wir bereits zehn Bücher von Dr. Arnold Fruch­ten­baum im Pro­gramm haben dür­fen, dar­un­ter eine hoch­wer­tige Kom­men­tar­reihe bib­li­scher Bücher sowie den Best­sel­ler „Das Leben des Mes­sias“, von dem gerade die 6. Auf­lage gedruckt wird. Einen ande­ren Schwer­punkt bil­den Bücher zur Stär­kung von der Ehen sowie Bücher von mei­ner Frau und mir. Ansons­ten prü­fen wir jedes Manu­skript und ent­schei­den im Ein­zel­fall, ob wir es dru­cken oder nicht.

NIMM UND LIES: Man­chen Chris­ten sind die Preise für christ­li­che Lite­ra­tur und Medien zu hoch. Was mei­nen Sie dazu?

Plock: Das dachte ich frü­her auch, und sicher­lich gibt es immer wie­der über­höhte Preise. Aber seit­dem ich weiß, wie viele Kos­ten bei der Pro­duk­tion von Büchern anfal­len und dass man immer wie­der mit Ver­lus­ten rech­nen muss (bei­spiels­weise durch Bücher, die nicht lau­fen, Gerichts­pro­zesse etc.), denke ich da ein biss­chen anders. Wenn z.B. Bücher über­setzt wer­den müs­sen und Rechte an aus­län­di­sche Ver­lage gezahlt wer­den müs­sen, kann man fast kein Buch unter 10,- Euro pro­du­zie­ren – es sei denn Ver­lage wie CLV kön­nen gleich mit hohen Auf­la­gen (20.000 und mehr) an den Start gehen.

NIMM UND LIES: Einige Ver­lage haben bereits den Schritt gewagt, durch die Nut­zung von neuen Medien ihre Pro­dukte zu ver­mark­ten. Was sind Ihre Metho­den im Mar­ke­ting? Oder anders gefragt, wo sehen Sie bei sich Verbesserungspotential?

Plock: Das ist prin­zi­pi­ell nicht schlecht. Aber wenn man seine Pro­dukte bei Face­book usw. ver­mark­ten will, braucht man Fach­leute. Sol­che Dinge loh­nen sich erst ab einer bestimm­ten Verlagsgröße.

NIMM UND LIES: Mit www.christlichebooks.de (www.cebooks.de) ist der erste Online-Shop für christ­li­che eBooks auf dem Markt. Exis­tie­ren Pläne in Zukunft Bücher in digi­ta­ler Ver­sion anzubieten?

Plock: Das machen wir zum Teil bereits. Die Bücher, von denen wir Print– und Online-Rechte besit­zen, stel­len wir auf unse­rer Inter­net­seite www.mediendienst.org als pdf-Datei zum kos­ten­lo­sen Down­load bereit. Wei­tere Pläne haben wir zur­zeit nicht.

NIMM UND LIES: Wie sieht ein typi­scher Arbeits­tag bei Ihnen aus?

Plock: So ver­schie­den, dass es eigent­lich gar kei­nen „typi­schen“ Arbeits­tag gibt. Aber diens­tags und mitt­wochs inves­tiere ich am meis­ten Zeit in die Ver­lags­ar­beit. Manu­skripte lese ich oft am Wochen­ende, wenn ich zu Vor­trags­diens­ten unter­wegs in den Gemein­den bin.

NIMM UND LIES: Wel­che Her­aus­for­de­run­gen beschäf­ti­gen Sie als Ver­lag zur Zeit beson­ders stark?

Plock: Wir wür­den gerne unsere Pro­dukte im deutsch­spra­chi­gen Aus­land noch mehr bekannt machen. In der Schweiz sind wir bereits rela­tiv gut ver­tre­ten, aber Öster­reich liegt uns sehr am Her­zen. Wir pla­nen dort eine Ver­lags­aus­lie­fe­rung aufzubauen.

NIMM UND LIES: Wel­ches Pro­jekt steht bei Ihnen als nächs­tes an?

Plock: Wir arbei­ten an einem neuen Buch mei­ner Frau und hof­fen auch in 2012 wei­tere Bücher von Arnold G. Fruch­ten­baum ver­öf­fent­li­chen zu können.

Veröffentlicht von Alexander Rempel

Christliche Literatur ist meine Leidenschaft. Meine Mission sehe ich deshalb in der Vorstellung von guten christlichen Medien. Gerne verweise ich auch auf interessante Neuigkeiten aus der christlichen Verlagswelt. Ich bin verheiratet und wohne mit meiner Frau und unserem Sohn Theo und Tochter Hannah im Rheinland.

5 Kommentare

  1. Obwohl ich die Arbeit und den Dienst von Plock sehr respek­tiere, blei­ben Vor­be­halte wegen armi­nia­nis­tisch und dis­pen­sa­tio­na­lis­tisch gepräg­ter Theologie!

  2. Mir sind Facebook-Ranking für Ver­lage und Best­zel­ler­lis­ten für Bücher nicht wich­tig, weil sie oft sehr wenig Aus­sa­ge­kraft haben, aber bestimmt war bei eini­gen das Mar­ke­ting gut. http://www.theoblog.de/seit-vier-monaten-gewinnt-die-liebe/12965/ Für mich ist viel wich­ti­ger der Inhalt und ob das Buch eine Nach­hal­tig­keit hat also einen blei­ben­den Wert auch für spä­tere Leser haben könnte.

  3. So ein Facebook-Ranking und Best­sel­ler­lis­ten müs­sen sicher­lich immer auf ihre Rele­vanz und Aus­sa­ge­kraft geprüft wer­den. Sinn­voll und span­nend sind sie mir allemal.

  4. Face­book ist vor allem ober­fläch­lich und des­we­gen hier ein „Gefällt mir“ für Joschie. Ent­schei­dend ist doch die Rele­vanz eines Diens­tes oder Buches und nicht, wie viele „Freunde“ der Ver­lag oder die ent­spre­chende Seite hat. Der Bekannt­heits­grad mag — unter Facebook-Nutzern (!) — stei­gen, aber das ist auch schon alles.

    Auf­pas­sen muss man neben­bei gesagt auch, dass man andere in sei­nem Eifer nach mehr „Freun­den“ nicht nervt und mit den vie­len — oft stumpf­sin­ni­gen — Pos­tings nicht das eigent­li­che Ziel ver­fehlt (vor­aus­ge­setzt man kennt sein Ziel…).

    PS: Gutes Inter­view. Danke!

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