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Gysel: Kaum ein gros­ser evan­ge­li­ka­ler Ver­lag zeigte sich bereit, Rechte ver­grif­fe­ner Titel abzu­ge­ben

Der Verlag Esras.Net stellt sich vor

David Gysel hat nach rund 20 Jah­ren Erfah­rung und Begeis­te­rung mit christ­li­cher Lite­ra­tur einen neuen Ver­lag gegrün­det. Mit der Grün­dung 2009 erschien ein Titel dem jedoch bis heute kein wei­te­rer mehr folgte. In einem Inter­view erklärt David Gysel Gründe und Umstände.

NIMM UND LIES: Herr Gysel, Sie haben 2009 mit der Her­aus­gabe von „Ach Herr, wie lange noch?“ den Ver­lag Esras.net gegrün­det. Wie kommt man dazu, einen neuen Ver­lag zu gründen?

Gysel: Man kann den kon­kre­ten Anlass und die lange Vor­ge­schichte unter­schei­den. Einige Worte zur Vor­ge­schichte: Wäh­rend mei­nes Theo­lo­gie­stu­di­ums an der STH Basel wuchs mein Anlie­gen der För­de­rung bib­lisch fun­dier­ter Lite­ra­tur. Gleich­zei­tig ent­wi­ckelte ich eine Lei­den­schaft für das Lek­t­o­rie­ren und Gestal­ten von Tex­ten. Nach Mit­ar­beit an deut­schen Ver­öf­fent­li­chun­gen öffnete sich mir nach einem Wei­ter­stu­dium in Frank­reich die Türe zur fran­zö­sisch­spra­chi­gen theo­lo­gi­schen Lite­ra­tur­ar­beit. Einige Jahre küm­merte ich mich an der frei­kirch­li­chen Fakul­tät von Vaux-sur-Seine bei Paris um die Biblio­thek, den Ver­kauf von Lite­ra­tur und lek­t­o­rierte Bücher und die Zeit­schrift des haus­ei­ge­nen Ver­lags. Lei­den­schaft für bibel­treue und fun­dierte Aus­bil­dung und eben­sol­che Lite­ra­tur fand da die vollste Ent­fal­tung… bis meine Frau und ich zur Über­zeu­gung kamen, dass unser von Gott zuge­wie­se­ner Platz zurück in der Schweiz zur Unter­stüt­zung unse­rer betag­ten Eltern sei. Wir hat­ten auch den Ein­druck, dass mein Bei­trag an der Fakul­tät abge­schlos­sen war.

Es galt nun, Got­tes Wille für meine Arbeit in der Schweiz zu erken­nen. Ver­schie­denste Per­so­nen ermu­tig­ten mich, meine fast 20-jährige Lite­ra­tur­er­fah­rung und meine Bega­bun­gen in die­sem Bereich von unse­rem neuen Wohn­ort aus wei­ter ein­zu­set­zen. Ich ana­ly­sierte vor dem Umzug sehr inten­siv den deutsch­spra­chi­gen christ­li­chen Buch­markt und zog Schluss­fol­ge­run­gen betreffs der Bedürf­nisse und der Mög­lich­kei­ten. Ein fran­zö­si­scher Ver­lag fragte mich an, an einem Stu­di­en­bi­bel­pro­jekt ver­ant­wort­lich mit­zu­wir­ken. Es brauchte eine juris­ti­sche Struk­tur dafür und für die ver­schie­de­nen Ideen, wel­che ich als Got­tes Auf­trag sah. Dies führte zur Grün­dung der Esras.net GmbH. Der Name sollte die Vision erken­nen lassen.

NIMM UND LIES: Wel­ches waren denn die Schluss­fol­ge­run­gen aus Ihren Analysen?

Gysel: Ich stellte zual­ler­erst fest, dass bib­lisch fun­dierte Lite­ra­tur in den deutsch­spra­chi­gen christ­li­chen Online-Buchhandlungen weit­ge­hend ver­nach­läs­sigt wird. Ich sah, dass viele mir bekannte und wich­tige Titel kaum auf­ge­führt wur­den, oder dann zu unrecht als vergriffen/nicht lie­fer­bar bezeich­net wur­den. Mein Wunsch wuchs, zu einer umfas­sen­de­ren Ver­brei­tung von bibel­treuer Stu­di­en­li­te­ra­tur bei­zu­tra­gen, auch in der Schweiz. Nach ver­schie­de­nen Gesprä­chen ent­schied ich mich, ein beste­hen­des deut­sches Online-Buchhandlungsprojekt zu unter­stüt­zen – eine schlechte Wahl, weil sich der Betrei­ber nach viel zeit­li­cher Inves­ti­tion mei­ner­seits als geschäft­lich unse­riös erwies.

Auf ver­le­ge­ri­scher Seite wand­ten sich ver­schie­dene befreun­dete Bibel­schul­do­zen­ten an mich, damit ich ver­grif­fene grund­le­gende Lite­ra­tur wie­der auf­le­gen sollte. Nach Gesprä­chen und Ana­ly­sen ver­schie­de­ner beste­hen­der Ver­lage ent­schied ich mich, unter Esras.net einen Ver­lag zu eröff­nen. Der Ver­lag sollte kei­nen Kon­kur­renz­zweck haben, son­dern inter­es­sier­ten Lesern die­nen und Lücken fül­len, wel­che von ande­ren überg­an­gen wor­den waren und für wel­che andere nicht offen schie­nen. Ich hatte gemerkt, dass viele wich­tige Bücher von den gros­sen evan­ge­li­ka­len Ver­la­gen aus Ren­ta­bi­li­täts­grün­den nicht mehr auf­ge­legt wur­den – was die bibel­treue Aus­bil­dung erschwert.

Ich war auch wei­ter der Über­zeu­gung, dass Bücher immer noch einen gros­sen Ein­fluss haben, zum Guten oder Schlech­ten. Und dass unbib­li­sche Theo­lo­gie lei­der immer noch und immer wie­der an Raum gewinnt, dass also För­de­rung bib­li­scher Lehre und kon­se­quent christ­li­chen Lebens nie unnö­tig wird.

NIMM UND LIES: Warum haben Sie gerade „Ach Herr, wie lange noch?“ als ers­tes Buch gewählt?

Gysel: Das Buch und der Autor waren mir seit Lan­gem bekannt. Es war dann der erste Titel, für den ich von einem Bibel­schul­do­zen­ten ange­fragt wurde. Ich ver­han­delte für die Rechte die­ses und ande­rer Titel mona­te­lang – erfolg­los. Kaum ein gros­ser evan­ge­li­ka­ler Ver­lag zeigte sich bereit, Rechte ver­grif­fe­ner Titel abzu­ge­ben, auch wenn diese zum Teil bereits man­che Jahre ver­grif­fen waren. Schliess­lich – als ich bereits auf­ge­ben wollte – kam doch noch der posi­tive Bescheid für das Buch von Donald Car­son. Den zuerst hor­ren­den Preis für die deut­schen Rechte konnte ich auf ein erträg­li­ches Mass her­un­ter­han­deln, weil ich eigent­lich nur eine Print-on-Demand-Ausgabe plante. So ent­schied ich mich, doch damit den Ver­lag zu starten.

NIMM UND LIES: Wel­ches Pro­jekt steht bei Ihnen als nächs­tes an? Wann darf das nächste Buch erwar­tet werden?

Gysel: Aus finan­zi­el­len Grün­den musste ich einige Monate nach Erschei­nen des genann­ten Titels eine säku­lare Stelle anneh­men, zu wel­cher mir Gott auf wun­der­bare Weise die Türe öffnete. Nebst Fami­lie, Gemeinde und die­ser Arbeit bleibt lei­der keine Kraft, grosse Pro­jekte zu ver­wirk­li­chen. Ich würde lie­bend gerne das Buch „Love Across Lati­tu­des – A work­book on Cross-cultural Mar­riage“ von Janet Fraser-Smith über­set­zen. Aber Kraft und Zeit fehlt dazu, und meine Fami­lie ist mir wich­tig, von Gott auch als Auf­trag gegeben.

NIMM UND LIES: Warum inter­es­siert Sie die­ser Titel?

Gysel: Weil ich ein drin­gen­des Bedürf­nis sehe. Ich freue mich sehr über viele mis­sio­na­ri­sche Bewe­gun­gen. Als Neben­er­schei­nung die­ser Bewe­gun­gen und Ein­sätze ent­ste­hen viele Freund­schaf­ten und Ehen über Kul­tur­gren­zen hin­weg – mit oft schwie­ri­gen Spät­fol­gen. In mei­nen zwölf Jah­ren Aus­land­auf­ent­halt, davon 10 Jahre ledig, wurde ich sen­si­bi­li­siert für diese Fra­gen. Die­ses Buch gibt jun­gen Paa­ren aber auch Pas­to­ren, Mis­si­ons­lei­tern usw. ein ein­zig­ar­ti­ges Werk­zeug, die Fra­gen rund um kul­turüber­grei­fende Ehe­vor­be­rei­tung anzu­ge­hen und damit solide christ­li­che Ehen zu för­dern – oder unnö­tige Schwie­rig­kei­ten zu ver­mei­den. Ein wich­ti­ger Bei­trag zur Mis­si­ons­be­we­gung… Viel­leicht fin­det sich ja jemand anders, die­ses Buch in Deutsch herauszubringen.

NIMM UND LIES: Sie haben das Unter­neh­men, einen eige­nen Ver­lag zu füh­ren, also aufgegeben?

Gysel: Ja, in gewis­sem Sinne schon – schwe­ren Her­zens. Gott müsste mir prak­tisch pfan­nen­fer­tige Pro­jekte sen­den, dass etwas mög­lich würde.

NIMM UND LIES: Ist es über­haupt mög­lich mit einem neu gegrün­de­ten Ver­lag finan­zi­ell auf eige­nen Bei­nen zu stehen?

Gysel: In der Schweiz kaum, zu hoch ist der Unter­schied der Lebens­kos­ten im Ver­gleich zu Deutsch­land. In Deutsch­land hat Gott eini­gen durch Durst­stre­cken hin­durch­ge­hol­fen und ihre Ver­lags­ar­beit zur Blüte gebracht. Die Ver­su­chung kann aber gross sein, Ren­ta­bi­li­tät über bib­li­sche Aus­rich­tung zu stellen.

NIMM UND LIES: Was sind Ihrer Ansicht nach die größ­ten Her­aus­for­de­run­gen bei der Grün­dung eines Verlages?

Gysel: Es braucht ein Zusam­men­spiel ver­schie­dens­ter Fak­to­ren, um gute Ver­lags­ar­beit auf­zu­bauen und leis­ten zu kön­nen. Die­ses Zusam­men­spiel ist die eigent­li­che Her­aus­for­de­rung, nicht die ein­zel­nen Fak­to­ren an sich. Es braucht her­vor­ra­gen­des Mate­rial (seichte Inhalte gibt es bereits genug) und die Fähig­keit, die Qua­li­tät zu erken­nen resp. all­fäl­lige Ver­bes­se­run­gen vor­neh­men zu kön­nen. Dann gute ver­lag­s­tech­ni­sche Kennt­nisse, um dem Inhalt die wür­dige Form zu ver­lei­hen. Die nötige Zeit und die Finan­zen. Und dann das Vertriebsnetz. Ich muss offen geste­hen, dass ich nicht in allen Punk­ten auf der Höhe war.

NIMM UND LIES: Man­che neuen Ver­lage legen einen Schwer­punkt auf die Neu­auf­lage ver­grif­fe­ner Lite­ra­tur. Ist es leicht die Rechte für den Druck zu erwerben?

Gysel: Meh­rere grosse ame­ri­ka­ni­sche Ver­lage began­nen mit sol­chen Neu­auf­la­gen. Das war mir auch Vor­bild (aus­ser in ihrer jet­zi­gen theo­lo­gi­schen Ver­wäs­se­rung). Lei­der scheint mir das Dienst­den­ken in die­sem Punkt bei eini­gen gros­sen evan­ge­li­ka­len Ver­la­gen Deutsch­lands abhan­den gekom­men zu sein. Auch Auto­ren sind öfters nicht an klei­nen Neu­auf­la­gen inter­es­siert, son­dern nur an ihren neus­ten Titeln. Des­halb muss ich diese Frage lei­der mit Nein beantworten.

NIMM UND LIES: Soll­ten die klei­nen christ­li­chen Ver­lage sich lie­ber um stär­kere Zusam­men­ar­beit bemü­hen um Kos­ten ein­zu­spa­ren und stär­ker auf­tre­ten zu können?

Gysel: Eine Zusam­men­ar­beit kann es auf der ver­le­ge­ri­schen Seite oder für die Ver­triebs­wege geben. In bei­den Berei­chen beste­hen aber auch Gefahren.

Auf der ver­le­ge­ri­schen Seite kann eine Zusam­men­ar­beit auch eine grös­sere Koor­di­na­tion för­dern. Damit könn­ten Lücken aus­ge­macht, Dop­pel­spu­rig­kei­ten ver­mie­den und stra­te­gi­sche Ziele viel­leicht bes­ser erreicht wer­den. Durch freund­schaft­li­chen Gedan­ken­aus­tausch kann auch an der Qua­li­tät gear­bei­tet wer­den. Es kann aber auch sein, dass man auf dem kleins­ten gemein­sa­men Nen­ner der Pro­jekte ste­cken bleibt und Got­tes Ziele verpasst.

Für den Ver­trieb scheint mir Zusam­men­ar­beit unum­gäng­lich. Ich glaube aber kaum, dass es nebst den jet­zi­gen Struk­tu­ren noch andere braucht. Wich­tig ist, dass die klare bib­li­sche Aus­rich­tung in die­sen Ver­triebs­struk­tu­ren erhal­ten oder wo nötig wie­der her­ge­stellt wird. Und dass diese Ver­triebs­struk­tu­ren pro­fes­sio­nell arbei­ten (Zuver­läs­sig­keit, inhalt­li­che Kom­pe­tenz, tech­ni­sche Umsetzung).

NIMM UND LIES: Macht es über­haupt noch Sinn wei­tere christ­li­che Ver­lage zu gründen?

Gysel: Ja. Wenn sie nicht als Kon­kur­renz zu ande­ren auf­tre­ten, son­dern einem spe­zi­el­len Bedürf­nis ent­spre­chen und pro­fes­sio­nelle Pro­dukte her­vor­brin­gen. Kleine Ver­lage kön­nen manch­mal ein ganz spe­zi­el­les Milieu errei­chen und gute Ideen unbü­ro­kra­tisch umsetzen.

NIMM UND LIES: Was emp­feh­len Sie ange­hen­den Ver­le­gern, die trotz aller Her­aus­for­de­run­gen einen Ver­lag grün­den wollen.

Gysel: Behal­tet bib­li­sche Lehre, mis­sio­na­ri­schen Auf­trag, christ­li­chen Dienst als Mass­stab eurer Pro­jekte. Gott muss der bestim­mende Fak­tor sein, nicht struk­tu­rel­ler Selbstzweck. Ver­sucht, das Pro­jekt nicht ganz alleine zu tra­gen, son­dern mit engen Glau­bens­ge­schwis­tern, wel­che euch ergän­zen, kor­ri­gie­ren und wel­che zur Qua­li­tät und Nach­hal­tig­keit des Pro­jekts bei­tra­gen können.

Wählt einen Namen, wel­cher ori­gi­nell ist und die geist­li­che Vision gut zum Aus­druck bringt.

Wählt einen pro­fes­sio­nel­len, bib­lisch ori­en­tier­ten Ver­triebs­part­ner. Auch die Wahl der Dru­cke­rei kann sehr wich­tig sein.

Ver­öf­fent­licht nur her­vor­ra­gende Pro­dukte, wel­che nicht schon gleich­wer­tig abge­deckt sind.

Seid gross­zü­gig zu Geschäftspartnern.

Seid ehr­lich in der Geschäfts­füh­rung, gegen­über Part­nern, Kun­den und Lieferanten.

Ver­gesst trotz aller Lei­den­schaft für Bücher nicht, dass ihr zu einer Gemeinde gehört, und dass Gott Men­schen liebt und nicht Bücher.

Und lasst euch nicht ent­mu­ti­gen, wenn nicht jedes Buch ein Ren­ner wird.

NIMM UND LIES: Zu guter Letzt: Wel­che posi­tive Leh­ren zie­hen Sie aus Ihren lang­jäh­ri­gen Erfah­run­gen in Frank­reich für die deutsch­spra­chi­gen Gebiete?

Gysel: Die fol­gen­den Punkte haben sich mir durch posi­tive wie auch ent­täu­schende Erfah­run­gen eingeprägt.

Wo kon­se­quente Dienst­hal­tung gelebt wird, geschieht frucht­bare Zusam­men­ar­beit für Gott.

Wo pro­fes­sio­nelle ehr­li­che Geschäfts­füh­rung geschieht, kann guter Inhalt glaub­wür­dig und am bes­ten ver­trie­ben werden.

Wo auf­rich­ti­ges Bibel­stu­dium in gegen­sei­ti­ger Lern­be­reit­schaft geschieht, wird der reifste Inhalt weitergegeben.

NIMM UND LIES: Vie­len Dank für das Gespräch, Herr Gysel.

www.esras.netVerlag Esras.net
www.cbuch.de – Auslieferer für D und A
www.petervoth.tumblr.com – Grafiker des Buchcovers

7 Kommentare

  1. Ich bin begeistert von dem Beitrag, ganz großen Dank für die Mühe! Genauso begeistert und dankbar bin ich für das Buch „Ach Herr wie lange noch?“ Was mich betrifft hat sich die Arbeit von esra.net wirklich gelohnt! Drittens würde ich mich freuen über eine Übersetzung von „Love Across Latitudes“, da ich selbst in einer interkulturellen Ehe lebe und auch viele andere kenne. Und schließlich spricht mir Herr Gysel in vielen Punkten aus dem Herzen und in vielen anderen Punkten danke ich ihm für die Erfahrung, die er mit uns teilt.

    Möge unser HERR den christlichen Buchmarkt ganz neu gestalten, das ist mein Gebet. Und vielleicht nimmt Er dabei ja wieder esra.net (und auch Zeltmacher:-) mit hinein in seine Pläne. Zum Segen für die Menschen, nicht zum Profit.

  2. Joschie sagt

    Die Erfahrung mit dem Dienstdenken das abhandengekommen ist wegen der Neuauflagen von älteren Büchern bei einigen großen evangelikalen Verlagen Deutschlands kann ich nur bestätige.Dieses geht ja sogar, soweit das selbst auf mehrmalige Anfragen wegen der älterer Bücher nicht eine Rückmeldung von den Verlagen gekommen ist.Es gibt ja viele alte Bücher, auf die es kein Rechtsanspruch mehr gibt und diese sind ein wahrer Schatz.Diese Bücher sind ja meist in der Frakturschrift geschrieben und dieses ist ja für viele ein Problem genau so, wie es für manche Verlage das mühsame Umschreiben in die Antiqua Schrift ein Problem war.Für das letzte gibt es heute Dienstleister die dieses Übernehmen, danach müssen die Bücher noch Korrektur gelesen werden und können den als Print-on-Demand-Ausgabe erscheinen.Es gibt zwei Möglichkeiten entweder man jammert nur über die jetzige Situation auf den christlichen Buchmarkt oder man steuert dagegen in dem man bibeltreue Verlage in vielfertiger Weise unterstützt und so hilft, dass es mehr gute Bücher gibt.

  3. Hallo Rami und Joschie,

    ich denke, dass es keinen Grund gibt nur zu jammern. Dafür gibt es zu viele Verlage mit einem guten Programm. Es ist zwar richtig, dass einige große Verlage einen großen Einfluss ausüben, der leider nicht immer gut ist. Aber es gab in den vergangenen Jahren viele Verlagsgründundungen, die den Markt stark bereichert haben. Ich bin sehr gespannt, wie sich die christliche Verlagswelt im deutschsprachigen Raum in der Zukunft entwickeln wird. Es gibt bedenkliche Entwicklungen. Aber genauso gibt es zahlreiche sehr erfreuliche Vorgänge…

    @Joschie
    Du schreibst: Es gibt ja viele alte Bücher, auf die es kein Rechts­an­spruch mehr gibt und diese sind ein wah­rer Schatz.
    Woher weiß man denn, ob ein Rechtsanspruch vorhanden ist?

    alex

  4. Joschie sagt

    @Alex „Der Schutz des Urheberrechts wird nicht ewig gewährt (wie etwa das Eigentum). Der Schutz des Werkes beginnt, sobald die Voraussetzungen des § 2 Abs. 2 UrhG erfüllt sind. Es endet 70 Jahre nach dem Tode des Urhebers (§ 64 UrhG). Ist der Urheber anonym oder veröffentlicht er unter einem Pseudonym, erlischt das Urheberrecht 70 Jahre nach Veröffentlichung. Mit Ende der Schutzfrist ist das Werk gemeinfrei. Stets gemeinfrei sind nach § 5 UrhG amtliche Werke.“
    http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_Urheberrecht

  5. Ich habe mein allererstes Buchcover für Esras.net gemacht (im August 2009) … David Gysel hat mir quasi (über Betanien und HW Deppe) den Einstieg in dieses „Gebiet“ verschafft … vielen Dank dafür! Ein sehr gelungenes Interview … man kann sich nur wünschen dass Gysel irgendwann doch noch weitermacht …

  6. Andy W. sagt

    Hallo,

    warum nicht die Arbeit teilen? Wäre es nicht möglich, die Übersetzungsarbeit an einem wertvollen Buch kapitelweise an mehrere Personen zu verteilen? Es müssten sich „nur“ ein paar Leute finden, die Freude daran haben, und so liesse sich auch ein größeres Projekt in kürzerer Zeit bewältigen. Man könnte das zu übersetzende Projekt auch online stellen, Aufgaben zuteilen und hätte so das Ergebnis von allen immer vor Augen.

    Liebe Grüße,
    Andreas

  7. Hallo Andreas,

    wie ich finde eine sehr gute Idee. Ein Verlag oder mehrere Verlage könnten die Strukturen dafür schaffen. Der Betanien Verlag z.B. ist schon mal ansatzweise so vorgegangen. Für das Lektorat von „Der Tempel aller Zeiten“ konnten sich Freiwillige melden und jeweils einen Teil lektorieren. Als kleine Anerkennung bekam jeder Mitarbeiter ein fertiges Exemplar des Buches.
    Ich denke, dass es grundsätzlich genügend Leute gibt, die sich an solchen Projekten beteiligen würden. Aber diese Freiwillige müssen zuerst gefunden werden und dann müssen diese Freiwillige auch die nötige Zeit haben um zu übersetzen, lektorieren…

    Für einen Verlag wären solche Gemeinschaftsprojekte zu Beginn sicherlich nur sehr viel Arbeit. Die Freiwilligen müssten auf ihre Fähigkeiten getestet werden, viel Korresponenz mit den einzelnen Mitarbeitern geführt werden… Aber wenn erst einmal einige qualitativ gleich gut arbeitende Freiwillige „ausgebildet“ wären, wäre es sicher ein enormer Nutzen für einen Verlag/Verlage.

    Vielleicht gibt es auch schon Verlage, die auf dieser Basis einzelne Bücher übersetzen und lektorieren lassen…

    Gruß
    alex

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