Leben als Christ
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Wayne A. Mack: Demut – die vergessene Tugend

Einen versierten Leser erkennt man daran, dass er sofort einen Stift zückt, wenn jemand eine Buchempfehlung ausspricht. Wenn die Person sogar den Autor kennt und in irgendeiner Form zum Buch beigetragen hat, ist diese Empfehlung besonders wertvoll. Heute stelle ich ein Buch vor, nicht nur weil ich es wichtig finde, sondern weil es eine Person wertvoll findet, die ich schätze. Joel R. Beeke hat das Vorwort – somit eine Empfehlung – für das Buch Demut – die vergessene Tugend geschrieben. Ich kenne Joel R. Beeke weder persönlich, noch habe ich ihn real gesehen. Da ich aber einiges von ihm selber gelesen und seine Vorträge gehört habe, würde ich jedes Buch lesen, welches er empfiehlt. Nachdem ich das Vorwort von Demut las, wusste ich, dass ich das Buch mit großem Interesse lesen würde.

Es sind vor allem drei Aspekte, weswegen ich dieses Buch vorstelle und weiter empfehle.

1. Der Autor verarbeitet in seinem Buch wertvolle Zitate seiner geistlichen Vorbilder.

In der Regel ist es mühsam, Bücher zu lesen, die auf jeder zweiten Seite ein längeres Zitat enthalten. Andererseits offenbaren die Zitate die Quellen und die geistlichen Vorbilder des Autors. Wenn diese sorgsam ausgewählten Zitate dezent dosiert und angemessen verarbeitet werden, verleihen sie dem Buch Würde und Qualität. Macks Buch enthält wertvolle Zitate u.a. von Augustinus, Bunyan, Edwards, Spurgeon und Watson. Diese dienen zur Bestätigung und Erhellung biblischer Wahrheiten. Beim Durcharbeiten des Buches war ich immer wieder gespannt auf das nächste wertvolle Zitat.

2. Der Autor hat sein Buch als Arbeitsbuch konzipiert.

Wer vor dem Schlafengehen unbedingt ein gutes Buch lesen möchte, sollte Macks Buch lieber nicht lesen. Es wäre zu schade, wenn der Leser nach einem herausfordernden Kapitel, müde das Licht ausschaltet und das gelesene nicht verarbeitet. Denn jedes Kapitel endet mit Übungsaufgaben zur Anwendung und Diskussion. Damit bezweckt der Autor zum einen, dass der Inhalt wiederholt und gefestigt wird. Zum anderen sind einige Fragen zur Selbsteinschätzung und -prüfung. Nur wer diese Aufgaben bearbeitet, zieht maximalen Nutzen aus der Lektüre. Was nützte dieses Buch, wenn man es stolz beiseitelege und viel über die vergessene Tugend wüsste, aber das Herz von Überheblichkeit überquillt.

3. Der Schreibstil des Autors erinnert an die Puritaner.

In der Einleitung zum Buch enthüllt der Autor seine Vorgehensweise. Diese erinnerte mich stark an die Vorgehensweise der Puritaner. Gründlich, aber nicht langwierig, kleinschrittig, aber nicht unmäßig. In seiner Einleitung zum Buch schreibt er:

Dieses Buch wurde aus der Bemühung heraus geschrieben, Stolz und Demut aus biblischer Sicht zu verstehen. Es soll uns helfen den zerstörerischen Stolz-Faktor in unserem Leben zu reduzieren und die wahre Demut in uns zu fördern. Dazu habe ich einen Vier-E-Ansatz verwendet. Auf Grund der Überzeugung, dass man nichts ablegen oder anlegen kann, ohne zu wissen, worum es sich dabei handelt, beginne ich dieses Buch mit der biblischen Erklärung von Stolz und Demut. Dann setze ich mich damit auseinander, wie man Stolz und Demut erkennen kann. Und schließlich erkläre ich, wie man wahre Demut entwickeln und den zerstörerischen Stolz eindämmen kann.

Es könnte der Eindruck entstehen, dass diese Vorgehensweise zu schematisch und zu trocken sei. Dies ist aber genauso wie bei den Puritanern bei Mack nicht der Fall. Er hat sowohl die Bibel aus auch den Menschen gründlich untersucht und kommt zu interessanten Ergebnissen. Nicht alles in diesem Buch war mir neu. Aber in jedem Kapitel gab es neue und frische Gedanken. Diese, in einfache Worte gefasst tiefe Gedanken, sind für Kinder als auch Väter im Glauben eine Hilfe, die vergessene Tugend wiederzuentdecken und sich anzueignen.

Titel: Demut – die vergessene Tugend
Autor: Wayne A. Mack
Sei­ten: 160
For­mat: 13,5 x 20,5 cm
Ein­band: Taschen­buch
Jahr: 2011
Ver­lag: CMV
Preis: 4,90 €
erhält­lich bei: cbuch, CMV

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