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Meine persönliche „Top-Ten“ Auswahl christlicher Werke

Man kennt sowas ja mindestens von M. Reich-Ranicki, der mit seinem „Kanon“, die lesenswertesten Werke klassischer und zeitgenössischer Literatur zusammengetragen hat. Man versucht mit einem solchen Kanon die größtmöglichste und beste Anzahl an Stilen und Motiven der Literatur abzudecken. Als Laie habe ich mich in der Tat an solcherlei Listen orientiert, um meine klassische Bildung abzudecken. Meine Idee ist es nun, eine Art „Top-Ten“-Liste von christlichen Büchern zu erstellen, die z.B. wenig Zeit haben viele Bücher zu lesen oder sich generell keine ‚Bücherwürmer‘ sind. Ich möchte jedoch von vornherein zwei Bemerkungen einfügen: Ich sehe mich nicht als Kritiker über geistliche Literatur. Da fehlt mir einfach der Umfang der Bücher, die ich las. Desweiteren ist diese Liste vor allem subjektiv; ich möchte Bücher vorstellen, die vor allem mir halfen. Jeder kommt aus ganz verschiedenen Verhältnissen und Standpunkten und würde ganz andere Werke wählen, da bin ich mir gewiss. Jedoch habe ich diese Liste schon einigen in meinem Bekanntenkreis mit Erfolg empfehlen können. Leider ist das Lesen einiger Bücher schon so lange her, dass ich nicht mehr weiß, ob ich heute noch so sehr von ihnen schwärmen würde. Auf jeden Fall wird man mit diesen Werken einen möglichst großen Themenbereich abdecken. Außerdem würde ich diese Werke vor allem für junge Christen empfehlen. Eine Diskussion und eure „Top-Ten“-Listen würde ich gerne ebenfalls hören.

1) Martin Luther: „Von den guten Werken“

Dieses Buch stellt einen ausführlichen Sermon über die 10 Gebote dar, und ist eine Art Vorgänger zum später entstandenen evangelischen Katechismus. An anderer Stelle gibt es eine ausführlichere Rezension dazu. Ich lese Luthers Werke gerne und mir scheinen zwei Werke besonders erbauend zu sein. Ausgewählte Schriften in 6 Bden„, von K. Bornkamm herausgegeben. Die Bände bekommt man z.B. bei Amazon.de. Sehr empfehlenswert ist in diesem Zusammenhang auch das Buch von H. Fausel, wieder aufgelegt 2008 bei SCM Hännsler : „D. Martin Luther – Sein Leben und Werk“. Würde jemand jedoch nur ein Werk von Luther lesen wollen, empfehle ich das oben genannte.

2) Charles Haddon Spurgeon: „The Soulwinner

(zu deutsch: Ratschläge für Seelengewinner). Dieses Buch war vor allem für die Studenten an Spurgeons Prediger Seminar gedacht. Seine Predigten werden heute ja immer noch recht häufig verkauft und aufgelegt, aber seine theologischen Schriften, findet man eher seltener. Es fordert einen jeden heraus, seinen Lebensstil soweit von Gott ändern zu lassen, dass man dadurch Seelen für Christus gewinnen kann. Ein Gedanke, der bei uns manchmal komplett verloren geht, da wir mit der Gemeinde so wie sie ist, ja zufrieden sind. Viele Dinge, wie das Verhalten, das Gebetsleben werden angesprochen. Somit ist das Buch höchst deprimierend für unser Selbstbewusstsein und lässt unser Hoffen allein auf Christus setzen. Ich habe hier deswegen das englische Original genommen, da es immer zu empfehlen ist, die Autoren in ihrer Sprache zu lesen (so lange man die Sprache denn kann). Meine Frau ist richtig begeistert von Spurgeon. Das besondere an seinen Büchern scheint mir die Tatsache zu sein, dass er von alt und jung, Mann und Frau und was es sonst an Unterschieden geben kann, gleichermassen gerne gelesen wird. Weitere sehr empfehlenswerte Werke von Spurgeon: „Lectures to my Students“, „Morning and Evening“ und die sehr bekannte „Treasury of David“ (gibt es allesamt auch auf deutsch zu erwerben). Einzelne ausführlichere Rezensionen findet man ebenfalls auf diesem Blog.

3) Robertson McQuilkin: „Biblische Ethik“

Dieses Buch ist im Grunde genommen eine moderne Version von Nr. 1. Anhand der 10 Gebote analysiert der Autor die biblische Ethik. Dabei fängt er mit der Analyse wichtiger Begriffe, wie Gesetz und Sünde an und endet mit einigen Abhandlungen über den Willen Gottes. Der Autor selbst versucht so viele Fragestellungen wie möglich gleichzeitig so breit wie möglich abzudecken. Dieses Buch hat mir sehr geholfen, zu verschiedenen Fragen klare Stellung zu beziehen.

4) John Bunyan: „The Pilgrim’s Progress“ (deutsch: „Pilgerreise“)

Über 300 Jahre alt und hat trotzdem Generationen geprägt. Leider in letzter Zeit in Vergessenheit geraten. Auch scheint mir die deutsche Übersetzung zu sehr geändert zu sein. Trotzdem werden viele Elemente der Nachfolge beschrieben. Ursachen für geistliche Niederlagen analysiert. Probleme auf dem Weg zum Himmel empfohlen. Eine wundervolle Allegorie über eines Mannes (und später auch einer Frau) Weg zur ewigen Seligkeit.

5) Watchman Nee: „Der geistliche Christ“

Ich habe hier zu einer PDF-Ausgabe verlinkt, die ich weder gelesen noch geprüft habe. Man findet jedoch noch überall dieses Buch in verschiedenen Online-Buchhandlungen. Ich habe vor allem als Jugendlicher gerne Watchman Nee gelesen und er hat mir vor allem mit seinen Quergedanken immer sehr angetan. W. Nee geht als chinesischer Christ ziemlich frei von einer 2000 Jahre alten Kirchengeschichte, wie wir Europäer an den Text ran und öffnet einem die Augen für mancherlei verborgene Schätze und Lehren der Bibel. Ich empfehle auch weitere seiner Werke, wie „In Hingabe leben“, „Nicht von dieser Welt“ und „Zur Ehre Gottes leben“. Leider ist es schon Jahre her, dass ich den geistlichen Christen las, somit ist es das Werk, dass demnächst wieder aufgefrischt wird.

6) Ole Hallesby : „Warum ich nicht religiös bin“, „Vom Beten“,„Wie ich Christ wurde“

Da sämtliche drei mir bekannte Werke von O. Hallesby recht kurz sind, nehme ich sie als eine Nummer auf. Diese Bücher halfen mir, die Gefahr der Bibelkritik zu verstehen. Aber vor allem die Bedeutung des Kreuzes, den wahren Sinn des Gottesdienstes und Gottvertrauens. Ole Hallesby ist vor allem für die zu empfehlen, die auch gerne mal anspruchsvolle christliche Literatur lesen wollen.

7) A.W. Tozer: eigentlich alles

Tozer ist aktuell mein Lieblingsautor. Obwohl ich nicht sämtliche seiner Werke gelesen habe, kann ich die, die ich las, wirklich empfehlen, z.B. „Muss man Gott fürchten?“, „Wie kann man Gott gefallen“ und „Das Wesen Gottes“.

8) C.S.Lewis: „Mere Christianity“ und „The Four Loves“

Ich persönlich lese ihn gern. Leider habe ich festgestellt, dass viele nur Freude an Lewis‘ komplexen und intellektuellen Gedankengängen haben und nicht verstehen wollen, dass C.S.Lewis wirklich Christ war. Somit befürchte ich, dass viele in den Büchern einen ausschließlich intellektuell zu erfassenden Christus suchen, den es nicht gibt. Trotzdem sind seine Werke apologetisch äußerst gut fundiert.

9) Josh McDowell: „Die Bibel im Test“

Absolutes Einstiegswerk in die christliche Apologetik! Es hat richtig Freude gemacht. Der Satz ist unter Umständen nicht ganz gelungen, aber die aufgeführte Menge an Zitaten, Statistiken haut einen vom Hocker. Man stellt fest, dass die Bibel besser überliefert ist als jegliches Werk von Shakespeare. Desweiteren wird sehr intensiv auf die theologische Bedeutung eines klaren Verständnisses über Jesus eingegangen genauso wie auf verschiedene Prophezeihungen des Alten Testamentes.

10)Werner Gitt: „Am Anfang war die Information“

Da die Auseinandersetzung mit der Schöpfungsfrage immer radikaler wird, empfehle ich hier ein Werk, dass einen ziemlich tiefgründigen Grund legt, wissenschaftlich fundiert für das Intelligent Design zu plädieren. Für überzeugte Kreationisten wie mich ein Muss. :-).

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Zuletzt noch mein liebster Bibelkommentar:

0) J.Calvin: „Commentaries, 23 Vol.“

Einen Bibelkommentar wollte ich ebenfalls empfehlen, und mein persönlicher Liebling ist eindeutig Calvins Bibelkommentar, welchen man sich auf deutsch leider nicht leisten kann. Die englische Version ist leider ziemlich anspruchsvoll zu verstehen, jedoch meine erste Quelle bei der Klärung von Verständnisfragen. Leider sind mehrere Bücher des Alten Testaments und die Offenbarung nicht ausgelegt. Bei der verlinkten Version kommt die Auslegung noch mit den „Constitutions“ Calvins daher.

Und jetzt: Frohes Lesen!

Anmerkung zum Schluss:Zu den meisten hier erwähnten Büchern findet man ausführliche Rezensionen im Blog!

11 Kommentare

  1. ich glaube du wolltest im ersten abschnitt sagen, dass die liste subjektiv ist, oder? 😉

  2. Sergej Pauli sagt

    jep korrekt, da sind auch noch weitere Stilfehler gewesen, davon ich einige korrigiert habe.
    Vielen Dank für den Hinweis

  3. Meine Top-Ten gehören fast alle der Kirchengeschichte an:

    10. Apologie der Konfessionen (Philipp Melanchthon)
    9. C.S. Lewis – Was der Laie blökt
    8. Wilhelm Busch – Plaudereien in meinem Studierzimmer (einer der Gründe, warum es die Glaubensstimme gibt).
    7. Martin Luther – Die 95 Thesen (eine kleine Schrift bewegt die Welt)
    6. unbekannt – Der deutsche Theologe (eine der wenigen Schriften, die in zwei Übersetzungen in der Glaubensstimme ist – nach Luther und nach Johann Arnd).
    5. Die Didache – Die Lehre der 12 Apostel (eine Lehrschrift aus dem 1. nachchristlichen Jahrhundert)
    4. Heinrich Fliedners Schrift über die Waldenser „Ein Märtyrervolk ohnegleichen“
    3. Franz Graf-Stuhlhofer „Das Ende naht“ und „(Fromme) Bücher kritisch lesen“ – ein Muss für jeden denkenden Christen
    2. Urbanus Rhegius – fast alles, besonders aber „Wie ein Christenmensch Gott, seinem Herrn, täglich beichten soll.“
    und Top 1 – und diesmal mit einem Link: Calvins Testament:
    http://www.glaubensstimme.de/doku.php?id=autoren:c:calvin:758

    P.S. Wie wäre es noch mit einer Top-10 der Bibelübersetzungen? Nicht ganz einfach, da die obersten drei sich nicht viel schenken:

    10. Elberfelder unrevidiert (finde ich zu schwer zu lesen; vielleicht gut fürs Bibelstudium.
    9. Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift (mir ist egal, wo die Apokryphen stehen, da ich sie kenne und einzuschätzen weiss).
    8. Martin Luther 1954
    7. Hans Bruns (trotz seiner Kommentare oder vielleicht auch deshalb)
    6. Allioli (katholisch, aber gut)
    5. Elberfelder revidiert
    4. Jerusalemer Übersetzung (Nachfolger der Allioli-Bibel)
    3. Luther vor 1900 (ich liebe diese Sprache)
    2. Hermann Menge (genau und sprachgewaltig)
    1. van Ess-Übersetzung (ich kann einfach nicht anders – ich liebe diese Übersetzung)

    Gruß & Segen,
    Andreas

  4. Meine Top-Ten

    1.Adolph Zahn, Wolf Christian Jaeschke „Von Gottes Gnade und des Menschen Elend“ Ein Querschnitt durch das Werk eines faszinierenden Verfechters einer vergessenen Theologie VKW
    2.Johannes Calvin „Von der ewigen Vorherbestimmung Gottes“ Übersetzt und herausgegeben von Wilhelm H. Neuser RVB
    3. Samuel E. Waldron, Robert Kunstmann „Das baptistische Glaubensbekenntnis von 1689“ Eine Erklärung für unseren Glauben heute RVB
    4. Speners Katechismuserklärung Erklärung der christlichen Lehre nach der Ordnung des Kleinen Katechismus Dr. Martin Luthers, Missionsvlg d. Ev.-Luth. Gebetsgemeinsch
    5. Iain Murray „Die Hoffnung der Puritaner“ Prophetieverständnis, Mission und Erweckung im Lichte der Kirchengeschichte RVB
    6.Paul Fleisch „Die Heiligungsbewegung“ Von den Segenstagen in Oxford 1874 bis zur Oxford-Gruppen-Bewegung Frank Buchmans Brunnen
    7.Carl Andresen u. Adolf M. Ritter „Handbuch der Dogmen- und Theologiegeschichte“
    3.Bände
    8. Greg Harris „Der Kelch und die Herrlichkeit“ Precept Ministries Sept.
    9. J.C. Ryle „Seid heilig“! Der Schlüssel zum erfüllten Leben. 3L
    10. Martyn Lloyd-Jones „Geistliche Krisen überwinden“ Edition VLM.

  5. Meine obersten 10 jedoch ohne Rangfolge. Von dem jeweiligen Autor hätte ich noch andere Werke anführen können, aber ich habe von jedem nur eines herausgegriffen.

    – Adolph Zahn (Hg. Jaeschke): Von Gottes Gnade und des Menschen Elend
    – H. F. Kohlbrügge: Zwanzig Predigten im Jahre 1846 gehalten
    – Johannes Wichelhaus: Die Lehre der heiligen Schrift vom Worte Gottes, vom Wesen und Werken Gottes, vom Menschen und Gesetz Gottes
    – Eduard Böhl: Dogmatik
    – Bernhard Kaiser: Christus allein
    – Johannes Calvin: Institutio – Unterricht in der christlichen Religion
    – Zacharias Ursinus/Caspar Olevian: Heidelberger Katechismus
    – Martin Luther: Vollständige Auslegung der Epistel St. Pauli an die Galater
    – C. H. Spurgeon: Christus im Alten Testament
    – A. W. Pink: Die Souveränität Gottes

  6. Sergej Pauli sagt

    Ich finde es sehr interessant, dass jeder doch so ziemlich eine andere Auswahl hat. Danke für eure Listen, werde mir einiges davon mal zum Lesen besorgen. Leider habe ich Luthers Galaterbriefauslegung noch nie als Buch gesehen, obwohl ich viel davon gehört habe.

  7. @ Ser­gej Pauli:
    Kürzlich habe ich entdeckt, dass die überarbeitete Walch-Ausgabe bei Google digitalisiert vorhanden ist. Alle 23 Bände wurden schön auf http://www.maartenluther.net/ zusammengestellt. Die Auslegung des Galaterbriefs von 1535 (anderswo steht 1531 und ich weiß gerade nicht wo der Unterschied ist, es aber noch eine von 1519 und 1523), welche ich Dir empfehlen würde, findest Du in Band 9.

    Gruß,
    Andreas

  8. Meine Top-Ten von Standardwerke:
    1.Elberfelder Studienbibel AT. und N.T. mit Sprachschlüssel Brockhaus
    2.Hexapla Altes Testament und Neues Testament Mitternachsruf
    3.Große Konkordanz zur Elberfelder Bibel Brockhaus
    4.Fritz Rienecker „Lexikon zur Bibel“ Brockhaus
    5. Lothar Coenen Klaus Haacker „Theologisches Begriffslexikon zum Neuen Testament“Brockhaus/Neukirchner
    6.Thomas Kinker „Die Bibel verstehen und auslegen“.2.Bände VKW
    7.Egelkraut, LaSor ,Hubbard, Bush, „Das Alte Testament“ Entstehung, Geschichte,Botschaft TVG-Brunnen
    8.Donald Carson / Douglas Moo „Einleitung in das Neue Testament“ Brunnen
    9.Karl Heussi „Kompendium der Kirchengeschichte“, Mohr Siebeck
    10.Bernhard Lohse „Epochen der Dogmengeschichte“ LIT-Verlag

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