Buch zur Woche
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Bücher, die den Schlaf versüßen

Vorwort aus "Schmeckt und seht" von John Piper

John Piper: Schmeckt und seht (CLV)Es gibt wie­der eine deut­sche Neu­erschei­nung von John Piper. In Schmeckt und seht — Got­tes Über­le­gen­heit in allen Lebens­la­gen genie­ßen führt Piper den Leser in die Nähe Got­tes. Nicht nur kampf­mü­de Gläu­bi­ge fin­den dar­in Ermu­ti­gung, Hil­fe und Weg­wei­sung im Auf­schau­en auf den leben­di­gen Gott.

Ich habe das Buch noch nicht gele­sen. Aber das Vor­wort hat mich sofort ange­spro­chen. Dar­in erklärt Piper, war­um er das Buch geschrie­ben hat. Gleich­zei­tig gibt er wohl den wich­tigs­ten Grund an, war­um wir gute Bücher lie­ben und lesen:

Die bes­ten Schrei­ber erhö­hen unse­ren Genuss an der Bibel und unse­re Freu­de an Gott selbst.

Die­sen Anspruch hat John Piper an sein eige­nes Buch. Die­sen Anspruch soll­te jeder christ­li­che Autor haben. Auch wir Leser kön­nen unse­ren Lese­ge­schmack und unse­re Aus­wahl an die­sem Anspruch tes­ten.

Hier ist das Vor­wort in vol­ler Län­ge:

John Cot­ton – ein Pas­tor aus Bos­ton, der 1652 starb – hat­te einen geist­li­chen Geschmack, der dem Durch­schnitts­men­schen heu­te unver­ständ­lich ist. Im Alter wur­de er ein­mal gefragt, war­um er bis spät in die Nacht hin­ein las. »Weil ich mei­nen Mund ger­ne mit einer Por­ti­on Cal­vin ver­sü­ße, ehe ich mich schla­fen lege«, erwi­der­te er. Mir geht es so mit dem Pro­phe­ten Jesa­ja, dem Psal­mis­ten David und dem Apos­tel Pau­lus sowie mit Jona­than Edwards, der 51 Jah­re nach Cot­tons Tod gebo­ren wur­de.

Es gibt schlech­te Grün­de, die einen ver­an­las­sen, ande­re Auto­ren neben der Bibel zu lesen. Und es gibt gute. Einer der schlech­ten Grün­de, war­um wir zu ande­ren Auto­ren grei­fen, ist, dass wir die Bot­schaft der Bibel harm­los und fade fin­den. Die Bibel ist alles ande­re als das. Einer der guten Grün­de, war­um wir zu ande­ren Auto­ren neben der Bibel grei­fen, ist, dass wir den Wohl­ge­schmack Got­tes in allen biblisch fun­dier­ten Büchern genie­ßen wol­len (wenn­gleich er in der Bibel selbst unüber­trof­fen ist). Die bes­ten Schrei­ber erhö­hen unse­ren Genuss an der Bibel und unse­re Freu­de an Gott selbst. Edwards hat
seit über drei­ßig Jah­ren die­se Wir­kung auf mich.

»Schmeckt und seht, dass der HERR gütig ist!«, sagt der Psal­mist (Ps 34,9). Dar­um geht es. Wir schme­cken die umfas­sen­de Güte Got­tes in der Begeg­nung mit sei­nem Wort. »Wie süß sind mei­nem Gau­men dei­ne Wor­te, mehr als Honig mei­nem Mund!« (Ps 119,103). Es über­rascht daher nicht, dass Men­schen, die von sei­nem Wort durch­drun­gen sind, einen bestimm­ten »Geschmack« an sich haben. Jesus sagt: »Ihr seid das Salz der Erde; wenn aber das Salz kraft­los gewor­den ist, womit soll es gesal­zen wer­den?« (Mt 5,13). Und wenn Chris­ten, die uns zum »Appe­tit« auf die Bibel anre­gen und ganz von ihr durch­drun­gen sind, so schrei­ben, wie es Jona­than Edwards tat, liegt ein gött­li­cher Geschmack in dem, was sie sagen. Des­halb neh­men wir ger­ne etwas Süßes zu uns, ehe wir schla­fen gehen.

Ich weiß, dass ich nicht Cal­vin und auch nicht Edwards bin, aber ich lie­be die Bibel und ver­su­che, mei­nen Geist und mein Herz jahr­ein, jahr­aus tie­fer in sie zu ver­sen­ken. Was ich also hier geschrie­ben habe, beruht teil­wei­se auf dem Nach­sin­nen über die bibli­sche Rea­li­tät und beinhal­tet teil­wei­se Anwen­dun­gen auf unser heu­ti­ges Leben. Ich hof­fe, dass das Schme­cken der Erha­ben­heit und Über­le­gen­heit Got­tes alles Geschrie­be­ne durch­dringt. Jona­than Edwards sag­te: »Die Erschaf­fung des Uni­ver­sums ist nichts weni­ger als Got­tes Offen­ba­rung sei­ner eige­nen Voll­kom­men­heit und Vor­treff­lich­keit.« So ist es. Des­halb fin­det alles mensch­li­che Leben sei­ne Erfül­lung dar­in, die­se Voll­kom­men­heit und Vor­treff­lich­keit wahr­zu­neh­men, zu genie­ßen und zu zei­gen.

Das ist mein Ziel. Und wenn die­ses Buch auf dem Nacht­tisch eines kamp­fes­mü­den Gläu­bi­gen liegt, hof­fe ich, dass er als Grund angibt: »Weil ich mei­nem Mund mit der Grö­ße und Über­le­gen­heit Got­tes ver­sü­ßen möch­te, ehe ich mich schla­fen lege.«

Wie Regen träuf­le mei­ne Leh­re,
wie Tau flie­ße mei­ne Rede,
wie Regen­schau­er auf das Gras
und wie Regen­güs­se auf das Kraut!
5. Mose 32,2

Autor: John Piper
Titel: Schmeckt und seht — Got­tes Über­le­gen­heit in allen Lebens­la­gen genie­ßen
Sei­ten: 448 Sei­ten
Ein­band: Hard­co­ver
Auf­lage: 1. Auf­lage 2015
Ver­lag: CLV
ISBN: 978−3−86699−309−9
Lese­probe: CLV
Preis: 12,90 Euro
Erhält­lich bei: CLV, cbuch.de

Kategorie: Buch zur Woche

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NIMM UND LIES - dieser Aufforderung möchte ich selbst nachkommen und andere dazu motivieren und anleiten. NIMM UND LIES zuerst die Bibel und dann gute christliche Literatur. Denn beim Lesen lässt sich vortrefflich denken (nach Leo Tolstoi). Ich lebe mit meiner Frau und unseren vier Kindern in Baden-Württemberg.

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