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Glenda Revell: Ungewollt und doch geliebt

Abtreibung, sexueller Missbrauch, Sucht, Alkoholismus – diese und noch viele ähnliche Begriffe waren vor 100 Jahren nur selten öffentliche Themen. Früher oft tabuisiert – heute sind es Dinge, die thematisiert werden. Aber viele, die gerade sexuellen Missbrauch direkt oder indirekt erleben, fürchten sich darüber zu reden und fressen ihren Kummer und ihre Leiden in sich hinein.

Die Autorin Glenda Revell beschreibt in diesem Buch ihr eigenes Leben, in dem sie viel Leid und Hass erlebt hat.

Sie wurde als uneheliches Kind geboren, und hätte es damals schon die Abtreibung in dem Maße gegeben wie heute, wäre sie sicher abgetrieben worden. Ihre Mutter versank nach ihrer Geburt in eine tiefe Alkoholsucht, in der sie lange Jahre gefangen blieb. Trotz vieler Bemühungen gewann Glenda nie die Liebe ihrer leiblichen Mutter. Ihren leiblichen Vater hatte sie nie gesehen und kannte nicht einmal seinen Namen. Dagegen musste sie ihren Stiefvater mehr kennenlernen als ihr lieb war – regelmäßig missbraucht er sie.

Doch in all diesen Jahren wusste Glenda Revell, dass es einen Gott gibt und betete zu ihm, obwohl sie noch keine lebendige Beziehung zu ihm hatte. Sie litt an Magersucht und hatte schwere Depressionen. Eines Tages war der Punkt erreicht, an dem sie beschloss, ihrem Leben ein Ende zu setzen. Doch Gott hatte andere Dinge mit ihr vor und durch ein Traktat fand sie in letzter Minute Frieden mit Gott.

Das Buch ist sehr leicht zu lesen. Es hat knapp 130 Seiten und ist in einer relativ großen und recht gut lesbaren Schrift geschrieben. Ich habe nichts gegen schöne Gedichte die ein Kapitel einleiten, doch in diesem Buch fand ich sie störend. Die Gedichte, die oft eine ganze Seite einnehmen, hindern den Lesefluss, sodass der Leser sich immer wieder neu einfinden muss. Ansonsten ist es sehr gut zu lesen.

Ich würde das Buch jedem empfehlen, der etwas in der Art erlebt hat oder mit Menschen zu tun hat, die Glendas Schicksal teilen. Es kann ihnen Mut zu leben und die Kraft geben, den Hass und die Abscheu zu überwinden. Jenny R.

Daten
Titel: Ungewollt und doch geliebt – Wie Gott mich durch Leid und Ablehnung führte
Autor/Herausgeber: Glenda Revell
Seiten: 126
Format: 14 x 20 cm
Einband: Paperback
Jahr: 1. Auflage 2010
Verlag: Betanien Verlag
Preis: 6,90 EUR
erhältlich bei: cbuch, SCM Shop
Leseprobe: PDF
als Hörbuch: cbuch, SCM Shop

1 Kommentare

  1. Das Buch von Glenda Revell „Ungewollt und doch geliebt“, ist ein sehr ungewöhnliches Buch zu dem Thema Leid und Ablehnung. Die Autorin Glenda Revell berichtet darin ihre eigene Lebensgeschichte und dieses ganz ungeschönt und nüchtern. Dieses Buch hebt sich ab von anderen Büchern, die diese Probleme relativieren, mit Sätzen „du mußt nur richtig glauben, alles wird gut“ oder „an dieser Situation kann niemand was ändern“. Sie beschreibt, wie sie in ihrer sehr schmerzhaften Vergangenheit, sie ganz langsam zu Gott gezogen wurde. Die Autorin gibt kein Patentrezept über den Umgang mit Leid und Ablehnung. Sie gibt aber Zeugnis, wie sie als begnadigte Sünderin vor Gott steht, der stets in seiner Souveränität, bei ihr war. Ich wünsche diesem sehr seelsorgerisch geschriebenen Buch, eine weite Verbreitung. Diese Zeilen wurden von meiner Frau Sandra geschrieben.

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