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Gysel: Kaum ein gros­ser evan­ge­li­ka­ler Ver­lag zeigte sich bereit, Rechte ver­grif­fe­ner Titel abzu­ge­ben

Der Verlag Esras.Net stellt sich vor

David Gysel hat nach rund 20 Jah­ren Erfah­rung und Begeis­te­rung mit christ­li­cher Lite­ra­tur einen neu­en Ver­lag gegrün­det. Mit der Grün­dung 2009 erschien ein Titel dem jedoch bis heu­te kein wei­te­rer mehr folg­te. In einem Inter­view erklärt David Gysel Grün­de und Umstän­de.

NIMM UND LIES: Herr Gysel, Sie haben 2009 mit der Her­aus­gabe von „Ach Herr, wie lan­ge noch?“ den Ver­lag Esras.net gegrün­det. Wie kommt man dazu, einen neu­en Ver­lag zu grün­den?

Gysel: Man kann den kon­kre­ten Anlass und die lan­ge Vor­ge­schichte unter­schei­den. Eini­ge Wor­te zur Vor­ge­schichte: Wäh­rend mei­nes Theo­lo­gie­stu­di­ums an der STH Basel wuchs mein Anlie­gen der För­de­rung bib­lisch fun­dier­ter Lite­ra­tur. Gleich­zei­tig ent­wi­ckelte ich eine Lei­den­schaft für das Lek­t­o­rie­ren und Gestal­ten von Tex­ten. Nach Mit­ar­beit an deut­schen Ver­öf­fent­li­chun­gen öff­ne­te sich mir nach einem Wei­ter­stu­dium in Frank­reich die Türe zur fran­zö­sisch­spra­chi­gen theo­lo­gi­schen Lite­ra­tur­ar­beit. Eini­ge Jah­re küm­merte ich mich an der frei­kirch­li­chen Fakul­tät von Vaux-sur-Sei­ne bei Paris um die Biblio­thek, den Ver­kauf von Lite­ra­tur und lek­t­o­rierte Bücher und die Zeit­schrift des haus­ei­ge­nen Ver­lags. Lei­den­schaft für bibel­treue und fun­dierte Aus­bil­dung und eben­sol­che Lite­ra­tur fand da die volls­te Ent­fal­tung… bis mei­ne Frau und ich zur Über­zeu­gung kamen, dass unser von Gott zuge­wie­se­ner Platz zurück in der Schweiz zur Unter­stüt­zung unse­rer betag­ten Eltern sei. Wir hat­ten auch den Ein­druck, dass mein Bei­trag an der Fakul­tät abge­schlos­sen war.

Es galt nun, Got­tes Wil­le für mei­ne Arbeit in der Schweiz zu erken­nen. Ver­schie­denste Per­so­nen ermu­tig­ten mich, mei­ne fast 20-jäh­ri­ge Lite­ra­tur­er­fah­rung und mei­ne Bega­bun­gen in die­sem Bereich von unse­rem neu­en Wohn­ort aus wei­ter ein­zu­set­zen. Ich ana­ly­sierte vor dem Umzug sehr inten­siv den deutsch­spra­chi­gen christ­li­chen Buch­markt und zog Schluss­fol­ge­run­gen betreffs der Bedürf­nisse und der Mög­lich­kei­ten. Ein fran­zö­si­scher Ver­lag frag­te mich an, an einem Stu­di­en­bi­bel­pro­jekt ver­ant­wort­lich mit­zu­wir­ken. Es brauch­te eine juris­ti­sche Struk­tur dafür und für die ver­schie­de­nen Ide­en, wel­che ich als Got­tes Auf­trag sah. Dies führ­te zur Grün­dung der Esras.net GmbH. Der Name soll­te die Visi­on erken­nen las­sen.

NIMM UND LIES: Wel­ches waren denn die Schluss­fol­ge­run­gen aus Ihren Ana­ly­sen?

Gysel: Ich stell­te zual­ler­erst fest, dass bib­lisch fun­dierte Lite­ra­tur in den deutsch­spra­chi­gen christ­li­chen Online-Buch­hand­lun­gen weit­ge­hend ver­nach­läs­sigt wird. Ich sah, dass vie­le mir bekann­te und wich­tige Titel kaum auf­ge­führt wur­den, oder dann zu unrecht als vergriffen/nicht lie­fer­bar bezeich­net wur­den. Mein Wunsch wuchs, zu einer umfas­sen­de­ren Ver­brei­tung von bibel­treuer Stu­di­en­li­te­ra­tur bei­zu­tra­gen, auch in der Schweiz. Nach ver­schie­de­nen Gesprä­chen ent­schied ich mich, ein beste­hen­des deut­sches Online-Buch­hand­lungs­pro­jekt zu unter­stüt­zen – eine schlech­te Wahl, weil sich der Betrei­ber nach viel zeit­li­cher Inves­ti­tion mei­ner­seits als geschäft­lich unse­riös erwies.

Auf ver­le­ge­ri­scher Sei­te wand­ten sich ver­schie­dene befreun­dete Bibel­schul­do­zen­ten an mich, damit ich ver­grif­fene grund­le­gende Lite­ra­tur wie­der auf­le­gen soll­te. Nach Gesprä­chen und Ana­ly­sen ver­schie­de­ner beste­hen­der Ver­lage ent­schied ich mich, unter Esras.net einen Ver­lag zu eröff­nen. Der Ver­lag soll­te kei­nen Kon­kur­renz­zweck haben, son­dern inter­es­sier­ten Lesern die­nen und Lücken fül­len, wel­che von ande­ren überg­an­gen wor­den waren und für wel­che ande­re nicht offen schie­nen. Ich hat­te gemerkt, dass vie­le wich­tige Bücher von den gros­sen evan­ge­li­ka­len Ver­la­gen aus Ren­ta­bi­li­täts­grün­den nicht mehr auf­ge­legt wur­den – was die bibel­treue Aus­bil­dung erschwert.

Ich war auch wei­ter der Über­zeu­gung, dass Bücher immer noch einen gros­sen Ein­fluss haben, zum Guten oder Schlech­ten. Und dass unbib­li­sche Theo­lo­gie lei­der immer noch und immer wie­der an Raum gewinnt, dass also För­de­rung bib­li­scher Leh­re und kon­se­quent christ­li­chen Lebens nie unnö­tig wird.

NIMM UND LIES: War­um haben Sie gera­de „Ach Herr, wie lan­ge noch?“ als ers­tes Buch gewählt?

Gysel: Das Buch und der Autor waren mir seit Lan­gem bekannt. Es war dann der ers­te Titel, für den ich von einem Bibel­schul­do­zen­ten ange­fragt wur­de. Ich ver­han­delte für die Rech­te die­ses und ande­rer Titel mona­te­lang – erfolg­los. Kaum ein gros­ser evan­ge­li­ka­ler Ver­lag zeig­te sich bereit, Rech­te ver­grif­fe­ner Titel abzu­ge­ben, auch wenn die­se zum Teil bereits man­che Jah­re ver­grif­fen waren. Schliess­lich – als ich bereits auf­ge­ben woll­te – kam doch noch der posi­tive Bescheid für das Buch von Donald Car­son. Den zuerst hor­ren­den Preis für die deut­schen Rech­te konn­te ich auf ein erträg­li­ches Mass her­un­ter­han­deln, weil ich eigent­lich nur eine Print-on-Demand-Aus­ga­be plan­te. So ent­schied ich mich, doch damit den Ver­lag zu star­ten.

NIMM UND LIES: Wel­ches Pro­jekt steht bei Ihnen als nächs­tes an? Wann darf das nächs­te Buch erwar­tet wer­den?

Gysel: Aus finan­zi­el­len Grün­den muss­te ich eini­ge Mona­te nach Erschei­nen des genann­ten Titels eine säku­lare Stel­le anneh­men, zu wel­cher mir Gott auf wun­der­bare Wei­se die Türe öff­ne­te. Nebst Fami­lie, Gemein­de und die­ser Arbeit bleibt lei­der kei­ne Kraft, gros­se Pro­jekte zu ver­wirk­li­chen. Ich wür­de lie­bend ger­ne das Buch „Love Across Lati­tu­des – A work­book on Cross-cul­tu­ral Mar­riage“ von Janet Fra­ser-Smith über­set­zen. Aber Kraft und Zeit fehlt dazu, und mei­ne Fami­lie ist mir wich­tig, von Gott auch als Auf­trag gege­ben.

NIMM UND LIES: War­um inter­es­siert Sie die­ser Titel?

Gysel: Weil ich ein drin­gen­des Bedürf­nis sehe. Ich freue mich sehr über vie­le mis­sio­na­ri­sche Bewe­gun­gen. Als Neben­er­schei­nung die­ser Bewe­gun­gen und Ein­sätze ent­ste­hen vie­le Freund­schaf­ten und Ehen über Kul­tur­gren­zen hin­weg – mit oft schwie­ri­gen Spät­fol­gen. In mei­nen zwölf Jah­ren Aus­land­auf­ent­halt, davon 10 Jah­re ledig, wur­de ich sen­si­bi­li­siert für die­se Fra­gen. Die­ses Buch gibt jun­gen Paa­ren aber auch Pas­to­ren, Mis­si­ons­lei­tern usw. ein ein­zig­ar­ti­ges Werk­zeug, die Fra­gen rund um kul­turüber­grei­fende Ehe­vor­be­rei­tung anzu­ge­hen und damit soli­de christ­li­che Ehen zu för­dern – oder unnö­tige Schwie­rig­kei­ten zu ver­mei­den. Ein wich­ti­ger Bei­trag zur Mis­si­ons­be­we­gung… Viel­leicht fin­det sich ja jemand anders, die­ses Buch in Deutsch her­aus­zu­brin­gen.

NIMM UND LIES: Sie haben das Unter­neh­men, einen eige­nen Ver­lag zu füh­ren, also auf­ge­ge­ben?

Gysel: Ja, in gewis­sem Sin­ne schon – schwe­ren Her­zens. Gott müss­te mir prak­tisch pfan­nen­fer­tige Pro­jekte sen­den, dass etwas mög­lich wür­de.

NIMM UND LIES: Ist es über­haupt mög­lich mit einem neu gegrün­de­ten Ver­lag finan­zi­ell auf eige­nen Bei­nen zu ste­hen?

Gysel: In der Schweiz kaum, zu hoch ist der Unter­schied der Lebens­kos­ten im Ver­gleich zu Deutsch­land. In Deutsch­land hat Gott eini­gen durch Durst­stre­cken hin­durch­ge­hol­fen und ihre Ver­lags­ar­beit zur Blü­te gebracht. Die Ver­su­chung kann aber gross sein, Ren­ta­bi­li­tät über bib­li­sche Aus­rich­tung zu stel­len.

NIMM UND LIES: Was sind Ihrer Ansicht nach die größ­ten Her­aus­for­de­run­gen bei der Grün­dung eines Ver­la­ges?

Gysel: Es braucht ein Zusam­men­spiel ver­schie­dens­ter Fak­to­ren, um gute Ver­lags­ar­beit auf­zu­bauen und leis­ten zu kön­nen. Die­ses Zusam­men­spiel ist die eigent­li­che Her­aus­for­de­rung, nicht die ein­zel­nen Fak­to­ren an sich. Es braucht her­vor­ra­gen­des Mate­rial (seich­te Inhal­te gibt es bereits genug) und die Fähig­keit, die Qua­li­tät zu erken­nen resp. all­fäl­lige Ver­bes­se­run­gen vor­neh­men zu kön­nen. Dann gute ver­lag­s­tech­ni­sche Kennt­nisse, um dem Inhalt die wür­dige Form zu ver­lei­hen. Die nöti­ge Zeit und die Finan­zen. Und dann das Ver­triebs­netz. Ich muss offen geste­hen, dass ich nicht in allen Punk­ten auf der Höhe war.

NIMM UND LIES: Man­che neu­en Ver­lage legen einen Schwer­punkt auf die Neu­auf­lage ver­grif­fe­ner Lite­ra­tur. Ist es leicht die Rech­te für den Druck zu erwer­ben?

Gysel: Meh­rere gros­se ame­ri­ka­ni­sche Ver­lage began­nen mit sol­chen Neu­auf­la­gen. Das war mir auch Vor­bild (aus­ser in ihrer jet­zi­gen theo­lo­gi­schen Ver­wäs­se­rung). Lei­der scheint mir das Dienst­den­ken in die­sem Punkt bei eini­gen gros­sen evan­ge­li­ka­len Ver­la­gen Deutsch­lands abhan­den gekom­men zu sein. Auch Auto­ren sind öfters nicht an klei­nen Neu­auf­la­gen inter­es­siert, son­dern nur an ihren neus­ten Titeln. Des­halb muss ich die­se Fra­ge lei­der mit Nein beant­wor­ten.

NIMM UND LIES: Soll­ten die klei­nen christ­li­chen Ver­lage sich lie­ber um stär­kere Zusam­men­ar­beit bemü­hen um Kos­ten ein­zu­spa­ren und stär­ker auf­tre­ten zu kön­nen?

Gysel: Eine Zusam­men­ar­beit kann es auf der ver­le­ge­ri­schen Sei­te oder für die Ver­triebs­wege geben. In bei­den Berei­chen beste­hen aber auch Gefah­ren.

Auf der ver­le­ge­ri­schen Sei­te kann eine Zusam­men­ar­beit auch eine grös­sere Koor­di­na­tion för­dern. Damit könn­ten Lücken aus­ge­macht, Dop­pel­spu­rig­kei­ten ver­mie­den und stra­te­gi­sche Zie­le viel­leicht bes­ser erreicht wer­den. Durch freund­schaft­li­chen Gedan­ken­aus­tausch kann auch an der Qua­li­tät gear­bei­tet wer­den. Es kann aber auch sein, dass man auf dem kleins­ten gemein­sa­men Nen­ner der Pro­jekte ste­cken bleibt und Got­tes Zie­le ver­passt.

Für den Ver­trieb scheint mir Zusam­men­ar­beit unum­gäng­lich. Ich glau­be aber kaum, dass es nebst den jet­zi­gen Struk­tu­ren noch ande­re braucht. Wich­tig ist, dass die kla­re bib­li­sche Aus­rich­tung in die­sen Ver­triebs­struk­tu­ren erhal­ten oder wo nötig wie­der her­ge­stellt wird. Und dass die­se Ver­triebs­struk­tu­ren pro­fes­sio­nell arbei­ten (Zuver­läs­sig­keit, inhalt­li­che Kom­pe­tenz, tech­ni­sche Umset­zung).

NIMM UND LIES: Macht es über­haupt noch Sinn wei­tere christ­li­che Ver­lage zu grün­den?

Gysel: Ja. Wenn sie nicht als Kon­kur­renz zu ande­ren auf­tre­ten, son­dern einem spe­zi­el­len Bedürf­nis ent­spre­chen und pro­fes­sio­nelle Pro­dukte her­vor­brin­gen. Klei­ne Ver­lage kön­nen manch­mal ein ganz spe­zi­el­les Milieu errei­chen und gute Ide­en unbü­ro­kra­tisch umset­zen.

NIMM UND LIES: Was emp­feh­len Sie ange­hen­den Ver­le­gern, die trotz aller Her­aus­for­de­run­gen einen Ver­lag grün­den wol­len.

Gysel: Behal­tet bib­li­sche Leh­re, mis­sio­na­ri­schen Auf­trag, christ­li­chen Dienst als Mass­stab eurer Pro­jekte. Gott muss der bestim­mende Fak­tor sein, nicht struk­tu­rel­ler Selbst­zweck. Ver­sucht, das Pro­jekt nicht ganz allei­ne zu tra­gen, son­dern mit engen Glau­bens­ge­schwis­tern, wel­che euch ergän­zen, kor­ri­gie­ren und wel­che zur Qua­li­tät und Nach­hal­tig­keit des Pro­jekts bei­tra­gen kön­nen.

Wählt einen Namen, wel­cher ori­gi­nell ist und die geist­li­che Visi­on gut zum Aus­druck bringt.

Wählt einen pro­fes­sio­nel­len, bib­lisch ori­en­tier­ten Ver­triebs­part­ner. Auch die Wahl der Dru­cke­rei kann sehr wich­tig sein.

Ver­öf­fent­licht nur her­vor­ra­gende Pro­dukte, wel­che nicht schon gleich­wer­tig abge­deckt sind.

Seid gross­zü­gig zu Geschäfts­part­nern.

Seid ehr­lich in der Geschäfts­füh­rung, gegen­über Part­nern, Kun­den und Lie­fe­ran­ten.

Ver­gesst trotz aller Lei­den­schaft für Bücher nicht, dass ihr zu einer Gemein­de gehört, und dass Gott Men­schen liebt und nicht Bücher.

Und lasst euch nicht ent­mu­ti­gen, wenn nicht jedes Buch ein Ren­ner wird.

NIMM UND LIES: Zu guter Letzt: Wel­che posi­tive Leh­ren zie­hen Sie aus Ihren lang­jäh­ri­gen Erfah­run­gen in Frank­reich für die deutsch­spra­chi­gen Gebie­te?

Gysel: Die fol­gen­den Punk­te haben sich mir durch posi­tive wie auch ent­täu­schende Erfah­run­gen ein­ge­prägt.

Wo kon­se­quente Dienst­hal­tung gelebt wird, geschieht frucht­bare Zusam­men­ar­beit für Gott.

Wo pro­fes­sio­nelle ehr­li­che Geschäfts­füh­rung geschieht, kann guter Inhalt glaub­wür­dig und am bes­ten ver­trie­ben wer­den.

Wo auf­rich­ti­ges Bibel­stu­dium in gegen­sei­ti­ger Lern­be­reit­schaft geschieht, wird der reifs­te Inhalt wei­ter­ge­ge­ben.

NIMM UND LIES: Vie­len Dank für das Gespräch, Herr Gysel.

www.esras.net — Ver­lag Esras.net
www.cbuch.de — Aus­lie­fe­rer für D und A
www.petervoth.tumblr.com — Gra­fi­ker des Buch­co­vers

7 Kommentare

  1. Ich bin begeis­tert von dem Bei­trag, ganz gro­ßen Dank für die Mühe! Genau­so begeis­tert und dank­bar bin ich für das Buch „Ach Herr wie lan­ge noch?“ Was mich betrifft hat sich die Arbeit von esra.net wirk­lich gelohnt! Drit­tens wür­de ich mich freu­en über eine Über­set­zung von „Love Across Lati­tu­des“, da ich selbst in einer inter­kul­tu­rel­len Ehe lebe und auch vie­le ande­re ken­ne. Und schließ­lich spricht mir Herr Gysel in vie­len Punk­ten aus dem Her­zen und in vie­len ande­ren Punk­ten dan­ke ich ihm für die Erfah­rung, die er mit uns teilt.

    Möge unser HERR den christ­li­chen Buch­markt ganz neu gestal­ten, das ist mein Gebet. Und viel­leicht nimmt Er dabei ja wie­der esra.net (und auch Zelt­ma­cher:-) mit hin­ein in sei­ne Plä­ne. Zum Segen für die Men­schen, nicht zum Pro­fit.

  2. Joschie sagt

    Die Erfah­rung mit dem Dienst­den­ken das abhan­den­ge­kom­men ist wegen der Neu­auf­la­gen von älte­ren Büchern bei eini­gen gro­ßen evan­ge­li­ka­len Ver­la­gen Deutsch­lands kann ich nur bestätige.Dieses geht ja sogar, soweit das selbst auf mehr­ma­li­ge Anfra­gen wegen der älte­rer Bücher nicht eine Rück­mel­dung von den Ver­la­gen gekom­men ist.Es gibt ja vie­le alte Bücher, auf die es kein Rechts­an­spruch mehr gibt und die­se sind ein wah­rer Schatz.Diese Bücher sind ja meist in der Frak­tur­schrift geschrie­ben und die­ses ist ja für vie­le ein Pro­blem genau so, wie es für man­che Ver­la­ge das müh­sa­me Umschrei­ben in die Anti­qua Schrift ein Pro­blem war.Für das letz­te gibt es heu­te Dienst­leis­ter die die­ses Über­neh­men, danach müs­sen die Bücher noch Kor­rek­tur gele­sen wer­den und kön­nen den als Print-on-Demand-Aus­ga­be erscheinen.Es gibt zwei Mög­lich­kei­ten ent­we­der man jam­mert nur über die jet­zi­ge Situa­ti­on auf den christ­li­chen Buch­markt oder man steu­ert dage­gen in dem man bibel­treue Ver­la­ge in viel­fer­ti­ger Wei­se unter­stützt und so hilft, dass es mehr gute Bücher gibt.

  3. Hal­lo Rami und Joschie,

    ich den­ke, dass es kei­nen Grund gibt nur zu jam­mern. Dafür gibt es zu vie­le Ver­la­ge mit einem guten Pro­gramm. Es ist zwar rich­tig, dass eini­ge gro­ße Ver­la­ge einen gro­ßen Ein­fluss aus­üben, der lei­der nicht immer gut ist. Aber es gab in den ver­gan­ge­nen Jah­ren vie­le Ver­lags­gründ­un­dun­gen, die den Markt stark berei­chert haben. Ich bin sehr gespannt, wie sich die christ­li­che Ver­lags­welt im deutsch­spra­chi­gen Raum in der Zukunft ent­wi­ckeln wird. Es gibt bedenk­li­che Ent­wick­lun­gen. Aber genau­so gibt es zahl­rei­che sehr erfreu­li­che Vor­gän­ge…

    @Joschie
    Du schreibst: Es gibt ja vie­le alte Bücher, auf die es kein Rechts­an­spruch mehr gibt und die­se sind ein wah­rer Schatz.
    Woher weiß man denn, ob ein Rechts­an­spruch vor­han­den ist?

    alex

  4. Joschie sagt

    @Alex „Der Schutz des Urhe­ber­rechts wird nicht ewig gewährt (wie etwa das Eigen­tum). Der Schutz des Wer­kes beginnt, sobald die Vor­aus­set­zun­gen des § 2 Abs. 2 UrhG erfüllt sind. Es endet 70 Jah­re nach dem Tode des Urhe­bers (§ 64 UrhG). Ist der Urhe­ber anonym oder ver­öf­fent­licht er unter einem Pseud­onym, erlischt das Urhe­ber­recht 70 Jah­re nach Ver­öf­fent­li­chung. Mit Ende der Schutz­frist ist das Werk gemein­frei. Stets gemein­frei sind nach § 5 UrhG amt­li­che Wer­ke.“
    http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_Urheberrecht

  5. Ich habe mein aller­ers­tes Buch­co­ver für Esras.net gemacht (im August 2009) … David Gysel hat mir qua­si (über Beta­ni­en und HW Dep­pe) den Ein­stieg in die­ses „Gebiet“ ver­schafft … vie­len Dank dafür! Ein sehr gelun­ge­nes Inter­view … man kann sich nur wün­schen dass Gysel irgend­wann doch noch wei­ter­macht …

  6. Andy W. sagt

    Hal­lo,

    war­um nicht die Arbeit tei­len? Wäre es nicht mög­lich, die Über­set­zungs­ar­beit an einem wert­vol­len Buch kapi­tel­wei­se an meh­re­re Per­so­nen zu ver­tei­len? Es müss­ten sich „nur“ ein paar Leu­te fin­den, die Freu­de dar­an haben, und so lies­se sich auch ein grö­ße­res Pro­jekt in kür­ze­rer Zeit bewäl­ti­gen. Man könn­te das zu über­set­zen­de Pro­jekt auch online stel­len, Auf­ga­ben zutei­len und hät­te so das Ergeb­nis von allen immer vor Augen.

    Lie­be Grü­ße,
    Andre­as

  7. Hal­lo Andre­as,

    wie ich fin­de eine sehr gute Idee. Ein Ver­lag oder meh­re­re Ver­la­ge könn­ten die Struk­tu­ren dafür schaf­fen. Der Beta­ni­en Ver­lag z.B. ist schon mal ansatz­wei­se so vor­ge­gan­gen. Für das Lek­to­rat von „Der Tem­pel aller Zei­ten“ konn­ten sich Frei­wil­li­ge mel­den und jeweils einen Teil lek­to­rie­ren. Als klei­ne Aner­ken­nung bekam jeder Mit­ar­bei­ter ein fer­ti­ges Exem­plar des Buches.
    Ich den­ke, dass es grund­sätz­lich genü­gend Leu­te gibt, die sich an sol­chen Pro­jek­ten betei­li­gen wür­den. Aber die­se Frei­wil­li­ge müs­sen zuerst gefun­den wer­den und dann müs­sen die­se Frei­wil­li­ge auch die nöti­ge Zeit haben um zu über­set­zen, lek­to­rie­ren…

    Für einen Ver­lag wären sol­che Gemein­schafts­pro­jek­te zu Beginn sicher­lich nur sehr viel Arbeit. Die Frei­wil­li­gen müss­ten auf ihre Fähig­kei­ten getes­tet wer­den, viel Kor­re­spo­nenz mit den ein­zel­nen Mit­ar­bei­tern geführt wer­den… Aber wenn erst ein­mal eini­ge qua­li­ta­tiv gleich gut arbei­ten­de Frei­wil­li­ge „aus­ge­bil­det“ wären, wäre es sicher ein enor­mer Nut­zen für einen Verlag/Verlage.

    Viel­leicht gibt es auch schon Ver­la­ge, die auf die­ser Basis ein­zel­ne Bücher über­set­zen und lek­to­rie­ren las­sen…

    Gruß
    alex

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