Hörbücher, Rezensionen
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Besprechung: Die kostbare Vase (CD)

Ein Hörbuch aus der Buch-Reihe "Der Weg nach Luv"

Die Qua­li­tät die­ses Hör­buchs ist teil­wei­se so mit­tel­mä­ßig, dass es schwer ist, wei­ter zu zuhö­ren. Der über­aus deut­li­che russ­land­deut­sche Akzent ver­schlim­mert die Situa­ti­on zusätz­lich. Als es dann auch noch „Woort­sches­ter“ heißt statt „Wuusteh“ woll­te ich schon aus­schal­ten, aber den­noch war ich bereits zu neu­gie­rig, was denn nun mit dem jüdi­schen Anti­qui­tä­ten-Händ­ler Grif­fier pas­siert und mit der Frau, des­sen kost­ba­re Vase er für wenig Geld abge­kauft hat. Außer­dem mein­te mei­ne Frau, ich sol­le doch nicht zu anspruchs­voll sein.

Tat­säch­lich ist die Geschich­te wenn nicht unbe­dingt hörens­wert, so doch lesens­wert. Sehr detail­ge­treu wird die Geschich­te einer ver­wor­fe­nen Toch­ter beschrie­ben, die aus wohl­ha­ben­dem Hau­se stam­mend, immer mehr ver­armt. Eine Lun­gen­krank­heit rui­niert Sie so sehr, dass Sie gezwun­gen ist, immer mehr Haus­rat zu ver­äu­ßern. Wäre da nicht noch die Toch­ter, die zu ver­sor­gen ist. Dabei wird der Frau schnell bewusst, dass Sie nicht mehr viel Zeit hat.

Beim Hören der Geschich­te habe ich mich erin­nert, dass ich als Tee­nie mas­sen­haft Geschich­ten aus den Büchern „Der Weg nach Luv“ gele­sen habe, und die­se damals einen über­aus star­ken Ein­fluss auf mich hat­ten. Am meis­ten fas­zi­niert mich an den Geschich­ten der erns­te und deut­li­che Ruf zur Buße, der eigent­lich in jeder Geschich­te durch­klingt. Irgend­wie ver­mis­se ich die­se Deut­lich­keit oft­mals in moder­ne­ren Geschich­ten. Ich fra­ge mich hier durch­aus, ob die­se über­aus deut­li­che Fixie­rung auf das The­ma Bekeh­rung wirk­lich kor­rekt ist, und das christ­li­che Leben so wie­der­spie­gelt wie es ist, den­noch zieht die Geschich­te die kost­ba­re Vase die kla­re Linie zwi­schen Licht und Dun­kel, zwi­schen Recht und Unrecht. Viel­leicht hat­ten es die ver­gan­ge­nen Gene­ra­tio­nen hier leich­ter die Tren­nung zu sehen?

Ent­ge­gen mei­ner Ein­lei­tung ist der Spre­cher Edu­ard Wall eigt­lich nur zu loben, der mit pri­mi­tivs­ten Mit­teln und mit dem was er kann, mas­sen­haft Hör­bü­cher pro­du­ziert, die zumin­dest in russ­land­deut­schen Milieus weit ver­brei­tet sind. Mei­nes Erach­tens haben heu­te erschei­nen­de christ­li­che Hör­bü­cher oft den Draht zu einer kla­ren christ­li­chen Bot­schaft ver­lo­ren.

Fazit: Qua­li­tät des Hör­buchs: Geduld von Nöten. Inhalt des Hör­buchs: Beacht­lich mit Aus­ru­fe­zei­chen.

Das Hör­buch ist bei RZ erschie­nen und kann auch bei Samen­korn erwor­ben wer­den.

1 Kommentare

  1. Arthur W. sagt

    Die Geschich­ten aus „Der Weg nach Luv“ gehö­ren auch zu mei­ner Kind­heit dazu. Ich konn­te mich immer in die Kin­der aus der Geschich­te hin­ein ver­set­zen.
    Der RZ-Ver­lag ver­öff­net, mit ein­fa­chen Mit­teln, vie­le emp­feh­lens­wer­te CDs. Gera­de die­ser schlich­te Charme mit hoher geist­li­cher Qua­li­tät, hat für mich einen höhe­ren Wert als unzäh­li­ge kom­mer­zi­ell pro­du­zier­te Mas­sen­pro­duk­te mit christ­li­chen Anstrich.

    Ich den­ke, dass der russ­lands­deut­scher Akzent den Russ­lands­deut­schen pein­li­cher ist als es ande­re stört. Ins­be­son­de­re der Gene­ra­ti­on die hier zur Schu­le gegan­gen ist. Der frän­ki­sche oder rhei­ni­sche Akzent vie­ler ande­re Kas­set­ten mit Kin­der­ge­schich­ten, wirkt doch auch boden­stän­dig und ehr­lich.

    Klei­ner Recht­schreib­feh­ler im letz­ten Absatz: „Ent­ge­gen mei­ner Ein­lei­tung ist der Spre­cher Edu­ard Wall eig[en]tlich“

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