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Unter Linken – Ein schönes Versehen

Die Regel ist, dass auf eddi-on.de besonders empfehlenswerte CHRISTLICHE Bücher und andere Medien vorgestellt werden. Heute werde ich jedoch eine Ausnahme machen. Ich möchte euch „Unter Linken“ vorstellen.

Der Autor Jan Fleischhauer arbeitet für das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Der „Spiegel“ ist nun wirklich nicht bekannt, Sympathie für den christlichen Glauben zu hegen. Auch die politische Grundhaltung liegt sicherlich nicht im konservativen Milieu. Jan Fleischhauer scheint hier jedoch eine erfreuliche Ausnahme in der Redaktion des „Spiegels“ zu sein.

Da in meiner Freizeit, wie bei vielen, die tatsächliche Freizeit und somit auch Lesezeit begrenzt ist, nutze ich meinen Bürostuhl am Arbeitsplatz in den Pausen als Lesesessel. In den letzten Wochen nun, las ich „Unter Linken – Von einem, der aus Versehen konservativ wurde“. Ich muss sagen, dass ich bei keinem in den Pausen gelesenen Büchern regelmäßig in mich hinein lachen musste. Aber dieses Buch hat es geschafft.

Aber worum geht es in diesem mich so amüsierenden Buch eigentlich? Es geht, wie der Titel schon sagt, um die Linken in unserem Lande. Wenige sind es nicht. Bei den letzten Wahlen haben die linksorientierten Parteien eindrucksvoll gezeigt, wie viele Wähler diese hinter sich bringen können. Noch eindrucksvoller schaut es unter den deutschen Meinungsmachern aus. Bei einer repräsentativen Umfrage unter 1500 Journalisten verteilte sich die politische Sympathie wie folgt: Grüne: 35,5 Prozent, SPD: 26 Prozent, CDU: 8,7 Prozent, FDP: 6,8 Prozent, keine Präferenz: 19,6 Prozent. (S. 352)

Insgesamt fühlen sich also nicht einmal ein Sechstel der deutschen Journalisten den bürgerlichen Parteien verbunden. Es darf dem Wertkonservativen demnach nicht verwundern, wenn seine Position im linken Mediendschungel nur selten zu Sprache kommt. Umso größer nun mein Erstaunen bei einem Spiegel-Autor das zu finden, wonach bisher lange gesucht werden musste:

Eine Erkundung der linken Lebenswelten – persönlich, offen und sehr unterhaltsam. Linke Positionen in Deutschland müssen nicht verteidigt werden. Sie sind in den Medien tonangebend und sind nach eigener Auffassung der Inbegriff des Guten. Wer nicht links ist, macht sich schon verdächtig. Roger Köppel von „Die Weltwoche“ hatte das Buch so kommentiert: „Mit so viel Witz und scharfer Intelligenz hat sich noch keiner in Deutschland die Linke vorgenommen.“

Und es ist wahr. Kapitel für Kapitel eröffnen dem Leser einen immer besseren Einblick in das linke Denken. Dabei macht es einfach nur Spaß ein Buch zu lesen, in dem nicht immer nur Israel der Böse im Nahen Osten ist. Ein Buch, in dem nicht Blauäugigkeit und Gutmenschentum im Umgang mit Straffälligen und Migranten dominieren. Ein Buch, dass Leistung belohnen will und aufzeigt, dass die guten linken Motive oft schon in ihren Ursprüngen gar nicht so edel sind.

Jeder Wertkonservative wird an diesem Buch seine Freude haben. Es tut einfach gut, Positionen zu lesen, die in den säkularen Medien nur selten vorkommen. Und linksorientierte Leser werden hier eine manchmal bissige, aber insgesamt faire Beschreibung ihrer linken Lebenswelt entdecken.

Als Paperback bei Rowohlt erschienen und hier erhältlich.

5 Kommentare

  1. Tina sagt

    Sehr geehrter Herr Rempel,
    Sie nennen sich Christ? Und diffamieren andersdenkende Menschen als „Gutmenschen“? Das ist Nazijargon vom Feinsten. Sollten Christen nicht danach streben, die Welt zu verbessern, anstatt anderen diesen Versuch vorzuwerfen?
    Wieso sprechen Sie von „bürgerlichen“ Parteien? Sind wir nicht alle Bürger dieses Landes? Amüsiert bin ich auch immer, wenn Christen dem Kapitalismus in Reinstform huldigen. Kennen Sie nicht die Bibelstellen zum Tanz ums goldene Kalb, das Weinberggleichnis, die Bergpredigt, die Tempelszene? Glauben Sie ernsthaft, Jesus würde sich mit ihnen und Herrn Fleischhauer (der das 4. Gebot mit Füßen tritt) ins Fäustchen lachen?
    Erstaunlich, was so manche Menschen von der christlichen Botschaft mitnehmen.
    Mit verwunderten Grüßen,
    Tina

  2. Alexander Rempel sagt

    Sehr geehrte Tina,

    mir fällt es schwer, den Begriff „Gutmenschentum“ mit Nazijargon zu verbinden. Gibt es unter linksgerichteten Menschen kein Gutmenschentum?

    Dem Kapitalismus in Reinstform kann ich wenig abgewinnen.

    Ist es verwerflich, einer bestimmten Gruppe den Spiegel vors Gesicht zu halten und dabei erheiternde Widersprüche und Ungereimtheiten herauszustellen?

    Viele Grüße
    Alexander

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