Leserunde: Gott erkennen
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Kapitel 5: Der inkarnierte Gott

Leserunde: Gott erkennen

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Heute sind wir bereits beim fünften Kapitel des Buches „Gott erkennen“ von James I. Packer. In diesem Kapitel beschäftigt sich der Autor mit der Inkarnation Gottes: Der Fleischwerdung bzw. Menschwerdung Gottes. Als Einstieg in das Thema wählt der Autor die Schwierigkeiten der Menschen an die Wunder der Bibel zu glauben. Dabei muss man nur von einem einzigen Wunder überzeugt sein, dann wird man als Schlussfolgerung alle anderen Wunder annehmen. Wer verstehen kann, dass die „zweite Person der Gottheit zum zweiten Adam wurde“ (S. 60), bei dem lösen sich alle anderen Schwierigkeiten auf.

Im weiteren Verlauf des Kapitels geht Packer auf verschiedene Aspekte der Menschwerdung ein. Besonders gelungen fand ich die Auslegung zu Johannes 1,1-18 (S. 63 – 65). Packer zeigt auf, dass Johannes eine ganz klare Beweisführung führt, dass Jesus Christus wahrer Gott ist:

Das Geheimnis der Inkarnation ist unergründlich. Wir können es nicht erklären; wir können es nur in Worte fassen. Vermutlich hat es nie eine bessere Formulierung als die im Athanasianum gegeben (…): „Unser Herr Jesus Christus, der Sohn Gottes, ist sowohl Gott als auch in gleicher Weise Mensch… vollkommener Gott und vollkommener Mensch… obwohl er Gott ist und Mensch, ist er dennoch nicht zwei, sondern ein Christus; einer aber ist Er nicht aufgrund einer Verwandlung seiner Gottheit in Fleisch, sondern aufgrund der Aufnahme der Menschheit in Gott.“ Hier gelangen wir an die Grenze unseres Verstehens. Das Geheimnis der Krippe ist einfach unbegreiflich.

Was wir verstehen dürfen, ist jedoch, dass als Konsequenz auf Weihnachten Golgatha folgt. Erst durch das Sühneopfer verstehen wir nicht nur die Tatsache der Inkarnation, sondern auch ihre Bedeutung: Die Menschwerdung Christi ist ein Wunder der Gnade.

Im weiteren Verlauf des Kapitels geht der Autor auf die „Kenosis-Theorie“ ein: Diese läuft im ganzen darauf hinaus, dass Jesus zu historischen Fakten keine göttliche Autorität hatte. Die Theorie läuft darauf hinaus Bibelkritik und die Unfehlbarkeit Jesu auf eine recht seltsame Weise zusammenzuführen. Mir persönlich war dieser Abschnitt des Kapitels etwas zu kompliziert, aber soviel kann ich sagen:

Wir dürfen weder so tun, als hätte Jesus sich auf der Erdenzeit so sehr erniedrigt, dass er fehlbar wurde noch dürfen wir so tun, als wäre Jesus nur „symbolisch“ oder „virtuell“ auf dieser Erde: Das heißt, wir dürfen nicht der Annahme verfallen, Jesus als Gott kann nicht versucht werden (Jak.1.12ff), somit war sein Verhalten gegenüber Satan (Matth. Kap 4) nur ein Symbol um seinen Nachfolgern zu zeigen, wie man sich in Versuchungen verhalten soll. Diese Denkweise, die vermeiden will, dass man das göttliche in Jesus übersieht, geht mir zu weit. Denn dann würde der Kampf in Gethsemane, die Leiden am Kreuz, die langen Gebetsnächte und vieles mehr im Leben Jesus seine Bedeutung verlieren. Das wäre auch meine Antwort auf Frage 8 des Autors: Was bedeutet die Aussage: „Wir gewinnen eher den Eindruck, dass er seine göttlichen Fähigkeiten und seine göttliche Macht zurückhielt, statt hier eine Einschränkung der Gottheit zu vermuten“? Wie können wir diese Zurückhaltung begründen?

Als Text für diesen Abschnitt wähle ich Phil. 2.7-8: Er erniedrigte sich und wurde gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. Deshalb hat Gott ihn auch über alles erhöht und ihm den Namen verliehen, der über allen Namen ist.

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