Biblische Lehre, Biografien, Leben als Christ
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Meine persönlichen Lieblingsautoren christlicher Werke

Vor fast drei Jahren habe ich hier im Blog meine liebsten christlichen Bücher vorgestellt. In dieser Zeit durfte ich einiges Neue lernen, und komme dadurch zum Ergebnis, einige Autoren neu dazu nehmen zu müssen, und andere wiederum aus der Liste zu streichen. Die Liste ist zudem nicht bewertend zu verstehen und ist total subjektiv. Zudem glaube ich, dass einige Autoren für andere Menschen weitaus hilfreicher sein könnten, als für mich; dies kann jedoch auch umgekehrt sein.

Eine Warnung sollte ausgesprochen werden: Egal welches Buch du lesen wirst, wenn du es mit der falschen Einstellung liest, wird es dir zum Schaden dienen, selbst wenn es die Bibel höchstpersönlich ist. Betrachte nur die ganzen Theologen, die Christus aus ihrer Theologie raus geworfen haben, und nichts mehr Rechtes in Gottes Wort entdecken können.

Bei jedem Autor möchte ich zudem hinzufügen, was seine Werke mir persönlich gebracht haben.

Autoren, die Ihren Stand halten

Eine Christliche Bibliothek sollte unbedingt Bücher von Martin Luther enthalten. Ich bin überzeugt davon, dass er christliche Wahrheiten auf so klare, lebendige Art vermitteln konnte, wie keiner nach ihm. Ich denke da an „Die Freiheit eines Christenmenschen“, „Von den guten Werken“, „Unterweisung wie man beten soll“, „Vom ehelichen Stande“. Luther war der absolute Vordenker aller Protestanten. Zudem glaube ich, dass vor allem Lutheraner heute gut daran tun würden, wieder zu Luther zurückzukehren. Manche wenden ein, Luther hätte massig Fehler. Recht geurteilt, aber bedenke, welches Gebetsleben und welchen Eifer Luther hatte, welche Liebe zum Herrn, und trotzdem so grobe Fehler begangen.

Wer darüber nicht erschrickt und sich fürchtet, selbst fehl zu gehen, ist blind für die totale Verdorbenheit des Menschen. Des Weiteren sind auch seine Briefe, Fabeln aber auch seine Kommentare, z. B. zu den Psalmen oder zum Galaterbrief, sehr wertvoll.  Die Schrift „Vom unfreien/geknechteten Willen“ zeigt sehr schön den großen Riss zwischen den Humanisten und den Reformierten auf und sollte uns helfen, auch heute ein großes Problem in der Christenheit darin zu erkennen, dass der Mensch und sein Wohlbefinden so sehr betont werden.

Luthers Werk hat mir geholfen zu verstehen, was die Neue Kreatur in Christus wirklich bedeutet. Oder anders ausgedrückt, wie groß tatsächlich der Unterschied der wiedergeborenen von der alten Natur ist.

Überaus erquickend empfinde ich die Schriften von „Ole Halesby„. Von diesem Autor würde ich gerne mehr lesen. Die Werke „Vom Beten“ und „Warum ich nicht religiös bin“ werden sicherlich jedermann hilfreich sein können. Mir gefällt sehr die systematische, präzise und seelsorgerliche Art des Autors. Ich würde mir wünschen, dass mehr Bücher von ihm in deutscher Sprache erscheinen würden.

Seine Werke haben mir persönlich geholfen zu verstehen, was das allgemeine Priestertum ist: Dienst für Gott ist jede kleinste Tat, die zur Ehre Gottes gebracht wird.

Als überzeugter und mit Freude erfüllter Baptist kann ich natürlich nicht an Charles H. Spurgeon vorbeigehen. Dieser Fürst der Prediger hat es geschafft Gottesdienst für Gottesdienst seine Gemeinde zu Christus zu führen. Neben über 2000 verschiedenen (45-Minütigen) Predigten war Spurgeon auch ein großartiger Schriftsteller. Neben den Werken wie „Hüte meine Lämmer“ oder „Den Reden hinterm Pflug“, die seine dichterische Meisterhaftigkeit aufzeigen, ist vor allem sein Psalmenkommentar „Die Schatzkammer Davids“ sein Lebenswerk. Schließlich ist aber auch sein Matthäus-Kommentar „Das Evangelium vom Reich“ nicht von schlechten Eltern. Von seinen weiteren Werken zeichnen sich vor allem seine „Autobiographie“ und die Bücher „Ratschläge für Prediger“ und „Ratschläge für Seelengewinner“ durch hohe Qualität aus. Zu wünschen wäre, dass die letzten drei genannten Werke ungekürzt übersetzt erscheinen würden. Gerne verweise ich auf die Spurgeon-Bibliographie hier im Blog.

Von Spurgeon lernen wir über alle theologischen Streitigkeiten hinweg, sich auf Jesus und auf Ihn allein zu konzentrieren.

Ein weiterer Baptist ist natürlich  John Bunyan. Die Pilgerreise sollte Pflichtlektüre sein. Leider ist sie es nicht. Viele verachten das Buch als oberflächlich, doch frage ich mich, ob man tatsächlich verstanden hat, wie tief Bunyan gegraben hat. Ein weiteres gutes Werk ist der „Heilige Krieg“. Zudem ist auch seine Autobiographie „Gnade für der Sünder Größten“ ein Meilenstein christlicher Autobiographien.

Von Bunyan lernen wir, dass man nicht nur durch die enge Pforte gehen muss, sondern auch auf dem schmalen Pfad  wandelt, wenn man Christ ist.

Robertson McQuilkins „Biblische Ethik“ ist immer noch das beste Werk auf diesem Gebiet. Leider ist mir nichts mehr über ihn noch über seine weiteren Werke bekannt.

William MacDonald finde ich sehr hilfreich. Seine Lehre wurde durch seinen tadellosen Lebensstil bestätigt. Vor allem die Bücher „Joseph erinnert mich an Jesus“, oder „Höchstpreis gezahlt“ sind sehr wertvoll. Auch sein Bibelkommentar ist gut gelungen, obwohl es meines Erachtens besseres auf dem Markt gibt. Am besten gelungen und sehr hilfreich ist sein Werk „Seiner Spur folgen“. Dieses Werk erhält ebenfalls das Prädikat: Pflichtlektüre.

Von William MacDonald habe ich gelernt zwischen der sichtbaren und der unsichtbaren Gemeinde zu unterscheiden. Was Fragen der Gemeindeordnung angeht, stimme ich bis heute ziemlich völlig mit den „Plymouth-Brethren“ überein. Leider ist die Brüderbewegung heutzutage derart zerstritten und in zig kleine Grüppchen unterteilt, so dass eigentlich der ursprüngliche Sinn der Brüderbewegung ganz verloren gegangen ist. Man müsste der ein oder anderen Gemeinde mal die Gemeindepraxis von Georg Müller oder Anthony Norris Groves unter die Nase halten. Meines Erachtens haben viele der Brüdergemeinden in Deutschland nicht mehr viel mit Ihren Anfängen gemein, was nur zu bedauern ist.

Neue Autoren (die ich in diesen Jahren entdeckt habe)

J.C. Ryle war ein Autor, den ich erst vor etwa einem Jahr kennengelernt habe. Von seinem Buch  „Seid Heilig“ bin ich immer noch sehr angetan. Aber auch „Fünf Märtyrer“ ist eine erstklassige Biographie über fünf protestantische Märtyrer zur Zeit Marias Tudor der Blutigen. Ryle zeichnet sich durch seinen präzisen, ausgeglichenen Stil aus.  Er gräbt nicht nur tief sondern auch breit. Ryle ist ein Autor, von dem ich in Zukunft mehr Bücher lesen möchte.

Ryle half mir sehr den Zusammenhang und den Unterschied zwischen Rechtfertigung und Heiligung zu verstehen. In den Wirren unserer Zeit unbedingt Pflichtlektüre.

Thomas Watson ist der Puritaner, der mir bisher am besten gefällt. Sein Stil ist farbig, mit zahlreichen Beispielen geschmückt. Sein Wissen der Schrift scheint grenzenlos zu sein. Sein Werk „Die Lehre der Buße“ ist ein Schmuckstück, aber „The Body of Divinity“ ein Diamant. Die beste Dogmatik die ich gelesen habe.

Von Watson habe ich gelernt, dass der Kern des christlichen Lebens darin besteht, zur Ehre Gottes zu leben und sich in Ihm zu erfreuen.

Arthur W. Pink war eine totale Überraschung. Bisher habe ich nur das Werk „Was ist rettender Glaube gelesen“. Harte aber nötige Speise.  Aber auch  J. Gresham Machen  ist ein Autor, den ich neu entdeckt habe und sehr angetan bin. Hier fällt mir z. B. seine „Einführung in das Neue Testament“ ein (meines Erachtens nur auf Englisch erhältlich). Schließlich gehört Peter Masters zu meinen aktuell am liebsten gelesenen Autoren. Sein Werk „Steps for Guidance“ lese ich derzeit und empfinde es als sehr hilfreich für mein Leben.

Wer unbedingt erwähnt werden muss ist Oswald Sanders.  Dadurch dass der CMV-Verlag wieder seine Werke auflegt, wurde der christliche Büchermarkt in Deutschland um einiges bereichert. „Zur geistlichen Reife“ ist ein Werk, in dem wirklich jede Seite lesenswert ist. Der Autor zeigt die wunderbaren Wege Gottes auf. Oswald Sanders zeigt auf, was Leben im Geist wirklich ist.

Weiteres

Falls der Leser noch Geld oder immer noch Platz im Regal hat, möchte ich noch einige weitere Autoren erwähnen, die ich für hilfreich empfinde, auf die ich aber nicht weiter eingehen möchte. Teilweise weil ich zu wenig von diesen gelesen habe, teilweise weil hier einfach der Platz knapp wird:

Wilhelm Busch ist einfach herrlich. John MacArthur sehr kurzweilig.  Watchmann Nee ist durchaus hilfreich, Paul Humburg  sehr hochwertig. Calvin ist sehr gelehrt, während Biographien (und davon nicht zu knapp) in keiner christlichen Bibliothek fehlen dürfen.

3 Kommentare

  1. Maria Lahnstein sagt

    Danke für diese wirklich guten Lesetipps. Einiges davon habe ich schon im Regal und weiß jetzt schon mal, was ich als nächstes lesen möchte.

  2. Sergej Pauli sagt

    Hallo Joschie, danke für deinen Kommentar,
    die falsche Einstellung ist es für den Kopf und nicht für die Seele zu lesen. Praktisch sieht dies folgendermaßen aus: Man liest ein Buch über Demut und meint schon man wäre demütiger. Mann liest „Mann mit Profil“ und man wähnt sich schon „durchprofiliert“ usw… Möglich dass da einfach Gebet, damit die gelesenen Lehren auch fruchten können…

    Die richtige Einstellung ist es, erstens, dass zu lesen was gut ist, und nicht alles was nur nicht schlecht ist.
    Und schließlich alles in der Hinsicht zu betrachten, ob es mich weiter in der Gnade wachsen lässt

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