Heinrich Töws — mit dem Christlichen Missions-Verlag im Gespräch

Der CMV in Bie­le­feld gehört mitt­ler­weile zu den größ­ten Anbie­tern von kon­ser­va­ti­ven Kin­der­hör­spie­len und Büchern für das Vor­le­seal­ter. Der von Men­no­ni­ten gegrün­dete Ver­lag bie­tet neben Kin­der­li­te­ra­tur ein umfang­rei­ches Ange­bot aus dem Bereich Jün­ger­schaft und Nach­folge. Dazu zäh­len neben Klas­si­kern wie „Zur geist­li­chen Reife“ und „Geist­li­che Leit­er­schaft“ von Oswald San­ders auch Erst­auf­la­gen wie „Demut — die ver­ges­sene Tugend“ von Wayne A. Mack.

NIMM UND LIES: Herr Töws, der Christ­li­che Missions-Verlag wurde von Mit­glie­dern der Mennoniten-Gemeinde Bie­le­feld ins Leben geru­fen. Wie kamen Sie dazu, einen neuen Ver­lag zu gründen?

Töws: Aus­schlag­ge­bend war die Tat­sa­che, dass viele wert­volle, aber ver­grif­fene christ­li­che Bücher ande­rer Ver­lage nicht mehr neu auf­ge­legt wur­den. Das woll­ten wir ändern, aber natür­lich auch mit neuen Pro­duk­tio­nen den christ­li­chen Markt bereichern.

NIMM UND LIES: Was ist das Beson­dere an Ihrem Verlag?

Töws: Wahr­schein­lich die enge Bin­dung an eine Orts­ge­meinde, da wir unsere Ver­lags­ar­beit als einen Zweig der Gemein­de­ar­beit betrach­ten, wo viele Gemein­de­glie­der ihre Gaben ent­fal­ten und für unse­ren Herrn ein­set­zen können.

NIMM UND LIES: In den letz­ten 20 Jah­ren wurde eine Reihe christ­li­cher Ver­lage gegrün­det. Wäre es nicht sinn­vol­ler bei ande­ren Ver­la­gen mit ähnli­cher Aus­rich­tung mitzuarbeiten?

Töws: Wir sehen die vie­len klei­nen Ver­lage durch­aus als eine Berei­che­rung an, wel­che auch die Viel­falt in der „christ­li­chen Kul­tur­land­schaft“ widerspiegelt.

NIMM UND LIES: Warum gerade „Christ­li­cher Missions-Verlag“? Warum haben Sie sich für die­sen Namen entschieden?

Töws: Das Wort „Mis­sion“ in unse­rem Namen wird manch­mal miss­ver­stan­den und weckt die Erwar­tung, dass wir vor allem mis­sio­na­ri­sche (kos­ten­lose) Schrif­ten ver­brei­ten wür­den, was jedoch nicht der Fall ist. Wir haben bei der Namens­ge­bung eher daran gedacht, dass der Erlös der Ver­lags­ar­beit die Mis­si­ons­ar­beit unse­rer Orts­ge­meinde för­dern soll. Unter Mis­si­ons­ar­beit ver­ste­hen wir dabei die Umset­zung des Mis­si­ons­be­fehls des Herrn, „Machet zu Jün­gern…“, und den­ken dabei nicht nur an das Aus-, son­dern auch an das Inland

NIMM UND LIES: Wie sieht Ihr Ver­lags­pro­gramm aus? Wo lie­gen die Schwerpunkte?

Töws: Wir haben mitt­ler­weile ein recht brei­tes Spek­trum an Erwach­se­nen– und Kin­der­li­te­ra­tur, wobei unser Schwer­punkt stets dar­auf gerich­tet ist, erbau­li­che Lite­ra­tur her­aus­zu­ge­ben. Wäre das Motto „Bücher, die wei­ter­hel­fen“ nicht bereits von einem ande­ren Ver­lag beschlag­nahmt, wür­den wir es auf unser „Wap­pen“ set­zen. Das Auf­zei­gen und Kri­ti­sie­ren zeit­ge­nös­si­scher Miss­stände (was sicher auch seine Berech­ti­gung hat) über­las­sen wir ande­ren Ver­la­gen und kon­zen­trie­ren uns statt des­sen auf Hil­fe­stel­lun­gen zum geist­li­chen Wachstum.

NIMM UND LIES: Man­chen Chris­ten sind die Preise für christ­li­che Lite­ra­tur und Medien zu hoch. Was mei­nen Sie dazu?

Töws: Da kann ich nur sagen: Unse­rer­seits tun wir alles, um die Preise gering zu hal­ten, doch hin und wie­der hören auch wir der­ar­tige Beschwer­den. Doch es dürfte jedem ein­leuch­ten, (1.) dass auch die Mit­ar­bei­ter christ­li­cher Ver­lage sich selbst und ihre Fami­lien ver­sor­gen müs­sen, (2.) dass ein Ver­lag gewisse „Gewinne“ ein­fah­ren muss, um wach­sen und neue Pro­dukte her­aus­ge­ben zu kön­nen, und schließ­lich, (3.) dass wir ja auch die Arbeits­plätze in unse­rem Land erhal­ten und nicht grund­sätz­lich in Billig-Lohn-Ländern pro­du­zie­ren sollten.

NIMM UND LIES: Einige Ver­lage haben bereits den Schritt gewagt, durch die Nut­zung von neuen Medien ihre Pro­dukte zu ver­mark­ten. Was sind Ihre Metho­den im Mar­ke­ting? Oder anders gefragt, wo sehen Sie bei sich Verbesserungspotential?

Töws: Der­zeit bemü­hen wir uns vor allem, mehr christ­li­che Buch­hand­lun­gen durch per­sön­li­che Besu­che unse­res Rei­se­ver­tre­ters für unsere Lite­ra­tur zu gewinnen.

NIMM UND LIES: Mit www.christlichebooks.de ist der erste Online-Shop für christ­li­che eBooks auf dem Markt. Exis­tie­ren Pläne in Zukunft Bücher in digi­ta­ler Ver­sion anzubieten?

Töws: Nein, der­zeit nicht.

NIMM UND LIES: Wie sieht ein typi­scher Arbeits­tag bei Ihnen aus?

Töws: Naja, ein sol­ches Inter­view zu beant­wor­ten gehört eher zu den unty­pi­schen Auf­ga­ben des Tages ;-) .

NIMM UND LIES: Wel­che Her­aus­for­de­run­gen beschäf­ti­gen Sie als Ver­lag zur Zeit beson­ders stark?

Töws: Eine schöne Her­aus­for­de­rung ist das seit zwei Jah­ren anhal­tende enorme Wachs­tum, da unser Ver­sand auf ehren­amt­li­cher Basis läuft. Neben dem dadurch immer grö­ßer wer­den­den „All­tags­ge­schäft“ ist es natür­lich auch eine blei­bende Her­aus­for­de­rung, an neuen Pro­duk­tio­nen zu arbeiten.

NIMM UND LIES: Wel­ches Pro­jekt steht bei Ihnen als nächs­tes an?

Töws: Der­zeit sind es eine Reihe klei­ner Pro­jekte. Große Pro­jekte wie in den ver­gan­ge­nen Jah­ren (z.B. das Gemein­de­lie­der­buch „Singt dem Herrn“ oder die „CMV-Materialsammlung“) ste­hen der­zeit nicht auf dem Plan.

www.cmv-shop.de - Christ­li­cher Missions-Verlag
www.leben-braucht-hoffnung.de - evan­ge­lis­ti­sche Seite der Mennoniten-Gemeinde Bie­le­feld

Veröffentlicht von Alexander Rempel

Christliche Literatur ist meine Leidenschaft. Meine Mission sehe ich deshalb in der Vorstellung von guten christlichen Medien. Gerne verweise ich auch auf interessante Neuigkeiten aus der christlichen Verlagswelt. Ich bin verheiratet und wohne mit meiner Frau und unserem Sohn Theo und Tochter Hannah im Rheinland.

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