Leserunde: Lernen, zu beten
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Leserunde: Lernen, zu beten (4)

Wir lesen jede Woche ein Kapi­tel aus dem Buch „Ler­nen, zu beten“ von D.A. Car­son. Heute sind wir beim 4. Kapitel angekommen und haben somit gut ein Drittel des Buches gelesen. Bisher gab es noch kaum Kommentare zu den einzelnen Kapiteln. Insgeheim hoffe ich, dass einige das Buch trotzdem mitlesen. Sommermonate sind natürlich auch immer Urlaubs- und Auszeiten, in denen man sich auch mal leichtere Lektüre gönnt. Für das Beten lernen eignet sich jede Jahreszeit, insbesondere aber der Sommer. Andererseits hoffe ich, dass diese Artikel eine Langzeitwirkung haben werden und die Besucher dieser Seite auch nach Monaten oder gar Jahren wegen dieser Artikel zum Buch greifen werden.

Das 4. Kapitel trägt die schlichte Überschrift „Für andere beten“. Auf den ersten fünf Seiten des Kapitels konnte ich zunächst nicht ganz nachvollziehen, wohin der Autor der Leser führt. Auch nach mehrmaligem Lesen konnte ich keinen nachvollziehbaren roten Faden erkennen. Auf Seite 94 kommt Carson dann aber zum Wesentlichen und zu etwas sehr Wichtigem:

Paulus‘ Gebete, auf denen in diesem Buch der Schwerpunkt liegt, fallen auf durch den großen Anteil, den die Fürbitte für andere Menschen und der Dank für andere Menschen darin einnehmen.

Das ist für mich ein wertvoller Hinweis. Als ich vor einiger Zeit den Philipperbrief auswendig lernte, ist mir genau das auch aufgefallen. Carson  bietet nun in seinem Buch an, diese Gebete von Paulus daraufhin zu untersuchen. Die meisten Gebete hat er in diesem Kapitel nacheinander aufgeführt und empfiehlt sie langsam und möglichst laut zu lesen. Nach wiederholtem Lesen fiel mir auf, wie oft er die Pronomen ihr, euch, euer u.a. verwendet. Wenn man sie alle unterstreicht, wird die Stoßrichtung der Gebete sehr deutlich. Schauen wir uns nur ein Beispiel aus dem Philipperbrief an:

Ich danke meinem Gott, so oft ich an euch gedenke, indem ich allezeit, in jedem meiner Gebete für euch alle mit Freuden Fürbitte tue, wegen eurer Gemeinschaft am Evangelium vom ersten Tag an bis jetzt, weil ich davon überzeugt bin, dass der, welcher in euch ein gutes Werk angefangen hat, es auch vollenden wird bis auf den Tag Jesu Christi (Philipper 1,3-6). (Hervorhebungen von mir)

Carson nimmt uns in diesem Kapitel aber nicht die Aufgabe ab, alle Gebete von Paulus im Hinblick darauf zu untersuchen, wofür er dankt und bittet. Für einzelne Gebete tut er das zwar. In Kapitel 2 und 3 hatten wir bereits den ersten Einblick in das Gebetsleben von Paulus. Auch in den folgenden Kapiteln werden wir noch vieles lernen dürfen. Doch bieten die Gebete des Apostels eine solche Fülle, die den Umfang dieses Buches wohl sprengen würden. Gehen wir doch selbst auf Entdeckungsreise!

Wenn wir Paulus‘ Beispiel folgen, werden wir also nie die gewaltige Bedeutung der Gebete für andere Menschen übersehen. […] Wir werden sehen, dass es zu unserer Aufgabe gehört, mit Dank und Fürbitte für andere Menschen vor Gott zu treten.

Kategorie: Leserunde: Lernen, zu beten

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NIMM UND LIES - dieser Aufforderung möchte ich selbst nachkommen und andere dazu motivieren und anleiten. NIMM UND LIES zuerst die Bibel und dann gute christliche Literatur. Denn beim Lesen lässt sich vortrefflich denken (nach Leo Tolstoi). Ich lebe mit meiner Frau und unseren drei Söhnen in Baden-Württemberg.

3 Kommentare

  1. Eddi, Du bist nicht allein! 🙂 Ich bin dabei.
    Für mich war das 4. Kapitel interessant, weil viele Gebete von Paulus – die ich sonst beim Bibellesen leicht als „Gebet“ übersehe – aufgereiht wurden. Es war für mich neu und bemerkenswert wie Paulus neben dem vielen Lob Gottes auch sehr viel Fürbitte für andere einlegt.

  2. Eddi Klassen sagt

    Eugen, ich wusste, dass du mich nicht im Stich lässt 😉
    Die Auflistung ist wirklich sehr interessant. Es sind nicht immer vorformulierte Gebete. Manchmal sind es Gebetsanliegen oder Paulus deutet die Richtung seiner Gebete an. Da haben wir noch viel zu lernen.

  3. Für mich ist immer wieder erstaunlich, wie konkret Paulus wird. Wenn wir anderen mitteilen, dass wir für sie beten, dann bleibt es meist bei einem schlichten „Ich bete für dich!“. Nicht so Paulus. Er nennt seine Gebetsanliegen offen und deutlich. Auch etwas, was wir lernen können…

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