Leserunde: Lit!
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Leserunde: Lit! A Christian Guide To Reading Books (VI)

Wir lesen wei­ter das Buch von Tony Rein­ke Lit! A Chris­tian Gui­de To Rea­ding Books und kom­men jetzt zum zwei­ten Teil: Eini­ge prak­ti­sche Rat­schlä­ge zum Bücher­le­sen. Oft fra­ge ich Men­schen, mit denen ich ins Gespräch kom­me, was sie gera­de lesen oder wel­ches gute Buch sie in letz­ter Zeit gele­sen haben. Sel­ten habe ich danach gefragt, wie jemand liest. Das wer­de ich in Zukunft ver­stärkt tun. Tony Rein­ke berich­ten in den kom­men­den Kapi­teln nicht nur, was er liest, son­dern auch wie er es tut. Für den zwei­ten Teil des Buches habe ich mir vor­ge­nom­men, jede Woche zwei Kapi­tel zu bespre­chen. Immer am Diens­tag und Don­ners­tag lade ich alle Leser zur Dis­kus­si­on und Aus­tau­ein.Wir begin­nen also mit dem sieb­ten Kapi­tel, das die Über­schrift trägt: Mit Ent­schlos­sen­heit lesen. Sechs Prio­ri­tä­ten, die ent­schei­den, wel­che Bücher ich lese (oder nicht lese). Wich­ti­ge Grund­la­ge für eine aus­ge­wo­ge­ne Lese­kost ist eine Prio­ri­tä­ten­lis­te. Der Autor hat für sich fol­gen­de Unter­tei­lung und Wer­tung unter­nom­men:

  1. Bibel­le­sen
  2. Lesen, um Chris­tus zu ken­nen und sich an ihm zu erfreu­en
  3. Lesen, um geist­li­ches Nach­sin­nen anzu­fa­chen
  4. Lesen, um per­sön­li­che Ver­än­de­run­gen anzu­lei­ten
  5. Lesen, um sich beruf­lich zu ver­bes­sern
  6. Lesen, um eine gute Geschich­te zu genie­ßen

Die ers­te und zwei­te Kate­go­rie kann ich für mich so über­neh­men. Ich lie­be die Bibel und möch­te ein Mann der Bibel sein. Nichts ist mit ihr ver­gleich­bar. Um Chris­tus (bes­ser) ken­nen­zu­ler­nen, lese ich z.B. wie­der­holt Die Herr­lich­keit Chris­ti von John Owen, Über­flie­ßen­de Lie­be von John Bun­yan, Gebor­gen in ihm von Richard Sib­bes und vie­le Pre­dig­ten von Spur­ge­on. Bücher aus die­se Kate­go­rie lese ich beson­ders inten­siv und meis­tens am Sonn­tag­abend.

Zur drit­ten Prio­ri­tät fand ich Rein­kes Auf­lis­tung inter­es­sant. Er liest (christ­li­che) fik­tio­na­le Lite­ra­tur, christ­li­che Bio­gra­fi­en und Auto­bio­gra­fi­en und Lyrik. „Ich lese Bücher, um geist­lich ange­regt zu wer­den. Für mich geschieht das durch ganz ver­schie­de­ne Buch­gat­tun­gen. Mei­ne Mög­lich­kei­ten sind weit und reich.“

Zur Kate­go­rie Num­mer 4 erschei­nen auf dem christ­li­chen Markt wohl die meis­ten Bücher (neben Roma­nen und Erzäh­lun­gen). Wie fin­det man die bes­ten her­aus? „Die bes­ten Emp­feh­lun­gen bekommt man meis­tens unter der Füh­rung eines wei­sen und bele­se­nen Pas­tors, der dich kennt.“

Bücher für die fünf­te Kate­go­rie wird jeder nach sei­ner beruf­li­chen Spe­zi­fi­ka­ti­on aus­wäh­len müs­sen. Dabei kann man zwi­schen all­ge­mei­nen und spe­zi­el­len Kom­pe­ten­zen (hard and soft skills) unter­schei­den. Man soll­te nie auf­hö­ren zu ler­nen. Bücher sind für Qua­li­fi­ka­ti­on und Wei­ter­bil­dung meis­tens die ers­te Anlauf­stel­le.

Den letz­ten Platz in der Prio­ri­tä­ten­lis­te nimmt bei Rein­ke Lite­ra­tur ein, die er zum rei­nen Ver­gnü­gen liest: Säku­la­re Lite­ra­tur, Roma­ne, Bio­gra­fi­en, Humor und Fan­ta­sy. Ich muss geste­hen, ich lese sel­ten Bücher aus die­ser Kate­go­rie. Die Zeit ist mir dafür zu scha­de. Ich grei­fe schon ab und an zu welt­li­chen Büchern, die nichts mit mei­nem Beruf und auch nichts mit der all­ge­mei­nen Bil­dung im wei­tes­ten Sin­ne zu tun haben. Es sind aber auf jeden Fall Bücher, aus denen ich ein irgend­ei­nen Gewinn erzie­len möch­te.

Die Idee, eine Prio­ri­tä­ten­lis­te anzu­le­gen fin­de ich äußerst sinn­voll. Und um nach einer gewis­sen Zeit sei­ne Lek­tü­re zu eva­lu­ie­ren, rate ich jedem ein Lese­ta­ge­buch zu füh­ren, in dem man auf­lis­tet was man wann gele­sen hat und evtl. Bücher bewer­tet und kurz rezen­siert. Tony Rein­ke nennt fol­gen­de Vor­tei­le eine Prio­ri­tä­ten­lis­te:

  • Prio­ri­tä­ten kon­zen­trie­ren die Aus­wahl für die eige­ne Biblio­thek auf die wich­tigs­ten The­men.
  • Prio­ri­tä­ten hel­fen die Balan­ce zu hal­ten und das gan­ze Spek­trum der zu lesen­den Bücher nicht aus dem Auge zu ver­lie­ren.
  • Prio­ri­tä­ten hel­fen bei der Bewer­tung von Büchern.
  • Prio­ri­tä­ten hel­fen zu unter­schei­den, wel­che Auto­ren zu einem bestimm­ten The­ma nütz­lich sind.
  • Prio­ri­tä­ten sor­gen für Aus­ge­wo­gen­heit, auch wenn sich die Lebens­um­stän­de ändern.
  • Prio­ri­tä­ten hel­fen bei der Ent­schei­dung, wann die Lek­tü­re eines Buches lie­ber auf­ge­scho­ben oder abge­bro­chen wer­den soll­te.

 

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NIMM UND LIES - dieser Aufforderung möchte ich selbst nachkommen und andere dazu motivieren und anleiten. NIMM UND LIES zuerst die Bibel und dann gute christliche Literatur. Denn beim Lesen lässt sich vortrefflich denken (nach Leo Tolstoi). Ich lebe mit meiner Frau und unseren vier Kindern in Baden-Württemberg.

3 Kommentare

  1. Nach­dem ich die bei­den Kapi­tel Mon­tag abend gele­sen hat­te, hab ich direkt mein Bücher­re­gal neu sor­tiert… Will sagen, das Buch ist mir sehr wert­voll und nütz­lich und ich freue mich, dass es hier bespro­chen wird. Es müss­te kom­plett ins Deut­sche über­setzt wer­den, sowas Aus­ge­wo­ge­nes fehlt uns Deut­schen sehr.

    Gera­de der Punkt, dass Lesen auch Spaß machen soll­te, for­dert mich wie­der neu her­aus. Die Freu­de am Lesen ist mir in letz­ter Zeit näm­lich zuneh­mend ver­lo­ren gegan­gen, lei­der. Das liegt auch dar­an, dass wir uns als Kon­ser­va­ti­ve viel zu viel um die Ver­tei­di­gung von irgend­was bemü­hen, die Dis­kus­sio­nen sind anstren­gend und ermü­den mich sehr. (Lese gera­de „Emer­ging Church“ von Car­son, fach­lich ist er wie immer sehr hilf­reich aber das Buch ein echt har­ter Bro­cken.)

    Auch den Punkt, dass jeder Autor Stär­ken und Schwä­chen hat, fin­de ich bemer­kens­wert. Wir soll­ten uns auf die Stär­ken kon­zen­trie­ren. Vie­le suchen statt­des­sen solan­ge nach den Schwä­chen, bis sie dann mit ihnen auch erfolg­reich die Stär­ken igno­rie­ren. Am Ende bleibt folg­lich nur die Bibel selbst (und die eige­nen Bücher, sofern man selbst Autor ist…:-))

    Fazit: Wei­ter so mit Eurem Blog, für mich und mei­ne Arbeit eine ech­te Berei­che­rung!! Und das Buch bekommt einen Ehren­platz im Regal.

    PS: Ich kom­bi­nie­re 6. mit 3. und ich emp­feh­le dazu noch­mal (genau wie Rein­ke):

    http://www.zeltmacher-buecher.eu/content/dienstanweisung-f%C3%BCr-einen-unterteufel

  2. Mir gefällt die Prio­ri­tä­ten-Lis­te auch sehr gut. Auch wenn ich mir noch nie aus­führ­lich über eine eige­ne Lis­te Gedan­ken gemacht habe, kann ich hier theo­re­tisch direkt zustim­men.
    Theo­re­tisch des­halb, weil mei­ne tat­säch­li­che Lek­tü­re doch stark davon abweicht. Ich habe über meh­re­re Jah­re alle Bücher notiert die ich las. Wenn ich jetzt zurück­bli­cke stel­le ich fest, wie „schlecht“ mei­ne Gewich­tung war. Ich hof­fe, dass es in die­sem Jahr bes­ser wird.

  3. eddi sagt

    Ich habe die Kate­go­ri­en für mich so über­nom­men, wie Rein­ke sie auch hat. Ich den­ke, man soll­te nicht ver­ges­sen, dass die Gewich­tung sich auch zeit­wei­lig ändern kann. Je nach Bedarf ändern sich bei mir die Prio­ri­tä­ten 2 – 6 kurz­zei­tig. Aber aufs hal­be Jahr oder aufs Jahr gese­hen, ver­su­che ich mei­ne Lese­kost danach aus­zu­rich­ten.

    Ein Buch was sowohl in die 3 und in die 6. Kate­go­rie fal­len wür­de, war: Am Ran­de der gefro­re­nen Welt von Nico­la Voll­kom­mer. Das buch ent­hält viel Humor, beschreibt aber auch die abso­lu­te Hin­ga­be einer Mis­sio­nars­fa­mi­lie. Das war übri­gens mein ers­tes E-Book, das ich gele­sen habe. Es hat Spaß gemacht 🙂

    Nur in der Kate­go­rie 6 (und nur zum Teil Kat. 4) wäre z.B. das Buch Ohne Netz: Mein hal­bes Jahr off­line von Alex Rüh­le.

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