Biblische Lehre, Erbauliches
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Paul Humburg: Sein Rat ist wunderbar

Eine Perle reformatorischer Literatur

9783929602623Heute möchte ich auf ein überaus hochwertiges und in unserer Zeit sehr notwendiges Buch aufmerksam machen.

Sein Rat ist wunderbar von Paul Humburg, ist eine Sammlung von fünf kürzeren Schriften des Autors Paul Humburg. Zu spät wurde ich auf diesen Gottesmann aufmerksam, der die Gabe hatte, schwierige theologische Zusammenhänge so zu vermitteln, dass jeder sie verstehen kann und man einen großen Segen aus der Lehre ziehen kann.

„Ewige Erwählung“ ist die erste der fünf Schriften Humburgs in diesem Sammelband und gibt eine gute Einführung in die Gnadenlehre. Vor Jahren las ich als ein hitziger Arminianer in diesem Buch, ohne mir wirklich etwas dabei zu denken und konnte durch die Argumentation wirklich überzeugt werden, dass Errettung nur von dem Herrn kommen kann. Seitdem verstehe ich auch, in welchem Zusammenhang Errettung, Gnade und Erwählung miteinander stehen.

Zudem habe ich festgestellt, dass genau dieses Werk die beste Schnittstelle zu sein scheint, um Menschen – die in dem Thema „Erwählung“ entweder eine Irrlehre oder ein Hindernis zum Heil sehen – aufzuzeigen, welcher Trost, welche Erhebung und welches Glück dahinter steht, zu wissen, dass man vor Grundlegung der Welt erwählt wurde.  Paul Humburg war für mich der Einstieg in reformierte Theologie.

„Die Versöhnung durch das Kreuz Christi“ ist eine herrliche Darstellung der Sühne. In dieser Schrift geht Humburg auf die große Bedeutung des Kreuzestodes Christi ein. Sehr feinfühlig, präzise und elegant zeigt Humburg auf das große Erlösungswerk Christi. Ich denke, auch diese Schrift könnte heute sehr hilfreich sein, „wieder zurück zum Kreuz zu kommen“. Drei weitere Betrachtungen, die mehr Bibelarbeiten sind, schließen diesen Sammelband ab. Dieses Werk bekommt auf jeden Fall das Prädikat „PFLICHTLEKTÜRE“.

Ein altes Lied zum Schluss:

Du musst ziehen! Mein Bemühen ist zu mangelhaft. Wo ihr’s fehle, fühlt die Seele; aber du hast Kraft, weil dein Wort ein Leben bringt und dein Geist das Herz durchdringt. Dort wird’s tönen bei dem Krönen: Gott ist’s, der es schafft.

Wahrlich Gottes Rat ist wunderbar.

David Gysel hat in den Kommentaren darauf aufmerksam gemacht, dass das Buch tatsächlich auch noch im Buchhandel erhältlich ist, beim Missionsverlag lässt sich das Buch 11,95 erwerben.

5 Kommentare

  1. Das Buch scheint im Missionsverlag der Evangelisch-Lutherischen Gebetsgemeinschaft „neu“ aufgelegt und immer noch erhältlich zu sein (siehe http://www.missionsverlag.de/v/verlagsprogramm). Derselbe Verlag hat das Buch „Keiner wie ER“ vom gleichen Autor auch im Verlagsprogramm.
    Was ich schon von Paul Humburg gelesen habe, hat mich ebenfalls begeistert. Mein Vater hat beide Bücher mit grosser Begeisterung gelesen.

  2. Zusatz: Seit Mai 2015 sind die Texte von Paul Humburg nicht mehr urheberrechtlich geschützt, da der 70. Todestag des Autors verstrichen ist. So können also allfällige weitere Texte von ihm unbürokratisch wieder zugänglich gemacht werden.

  3. Hab mir gleich mal „Sein Rat ist wunderbar“ ist wunderbar günstig bestellt. Bin sehr gespannt!
    Vielen Dank für den Tipp!

  4. JesusLiebtDich sagt

    Man darf sich nie auf einen Menschen selber beziehen, sondern immer auf die Bibel. Und die Bibel sagt, dass Jesus für die Sünden ALLER MENSCHEN gestorben ist und diejenigen, die zu ihm finden, errettet werden.

    1. Johannes 2, 2 – 1. Johannes 2, 2: Und derselbe ist die Versöhnung für unsre Sünden, nicht allein aber für die unseren sondern auch für die der ganzen Welt. (Und nicht nur für die Erwählten – und das ist nur ein Vers. Davon gibt es mehrere.)

    Außerdem sagt er, dass das Problem nicht dabei liegt, dass man nicht von sich aus zu ihm finden KANN, sondern WILL.

    Johannes 5, 39: Suchet in der Schrift; denn ihr meinet, ihr habet das ewige Leben darin; und sie ist’s, die von mir zeuget;
    Johannes 5, 40: und ihr wollt nicht zu mir kommen, daß ihr das Leben haben möchtet.

    Gott hätte gerne, dass alle Menschen zu ihm finden, aber nicht alle wollen. Die Erwählten sind die, die zu ihm finden. Jeder hat die Chance zu Gott zu finden und nicht nur einige „Erwählte“.

    Heutzutage geht es ständig darum, irgendwo irgendwelche Irrlehren ausfindig zu machen, anstatt einfach auf Gottes Wort zu hören. Man sollte sich nicht als Calvinist, Arminianer, oder sonst was sehen, sondern als Kind Gottes, das auf sein Wort hört und in der Schrift danach forscht.

    Wenn in dem Buch das rüberkommt, dann ist aber alles gut. Kommt es denn rüber? 🙂 Übrigens gibt es eine Seite, die ich empfehlen kann. 🙂

    http://www.jesus-is-savior.com/False%20Doctrines/Calvinism/calvinism-hutson.htm

  5. Sergej Pauli sagt

    Danke David Gysel für deinen Hinweis, habe meinen Artikel entsprechend aktualisert.
    eugen, dir viel Erfolg bei der Lektüre. Als Rezensent gibt es nichts besseres, als zu wissen, das empfohlene Bücher wirklich gelesen werden.

    Zuletzt, danke „JesusliebtDich“ für deinen Kommentar. Ich denke eben dass Buch vermittelte reformatorische Wahrheiten so Bibelgemäß, dass ich nie festgestellt habe, dass ein Mensch, der es mit aufrichtigem Herzen las, es als Irrlehre empfand. Als Feststellung dient ja, dass das Buch vom „Verlag der Liebenzeller Mission“ aufgelegt wurde, welcher weder besonders reformatorisch, noch calvinistisch ist…

    Ich denke, dem Autor von „sein Rat ist wunderbar“ geht es um Folgende Anliegen, die wirklich richtig und schriftgemäß sind:

    1. Wenn alle Menschen die selbe Chance haben, zum Glauben zu kommen, warum beten dann du und ich für unsere Angehörigen? Vorsehung und Gebet hängen so eng zusammen, dass Jesus sagen konnte: „Betet, dass eure Flucht nicht im Winter geschehe“, als er von zukünftigen Dingen sprach, obwohl doch für die Zukunft alles festgelegt ist, und Jesus prophetisch redet.
    Nur weil Gott die Menschen rettet und nciht die Menschen sich selbst, darf ich beten für ihre Errettung und auch glauben, dass Gebete wirksam sind.

    2. Wie betet man für die Errettung der verlorenen? „Herr, rette meinen Sohn, er ist so verstrickt in Sünden“, betet auch die einfältigste und primitivste alte Schwester. Sie hat im Herzen verstanden, dass nur Gott retten kann. Hier hängt Gebet und Erwählung zusammen.

    3. Schließlich, wie bin ich zum Glauben gekommen, (ich persönlich Sergej): Ich muss staunen und kann nur Gottes Gnade loben, wie lange und wie oft er mir nachgegangen ist. Ich komme aus einem atheistischen Hause und es ist so viel der Führung und der Gnade Gottes zu verdanken, dass ich überhaupt auf Jesus und das in ihm verborgene Heil aufmerksam wurde…
    Ich kann schließlich keinen Grund dafür angeben, der in mir wäre, warum ich gläubig werden sollte, und nicht all die zahlreichen meiner Freunde, die wirklich besser erzogen, sich besser benommen usw. haben als ich… Dennoch wurde mir Gnade zuteil. Es ist nur Gnade. Ich denke die Pietisten haben vielmehr von dieser überwindenden Gnade verstanden, als viele sog. „Calvnisten“ heute, da kann ich dir nur rechtgeben. Sehen wir doch welches Lied von F.H. Krüger etwa 1880 verfasst wurde:
    1. Gnade muss es sein –
    Gnade ganz allein!
    Alles andre geht in Stücke,
    ist nur eine schlechte Krücke.
    Gnade hält allein.
    Gnade muss es sein!

    2. Aller eigne Wert
    nur den Hochmut nährt.
    Alles, was ich selbst erworben,
    hat die Sünde ganz verdorben.
    Gnade muss es sein.
    Gnade ganz allein!

    3. Wenn zu herb der Schmerz
    und schier bricht das Herz,
    wenn im Tal es düster dunkelt,
    schau ich auf.
    Trotz allem funkelt
    mir der Gnade Schein.

    4. Also Gnad‘ allein –
    Gnade muss es sein!
    Gnad‘ zum Bleiben, Gnad‘ zum Gehen,
    Gnad‘, getrost beim Herrn zu stehen.
    Nichts als Gnad‘ allein –
    Gnade muss es sein!

    Oder denken wir an das Lied: Mir ist Erbarmen widerfahren. (übrigens alles Lieder, die in lutherischen, pfingslerischen usw… Kreisen gesungen, wie humanistisch auch eine Gemeinde wäre, ist das Liedgut aus alten Zeiten, ist dieses immer sehr sehr darauf erbicht: die unwiderstehliche Gnade und das Unvermögen des Menschen zu betonen):
    Mir ist Erbarmung widerfahren

    1)
    Mir ist Erbarmung widerfahren,
    Erbarmung, deren ich nicht wert;
    das zähl ich zu dem Wunderbaren,
    mein stolzes Herz hat’s nie begehrt.
    Nun weiß ich das und bin erfreut
    und rühme die Barmherzigkeit.

    2)
    Ich hatte nichts als Zorn verdienet
    und soll bei Gott in Gnaden sein;
    Gott hat mich mit sich selbst versühnet
    und macht durchs Blut des Sohns mich rein.
    Wo kam dies her, warum geschieht’s?
    Erbarmung ist’s und weiter nichts.

    3)
    Das muss ich dir, mein Gott, bekennen,
    das rühm ich, wenn ein Mensch mich fragt;
    ich kann es nur Erbarmung nennen,
    so ist mein ganzes Herz gesagt.
    Ich beuge mich und bin erfreut
    und rühme die Barmherzigkeit.

    4)
    Dies lass ich kein Geschöpf mir rauben,
    dies soll mein einzig Rühmen sein;
    auf dies Erbarmen will ich glauben,
    auf dieses bet ich auch allein,
    auf dieses duld ich in der Not,
    auf dieses hoff ich noch im Tod.

    5)
    Gott, der du reich bist an Erbarmen,
    reiß dein Erbarmen nicht von mir
    und führe durch den Tod mich Armen
    durch meines Heilands Tod zu dir;
    da bin ich ewig recht erfreut
    und rühme die Barmherzigkeit.

    (dies ist übrigens eines meiner Lieblingslieder und meines Erachtens beinhaltet es keine „false Doctrine“ :-))..

    Zuletzt: Ich gestehe ein, dass Ausführungen des Calvinismus immer der Logik ermangeln. Aber m.E. ist die Schrift nicht mit Logik und Rationalität, sondern die Offenbarung durch den Heiligen Geist. Der Weg der heute in vielen Gemeinden gegangen ist (weil man m.E. zu sehr humanistisch geprägt ist), Stelen wie Römer 8-10 und vor allem Epheser 1, 3-13 einfach zu ignorieren und mit theologischen Begriffen so umzugehen:
    „Erwählt sein“ bedeutet da hat sich jemand bekehrt
    „Vorsehung“ bedeutet einfach nur, dass Gott alles weiß, also Vorwissen
    „Vorherbestimmung“ bedeutet dass Gott alles wei, also Vorwissen
    „jemand ist berufen“, bedeutet dass er glaut.

    Diese Vorgehensweise kann ich nicht so akzeptieren. Ich glaube an Glaube, Buße, Abfall aber auch an Erwählung, Vorsehung und Berufung.

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